Bislang fristete der Opel Sintra im Marktsegment der Vans eher ein Mauerblümchendasein. Während VW in diesem Jahr bis einschließlich September 21 730 Sharan verkaufte, fanden nur 6303 Opel Sintra den Weg zum Kunden. Mehr als 50 Prozent der VW Vans werden von einem TDI-Motor angetrieben, wobei der mit 110 PS die mit Abstand beliebteste Antriebsquelle der Wolfsburger Großraumlimousine ist. Daß bis vor wenigen Wochen der Sintra nicht mit Dieselmotor zu haben war, könnte ein Grund für das mangelnde Käufer-Interesse gewesen sein.
Dieses Manko gleicht Opel jetzt aus und präsentiert mit dem direkteinspritzenden 2,2 Liter-Turbodieselmotor ein zugkräftiges Argument für den Sintra. Der 115 PS starke Vierventiler gehört zur Ecotec-Motorenfamilie und ist eine Weiterentwicklung des Zweiliter-Vierzylinders mit 100 PS aus Vectra und Omega. Um es vorwegzunehmen – die Motorenentwickler haben gute Arbeit geleistet. Der nur 1,9 Liter große TDI mit zwei Ventilen pro Zylinder schöpft seine Kraft in erster Linie aus einem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie.
Opel setzt auf die alte Formel, daß Hubraum durch nichts zu ersetzen sei und schenkt dem Direkteinspritzer knapp 0,3 Liter mehr ein. Auf dem Papier ergibt das ein Plus an Drehmoment von 25 Newtonmetern. In der Praxis treten die Unterschiede der beiden Turbodiesel, die nominell nur fünf PS trennen, deutlicher zu Tage, als die Werte zunächst vermuten lassen. Kann auch beim Sharan nicht mehr von einem Turboloch im klassischen Sinne gesprochen werden, so setzt der Motor des Sintra Gaspedalbefehle noch spontaner in Vortrieb um.
Das beschert dem Opel trotz längerer Gesamtübersetzung die besseren Durchzugswerte. Auch bei der Beschleunigung aus dem Stand hat der Rüsselsheimer Van die Nase vorne.




