Fiat Punto 1.2 16 V, Ford Fiesta 1.25, Peugeot 206 1.4, VW Polo 1.4 16 V

Neu eingekleidet fordern der VW Polo und der Ford Fiesta ihre Kleinwagen-Konkurrenten aus Frankreich und Italien heraus. Ihnen stellen sich der komplett neu konstruierte Fiat Punto sowie der Peugeot 206, die beide erheblich preisgünstiger sind als die beiden deutschen Kleinwagen. Im Test treten gehobene Ausstattungsvarianten mit Motoren zwischen 75 und 80 PS an.

Sie putzen sich ganz schön heraus, die Vertreter einer Autokategorie, die üblicherweise mit dem Begriff Kleinwagen beschrieben wird. Dabei handelt es sich bei den darunter versammelten Limousinen um ganz erwachsene Fortbewegungsmittel.

Dies gilt vor allem für den Umfang der möglichen Ausstattung. VW weist in der Werbung für die neue Polo-Generation stolz darauf hin, dass es für dieses kleinwüchsige Automobil der Sicherheit und der Bequemlichkeit höchst dienliche Ausstattungsfeatures gibt, die bisher gehobenen Klassen vorbehalten waren – ein Navigationssystem etwa oder seitliche Airbags. Wer will, kann aus einem Kleinwagen ein Luxusvehikel machen, was, wenn auch nicht in so bemerkenswertem Umfang, für die wichtigsten Konkurrenten des Polo ebenfalls gilt. Dann freilich sprengt der Preis den Klassenrahmen. Bei der Betrachtung dessen, was serienmäßig vorhanden ist, schneidet der Polo nicht so glänzend ab. Selbst die gehobene Ausstattungs-Variante Highline, die hier zum Vergleichstest antritt, verfügt weder über ein Radio noch über eine Klimaanlage. Stattdessen bietet der Polo ein serienmäßiges Schiebedach, dessen praktischer Nutzwert deutlich geringer einzustufen ist als der einer Klimaanlage.

Klima und Radio sind bei der HLXAusführung des neuen Fiat Punto im Preis bereits enthalten, obwohl der noch einige Tausender unter dem des Volkswagens liegt. Reichhaltig bestückt präsentiert sich der nicht grundlegend neue, aber facegeliftete Ford Fiesta, wenn sich sein Käufer für die noble Ghia-Version entscheidet. Sie ist ebenfalls noch deutlich billiger als der Polo Highline.

Der Peugeot 206, der in der Style-Variante mit einem ver- gleichbar attraktiven Preis wie der Fiat Punto die deutsche Konkurrenz sehr teuer erscheinen lässt, befindet sich, was die Serienausstattung angeht, auf ähnlichem Niveau wie der Polo. Das Radio hat er dem VW voraus, aber die Klimaanlage erhöht die Anschaffungskosten um weitere 1850 Mark. Die Vollwertigkeit dieser kleinen Autos unterstreicht vor allem das Platzangebot. Was früher in der Golf-Klasse üblich war, stellen heute schon Kleinwagen bereit. Der Beinraum vor der Rücksitzbank lässt zumindest bei Polo, Punto und 206 keine Beklemmungen angesichts einer längeren Reise zu viert aufkommen.

Der Fiesta ist enger geschnitten, wobei sich auch geringere Innenbreite und knappe Kopffreiheit nachteilig bemerkbar machen. Das umfangreichste Reisegepäck lässt sich im Fiat Punto verstauen, nur bei umgeklapptem Rücksitz übertrifft ihn der Peugeot geringfügig. Die Bedienung macht bei keinem Probleme, wenngleich jeder sich Eigenheiten bewahrt hat, an die sich der Besitzer gewöhnen muss. Dazu zählen beim Ford der nur von außen mit dem Schlüssel zu öffnende Kofferraumdeckel und bei Peugeot und Fiat die Schalter für die Fensterheber in den Mittelkonsolen.

Die Platzierung in der Tür hat sich längst als praxisgerechter erwiesen. Dort sitzen sie beim VW Polo, allerdings so weit hinten, dass sie ebenfalls nicht gut erreichbar sind. Die Vorteile des Polo in funktioneller Hinsicht sind trotzdem nicht zu übersehen. Dafür sprechen der Lichtschalter im Armaturenbrett sowie, weit wichtiger noch, die soliden Bügeltürgriffe, die als echtes Sicherheitsmerkmal im Crashfall gelten dürfen. Qualitativ ist ein rundum befriedigendes Niveau zu beobachten. Die Momentaufnahme eines solchen Vergleichstests erlaubt keine Rückschlüsse auf die Bewährung im Dauerbetrieb, weshalb sich die Qualitätsbewertung auf Kriterien wie Klapperfreiheit und die optische Güte von Materialien und Verarbeitung beschränken muss. Hier liegen die deutschen Konkurrenten vorn. Die Interieurs von Fiat und Peugeot wirken nicht so hochwertig. Die Reise in den kleinen Autos wird geprägt von einem überraschend guten Komfortangebot.

Vor allem bei Polo und Fiat überzeugen die Sitze durch bequeme Polsterung und gute Seitenführung. Im Peugeot wünschen sich lange Figuren eine bessere Oberschenkelauflage, auch eine intensivere Unterstützung der Rückenpartie könnte nicht schaden. Der Ford Fiesta hat gute Sitze, aber die Sitzposition erreicht, weil zu hoch, nicht die bei den anderen gebotene Perfektion.

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Götz Leyrer

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