Wer bei Fielmann für seine Brille keinen Pfennig dazu bezahlt, seineGarderobe in den Modeshops der H&M Kette für wenig Geld aussucht und bei Aldi Lebensmittel zu Niedrigpreisen einkauft, gehört nach Einschätzung von Marketing- Experten auch zur potentiellen Hyundai Coupé-Kundschaft. Diese sogenannten Smart- Shopper, junge Leute, die für wenig Geld viel verlangen und dabei keinen Wert auf Image und Prestige legen, hat der koreanische Hersteller als Klientel für den neuen 2+2-Sitzer ins Visier genommen. Und nicht nur die. Von den 5000 Autos pro Jahr will man in Deutschland einige auch an an sogenannte Empty-Nest-Käufer absetzen – junggebliebene Ältere, deren Kinder aus dem Haus sind und die den Platz im Fond nicht mehr brauchen.
Um die Herzen dieser dynamischen Kundschaft zu erobern, präsentiert sich der Hyundai in einem Kleid ungewöhnlichen Zuschnitts. Statt gedrungener Sportlichkeit setzen die Designer auf eine massige, ausladende Form mit vielen Sicken und Wölbungen – ein Hingucker, aber keiner, der überall Gefallen findet. An Front und Heck dominieren elliptische Formen, die sich auch im Innenraum penetrant bis zum kleinsten Lüftungsgitter wiederfinden. Diesem overstylten Auftritt stellt Fiat einen modernen Klassiker mit kraftvollem Körper und spannungsgeladenem Design zurSeite, während der Calibra auch als Oldtimer (Debüt: 1989) in diesem Trio zumindest äußerlich noch nicht altbacken wirkt.
Im Innenraum geht es im Opel – abgesehen von weiß unterlegten,schlecht ablesbaren Zifferblättern – dafür bieder zu. Die funktionellen, aber antiquiert anmutenden Bedienungselemente beweisen mit einer nicht zufriedenstellenden Qualität (siehe Kaste auf Seite 56), daß der Zahn der Zeit an dem sieben Jahre alten Calibra kräftig nagt. Aber nicht injeder Hinsicht: Das Raumangebotdes Calibra braucht weiterhinkeinen Vergleich zu scheuen. DerOpel bietet als einziger vier vollwertige Sitzplätze sowie einen problemlosen Zustieg zum Fond.






