Beim neuen MG TF ist die Entschärfung der zwar handlingfreundlichen, aber im Grenzbereich tückischen Mittelmotor-Charakteristik hervorragend gelungen. Mit knackigem Handling und trotzdem ausgeprägter Gutmütigkeit empfiehlt sich der kleine Brite.
Auf den Punkt genau wieselt der sportliche Engländer über verschlungene Straßen - so sie gut ausgebaut sind. Denn auf schlechten Straßen springt der MG von Bodenwelle zu Bodenwelle, versetzt dabei in Kurven spürbar und lässt seine Insassen jeden kleinen Buckel spüren. Überdies läuft der TF mit den 16-Zoll-Rädern gerne Längsrillen und Fahrbahn-Unebenheiten nach. Ebenfalls kritikwürdig: das diffuse Ansprechverhalten der MG-Bremsen.
Weitaus komfortabler tritt da der Toyota auf. Fast wie eine Limousine schluckt der MR-2 unebenen Asphalt. Auf glattem Asphalt wirkt der drahtige Roadster mit den großen Glubschaugen allerdings längst nicht so lebendig, feinnervig und spritzig wie der MG.
Trotzdem zeigt der MR-2 im Grenzbereich ansatzweise die adrenalinfördernden Eigenheiten des Mittelmotor-Konzeptes. Man muss die Reaktionen provozieren, ist also vorbereitet - und dennoch überrascht vom plötzlichen Eigenleben des kleinen Sportwagens um die Hochachse. Trotzdem: Als Kompromiss aus guter Agilität, guten Bremsen und alltagstauglichem Komfort kann der MR-2 definitiv Sympathie-Punkte sammeln.
Dann der Speedster. Ohne Servolenkung, mit dem kleinen Lenkrad, kompromisslos zupackenden Bremsen, einer breiten Spur, deutlichem Untergewicht (240 kg weniger als der MG, 131 kg weniger als der MR-2) und einer tief geduckten Karosserie, entfaltet der Opel seine ganz eigene Fahrqualität.
Wie auf Schienen brennt der Speedster mit irrwitzigem Tempo durch lang gezogene Kurven, wirkt auf engen Straßen allerdings fast unhandlich. Die schwergängige, superdirekte Lenkung peitscht jede Asphaltverwerfung in die Arme des Fahrers, ermöglicht aber gleichzeitig eine überragende Kontrolle aller Fahrzeugbewegungen.
Motorseitig kann der Opel Speedster die Vorteile seines größeren Hubraums sowie des geringen Gewichts voll umsetzen. In nur 6,8 Sekunden erstürmt der extravagante Roadster aus dem Stand die 100-km/h-Marke (Toyota MR-2: 7,9 s, MG TF: 9,0 s).
In der Endabrechnung kann der vielseitige Toyota aber die meisten Punkte auf sein Konto sammeln. Der handliche MG reiht sich mit diversen Schwächen auf dem zweiten Platz ein, und für die kompromisslose und teure Fahrmaschine Opel Speedster bleibt nur der dritte Platz.



