Feine Kleine: Citroën C2 gegen Mini One und VW Lupo

Kleindiesel für Kostenverächter: Das Diesel-Trio schlägt engen Parklücken und hohen Tankrechnungen gleichermaßen ein Schnippchen. Aber, wer sparen will, muss zunächst investieren.

Kleinwagen. Spärlich ausgestattete Blechbüchsen, Garanten schmerzhaften Verzichts und automobilistischer Ächtung. Das war einmal: Die Kurzen von heute sind pfiffig, klassenlos und langstreckentauglich. Jedoch nicht billig. Zumindest wenn ein Selbstzünder unter die Haube soll. Wer sparen will, muss zunächst investieren. Zum Beispiel 12 800 Euro in den Citroën C2 HDi, der keck gestylt in die Kleinwagen-Arena nagelt. Citroëns Kleinster steht auf einer um 15 Zentimeter gekürzten C3-Plattform und wird vom 1,4-Liter-HDi-Motor aus dem PSA-Konzernregal angetrieben. Zwischen 2000 und 4000 Touren ist der Common-Rail-Diesel bei Laune, spendet maximal 68 PS und 150 Newtonmeter, begleitet von leichten Vibrationen. Die fünf Gänge arretieren leicht, wenn auch nur mäßig exakt, akustisch bleibt der Selbstzünder zurückhaltend, beginnt erst in höheren Drehzahlen zu brummen. Zum Brummer wird auch der 1,4-Liter des Mini One D, sobald ihm mehr als 4000/min abverlangt werden. Der Common-Rail-Turbodiesel stammt ursprünglich von Toyota und wurde bei BMW leicht überarbeitet. Er entwickelt 75 PS und 180 Newtonmeter Drehmoment. Der milde Schwung des kultivierten Vierzylinders reicht zum gleichmäßigen Mitschwimmen – mehr nicht. Freude kommt beim Griff zum Schalthebel auf: Die massive Metallkugel durch die Gassen der stramm einrastenden Sechsgangbox zu dirigieren, entschädigt für mangelndes Motor-Temperament des mit 16‑150 Euro ziemlich teuren Anglo-Bajuwaren. Temperament, eine Eigenschaft, die man spätestens seit Einführung der ersten TDI-Generation sogar Niedersachsen zutraut. Nicht ohne Grund, wie der 1,4-Liter-Dreizylinder im Lupo TDI beweist. Beim Gasgeben kehrt der mit Pumpe-Düse-Technik ausgerüstete TDI den Wolf raus, macht den hohen Einspritzdruck von 2000 bar körperlich fühlbar. Nach einem tiefen Turboloch zeigt sich ab 1800/min Drehmoment satt. Der Lupo scharrt mit den Reifen, saust in 13,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und presst als Einziger im Testfeld seine Passagiere spürbar in die Sitze. Stets begleitet von kerniger Akustik – irgendwo zwischen halbiertem Porsche, Traktor und Propellerflugzeug.

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Jörn Thomas

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