Focus, Astra, Golf: Die Spar-Tarner

Verbrauchssenkung ist zum Generalthema fast aller Autobauer geworden. Auf der Suche nach weiterem Sparpotenzial bauen Ford, Opel und VW nun Öko-Varianten.

Deutschland hat den Blues: Erst legen die Klimahüter der EU den Autobauern, besonders den heimischen, die CO2-Daumenschrauben an. Und dann bescheinigt eine Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO) den Deutschen auch noch, dass sie inzwischen die dicksten Europäer sind. Abspecken ist also angesagt - sowohl bei den leiblichen Genüssen als auch beim Spritkonsum. Keine einfache Sache, denn der neue Mensch ist von heute auf morgen genauso wenig zu erschaffen wie das Öko-Auto. Aber man kann ja schon mal mit kleinen Dingen anfangen, beispielsweise mit einem Öko-Etikett.

Drei unterschiedliche Öko-Etiketten

VW entschied sich für Bluemotion, startete damit schon 2006 beim Polo und dehnte die Strategie inzwischen auf Passat und Golf aus. Ford Focus und Opel Astra, die Hauptkonkurrenten in der Kompaktklasse, konnten da nicht zurückstehen und folgten mit eigenen Sparversionen namens Econetic und Ecoflex. Dass der Weg zu minimalem Verbrauch nur über den Diesel führt, ist Konsens bei allen drei Herstellern. Doch nicht hinter jedem Eco-Label steckt auch eine technische Abmagerungskur, am wenigsten beim Astra. Opel hat ihm das Ecoflex-Feigenblatt nur deshalb verpasst, weil es sich beim 1.3 CDTi mit 90 PS um die sparsamste Motorvariante der Baureihe handelt. 5,2 Liter verspricht der Normverbrauch ohne zusätzliche technische Eingriffe wie bei Ford und VW.

In der Praxis sind es dann schon 6,5 Liter/100 km, doch es geht auch anders, wie die auto motor und sport-Verbrauchsrunde mit 4,7 Liter zeigt. Für den Fahrer ist diese Knauserei freilich eine harte Prüfung, denn der kleine Vierzylinder entwickelt seine Kraft nur schwerfällig. Als Einziger verfügt der Opel über einen langen sechsten Gang, der das Temperament beschneidet, aber dem Spargedanken dient. Vor allem dann, wenn man sich im unteren Drehzahlbereich aufhält, den Opel grün markiert und damit als ökologisch sinnvoll deklariert. Will man die Bilanz auch ökonomisch optimieren, kann man in der einfach ausgestatteten Basisversion schon mit 19.415 Euro in den Club der Spartaner einsteigen.

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Klaus-Ulrich Blumenstock

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