Ford Cougar 2.0 16 V, Hyundai Coupé 2.0, Toyota Celica S

Solide, preisgünstige Vierzylindertechnik im extravaganten Kleid eines sportlichen Coupés, das hat Tradition. Aber kultivieren der große Ford Cougar, das neue Hyundai Coupé und die mittlerweile siebte Auflage des Toyota Celica nur den Reiz des schönen Scheins?

Die Zeiten der glorreichen Vierzylinder-Coupés scheinen abgelaufen. Kein Ford ­Ca­pri schlendert mehr mit stolzer Schnauze und hängendem Heck wie ein hüftkranker ­Schäfer­hund durch die Provinz, ros­tige Opel Manta – Könige längst verflossener Landdiskotheken­nächte – stehen traurig aufgestapelt und ausgebeint beim Schrotthändler oder sind bereits kleingeshreddert ins Recycling-Zeitalter hinübergewechselt.

Die Nachfahren der preisgünstigen Vierzylinder-Showmaster sind Kinder unserer Zeit: mit leise laufenden, abgasgereinigten Motoren, gutmütigem Frontantrieb, moderner Sicherheitstechnik, wirkungsvollen und immer standfesteren Bremsen. Mäßig spektakuläre, moderne Großserientechnik unter schwungvoll gezeichneter Karosserie.

So stammt die Basis des zum Einstiegspreis von 42 700 Mark antretenden Ford Cougar von der Mittelklasse-Limousine Mondeo. Über das Chassis spannt sich allerdings ein praller New-Edge-Blechballon, dem man mit scharfem Messer ­klaffende Schnitte für Kühler­öffnungen, Scheinwerfer und Heckleuchten beigebracht hat. Groß ist die Karosserie, nicht gerade sportiv, aber für einen Mondeo unheimlich elegant.

Den 30 Jahren Modellgeschichte des Toyota Celica mag man mit einer Einreihung unter die weniger geschichtsträchtigen Konkurrenten von Ford und Hyundai nicht gerecht werden, aber mit einem Preis von 43 900 Mark, dem drehzahlhungrigen 1,8-Liter-Vierzylinder und dem auf Show getrimmten Blechkleid ist er nominell nicht mit exklusivem Sonderstatus ausgestattet.

Der 143-PS-Vierzylinder fühlt sich gewöhnlicher an, als es die exotische variable Ventilsteuerung VVT-i verheißt, und das Auftreten des ­japanischen Renn-Keils wirkt für Nicht-Fans doch ziemlich aufgesetzt. Wie mit dem Beil aus dem Vollen gehauen steht der Celica S auf den serienmäßigen Leichtmetallrädern, guckt modern-scharf wie ein flach gepresster Ford Focus drein, und wer gerade noch „Ferrari“ sagte, wird angesichts des klobigen Hecks schnell ernüchtert.

Völlig New-Edge-befreit tritt hingegen die sportliche Speerspitze aus dem Modellprogramm des koreanischen Herstellers Hyundai auf. Pikanterweise bedient sich das nur 36 490 Mark kostende Cou­pé mit seinen tief in aus­gebeulten Häusern sitzenden Rundscheinwerfern ziemlich ungeniert beim letzten Toyota Celica.

Die serienmäßigen 15-Zoll-Leichtmetallräder sitzen furchtsam in ihren zu großen Rad­häusern. Wulstige Schweller und ein sparsames Heck, das dem Hyundai-Kleinwagen Accent zu entstammen scheint, komplettieren den Auftritt des koreanischen Knorpelfisches.

Kunststoffe in diversen Farben und Verarbeitungszuständen bilden im engen Innenraum ein funktionales, aber überladen wirkendes Cockpit. Höhepunkte sind dabei die Lüftungsöffnungen im Audi TT-Design und die Plastik-Intarsien am Schalthebel, die aus demselben Material zu bestehen scheinen, aus dem sonst in Schoko-Eiern verborgene Kleinspielzeug-Bausätze gefertigt werden.

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Johannes Riegsinger

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