Die Lebenserfahrung spricht gegen solche Autos. Ihr wahres Talent, das Bewältigen auch schwierigster Passagen in unwegsamem Gelände, müssen sie nur bei einem winzigen Bruchteil ihrer Käufer unter Beweis stellen. Auch ihre Transportkapazität – bis zu sieben Personen auf Wunsch – wird wohl nur in Ausnahmefällen genutzt. Außerdem: Um so viele Passagiere zu befördern, bedarf es keiner Riesen, die wegen ihrer archaischen Bauweise weit über zwei Tonnen auf die Waage bringen. Solche Argumente, speziell von ökologischer Seite gern vorgebracht, sind kaum von der Hand zu weisen.
Aber schließlich steht es jedem frei, sich mit so einem Gefährt zu schmücken – sei es, weil er sich in der Masse des ihn umgebenden Stahls besonders sicher fühlt, oder weil er ganz einfach den Männlichkeit verkündenden Auftritt der hochbeinigen, auf mächtigen Rädern rollenden Allesüberwinder schätzt. Nicht zu vergessen die Kundschaft, die schwere Hänger zu schleppen hat. Für sie gibt es in der Tat kaum etwas Geeigneteres als einen schweren Geländewagen, der selbst ein Drei-Tonnen-Anhängsel locker davonzieht und dessen Karosseriestruktur bei derartiger Beanspruchung eine lange Lebensdauer verspricht. Der Nissan darf 3,5 gebremste Tonnen ziehen, der Opel immerhin noch 3,3 Tonnen. Auch im Platzangebot des Innenraums sticht der Patrol, deutlich länger und breiter als der Monterey, seinen Konkurrenten aus, wobei allerdings die Differenz angesichts der schon beim Opel gebotenen Raumfülle keine große Rolle mehr spielt.
Die verfügbare Breite reicht im Fond leicht für drei Personen, aber bequem haben es wie üblich nur zwei, weil die Rücksitzbänke im mittleren Bereich sehr hart sind und keinerlei seitlichen Halt bieten. Die Klappsitze im Kofferraum, serienmäßig beim Nissan in der getesteten Topversion Luxury, beim Opel für 1500 Mark extra lieferbar, sind gleichfalls von zweifelhaftem Wert. Für einen längeren Aufenthalt kann man sie niemandem zumuten, der Einstieg nach ganz hinten gerät zu einer Turnübung, an der allenfalls Kinder Spaß haben. Beim Nissan stört überdies das Klappern der in Ruhestellung nach oben gezurrten Notsitze.




