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Fiesta, Corsa, 207 und Polo im Test: Vier Eco-Kleinwagen im Vergleich

CO2-Werte unter 100 Gramm pro Kilometer allein reichen nicht, denn Kleinwagen müssen mehr als sparsam sein. Also: Bieten Ford Fiesta, Opel Corsa, Peugeot 207 und VW Polo in der Ecoversion ein gelungenes Gesamtpaket?

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Foto: Hans-Dieter Seufert

Dieselmotoren sollen in den Kleinwagen für niedrige Verbräuche sorgen. Ob das gelingt zeigt der Test der vier Eco-Kleinwagen.

Dieselmotoren sollen in den Kleinwagen für niedrige Verbräuche sorgen. Ob das gelingt zeigt der Test der vier Eco-Kleinwagen.

Die Testkandidaten tragen verheißungsvolle Zusatznamen und werben mit niedrigen CO2-Emissionen: Econetic heißt der Ford Fiesta 1.6 TDCi (98 g), Ecoflex der Opel Corsa 1.3 CDTi (99 g für den Viertürer), 99 Gramm der Peugeot 207 HDi (99 g) und Blue Motion Technology der VW Polo 1.6 TDI (96 g). Die Kostverächter der Kleinwagen-Klasse setzen nicht nur auf moderne Diesel-Technologie, sondern zum Teil auch auf rollwiderstandsarme Reifen und aerodynamischen Feinschliff wie tiefergelegte Karosserie, Spoiler und kleinere Lufteinlassöffnungen in der Frontpartie. Hochschaltanzeigen sowie lang übersetzte Fünfganggetriebe sollen ebenfalls beim Knausern helfen, doch auf eine sechste Fahrstufe verzichten alle vier aus Kostengründen. 

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Schlagworte

Ford · Fiesta · Opel · Corsa · Peugeot · 207 · VW · Polo · Vergleichstest · Ecoversionen

Der VW Polo ist der teuerste Kleinwagen im Test

Auch ein Start-Stopp-System, das den Motor an der Ampel oder im Stau abschaltet und erfahrungsgemäß einige Zehntelliter Ersparnis bringt, bietet nur der VW Polo - und zwar serienmäßig. Außerdem hat er in der getesteten Variante Comfortline bereits Klimaanlage und Nebelscheinwerfer an Bord, kostet aber mit 18.185 Euro fast 2.500 Euro mehr als der Billigste in dieser Runde oder die vergleichbare Benziner-Version 1.4. Immerhin läuft der teure VW gleich im Antriebskapitel zur Hochform auf, weil sein brandneuer Common-Rail-Diesel überraschend leise, kultiviert und vibrationsarm arbeitet. Darüber hinaus gefällt der 1.6 TDI mit homogener Kraftentfaltung, überlegenen Fahrleistungen und dem niedrigstem Test-Verbrauch (5,3 L/100 km) in dieser Runde. Bei verhaltener Fahrweise sind Vier-Liter-Werte möglich, und selbst die Drei vor dem Komma lässt sich mit viel Gefühl realisieren.

Der Peugeot 207 schafft 900 Kilometer ohne Stopp

Zumindest ökonomisch ist ihm der Peugeot (5,4 L) dicht auf den Fersen, und dank seines großen 50-Liter-Tanks schafft er deutlich über 900 Kilometer ohne Tankstopp. Dass man solche Strecken im Peugeot 207 gelassen abspult, ist mit ein Verdienst seines recht unauffälligen und leisen, aber auch wenig temperamentvollen Motors. Schwächster Punkt der Peugeot 207-Antriebseinheit ist die sehr schwammige Führung seines Getriebe-Schalthebels - Präzision fühlt sich anders an. Erstaunlicherweise arbeitet der fast baugleiche und etwas leistungsstärkere Turbodiesel im Ford Fiesta wesentlich lauter und unkultivierter, was wohl auf eine weniger aufwendige Motorlagerung und Dämmung zurückzuführen ist. Zudem wirkt die Maschine im Ford drehfauler und immer etwas angestrengt. Das spiegelt sich sowohl in der verhaltenen Beschleunigung als auch im höchsten Testverbrauch unter seinen Rivalen wider.

Etwas freudiger, aber nicht so gleichmäßig ruft das Triebwerk im Opel Corsa seine Leistung ab, wobei es trotz variabler Schaufelgeometrie des Laders speziell im unteren Drehzahlbereich etwas schwächelt. Kein Wunder, schließlich ist es mit nur 1,3 Liter Hubvolumen der kleinste Motor im Feld. Das entschuldigt aber nicht sein aufdringliches Gebaren, das von rauem Lauf, permanenten Vibrationen und einer lautstarken Geräuschkulisse geprägt wird. Und obwohl er im Verbrauch im Test auf Augenhöhe mit dem Peugeot liegt, kommt man wegen des kleineren Tanks rund 200 Kilometer weniger weit.

Beim Fahrwerk kann der Ford Fiesta Punkte sammeln

In Fahrverhalten und Federungskomfort unterscheiden sich die Spar-Versionen nur marginal von ihren konventionellen Brüdern. Gewisse Einbußen sind speziell beim Opel in Kauf zu nehmen, dessen Karosserie um 20 Millimeter tiefer gelegt ist und der auf schmächtigen 14-Zoll-Rädern daherrollt. Die kürzeren Federwege verschlechtern das Ansprechvermögen seiner Federung, weshalb er auf kleinen Unebenheiten etwas holprig wirkt. Die schmalen Reifen fördern die Tendenz zum Untersteuern in Kurven und beeinträchtigen das Handling. Beim Ford geht die 14-Zoll-Bereifung mit einer sportlicheren Fahrwerksabstimmung einher, die sowohl Agilität wie Kurvenfreudigkeit spürbar fördert. Wie an der Schnur gezogen fährt der Ford Fiesta um Biegungen, zeigt sich unbeeindruckt von plötzlichen Lastwechseln und folgt seiner leichtgängigen, exakten Lenkung genau so, wie sich der Pilot das wünscht.

Am nächsten kommt ihm der VW Polo, der mit Ausnahme seiner rollwiderstandsoptimierten Reifen gänzlich auf spezielle Modifikationen am Fahrwerk verzichtet. Er flitzt sehr neutral um Kurven, lässt sich aber nicht ganz so präzise dirigieren wie der Fiesta und irritiert in beladenem Zustand mit größeren Wankbewegungen der Karosserie. Der Peugeot 207, bei dem ESP mit 460 Euro extra bezahlt werden muss, tut sich schwer, fahrdynamisch aufmunternde Zeichen zu setzen. Aufgrund seiner Behäbigkeit und der kräftigen Neigung zum Untersteuern fährt er nur unwillig schnell durch Kurven. Seine unexakte, bei hohem Tempo um die Mittellage schwergängige Lenkung vermittelt zudem ein synthetisches Gefühl.

Alle Kleinwagen im Test bieten ein gutes Platzangebot auf der Rücksitzbank

Die Karosserien aller vier Konkurrenten bieten ein Raumangebot, das gängige Kleinwagen-Vorstellungen sprengt. Sogar auf den Rücksitzen finden zwei Erwachsene genügend Platz, nur im VW Polo haben die Knie Dauerkontakt mit den Vordersitzen. Im Ford Fiesta-Fond sorgt hingegen das flache Heck mit kleinen Scheiben für ein schlechteres Raumgefühl und eine stark eingeschränkte Rück-Sicht. Nahezu Gleichstand herrscht beim Kofferraumvolumen, während beim maximal möglichen Laderaum der Opel Corsa mit 1.100 Litern einen Vorteil verbuchen kann. Die Rücksitzlehnen lassen sich bei allen Konkurrenten mit einfachen Handgriffen umklappen, bei VW Polo und Peugeot 207 zudem auch die Sitzflächen, ohne dass dadurch eine ebene Ladefläche entsteht.

Obwohl keiner der vier Kleinen sich bei der Bedienung grobe Schnitzer erlaubt, setzt der Polo einmal mehr mit guter Ergonomie, klaren und großen Funktionstasten sowie gut rastenden Drehreglern die Maßstäbe. Zudem bietet er eine hervorragende Qualitätsanmutung, wie man sie in dieser Klasse wohl nirgendwo sonst findet. Bei der Konkurrenz sind es vor allem Kleinigkeiten, die immer wieder unangenehm auffallen - im Ford Fiesta etwa Kanten und Knubbel am Volant, schwergängige Klimadrehregler und teilweise lieblose Verarbeitung. Beim Opel lassen die eng geschnittenen Vordersitze keine Bequemlichkeit aufkommen, teilweise sind die Schalter etwas verstreut.

Die knapp 2.495 Euro Mehrpreis sind beim VW Polo gut angelegt

Der Peugeot 207 hat als Einziger weiß unterlegte Zifferblätter, die antiquiert wirken und die Ablesbarkeit keineswegs verbessern. Seine alufarbenen Rahmen, die das Armaturenbrett nahe der Lüftungsgitter zieren, spiegeln sich störend in der Frontscheibe. Billig wirken der Nadelfilz sowie die Befestigung der Rücksitzflächen.

Der VW  Polo setzt sich also zielstrebig ab. Seine ausgewogenen Allroundtalente machen ihn zum überlegenen Sieger dieses Vergleichstests. Kleine Schwächen überspielt er mit ähnlicher Souveränität, wie sein großer Bruder VW Golf das seit vielen Jahren vorexerziert. Es ist keine Worthülse: Die knapp 2.495 Euro, die der VW Polo mehr kostet als der preisgünstigste Wagen dieses Vergleichs, sind auch in der Blue Motion Technology-Variante gut angelegt.

Basisdaten
Marke VW Opel
Modell Polo 1.6 TDI BlueMotion Technology Corsa 1.3 CDTI ecoFLEX
Baujahr 05/2009 11/2009
Grundpreis 18.185 Euro 15.690 Euro
Motorbauart Reihenmotor Reihenmotor
Zylinderzahl 4 4
Hubraum 1598 cm³ 1248 cm³
Leistung 90 PS (66 kW) bei 4200 U/min 95 PS (70 kW) bei 1750 U/min
max. Drehmoment 230 Nm bei 1500 U/min 190 Nm bei 1750 U/min
Schadstoffeinstufung Euro 5 Euro 4
CO2-Ausstoß 96 g/km 98 g/km
Schaltung vollsynchronisiert vollsynchronisiert
Gänge 5 5
Marke Dunlop SP Sport 01 Continental PremiumCont 2E
Reifen (vorn) 185/60 R 15 T 175/70 R 14 T
Rädergröße (vorn) 7 J x 16 6 J x 16
Reifen (hinten) 185/60 R 15 T 175/70 R 14 T
Rädergröße (hinten) 7 J x 16 6 J x 16
Wertungen

1. VW Polo 1.6 TDI Blue Motion Technology Comfortline

511 Punkte von 650 Punkten

Der Polo gewinnt erneut mit den besten Allroundeigenschaften, hoher Qualität sowie seiner überzeugenden und sparsamen Antriebseinheit.

2. Ford Fiesta 1.6 TDCi Econetic

479 Punkte von 650 Punkten

Den zweiten Platz verdankt der Fiesta vor allem seinen ausgewogenen Fahrwerksqualitäten. Sein Motor ist aber nicht sehr sparsam oder spritzig.

3. Opel Corsa 1.3 CDTi Ecoflex Selection

469 Punkte von 650 Punkten

Trotz der Modellpflege wirkt der Corsa nicht sehr überzeugend. Der unkultivierte Motor sowie die Schwächen im Komfort werfen ihn zurück.

4. Peugeot 207 HDi FAP 90 99g

452 Punkte von 650 Punkten

Der Peugeot 207 gewinnt kein Kapitel. Sein sparsamer Motor kann die Nachteile in Komfort und Fahreigenschaften nicht ausgleichen.

Autor: Werner Schruf
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MMay | 13.05.2010, 13:40 Uhr

Es ist schon erstaunlich. Der Corsa bringt seine 70 kW bei der gleichen Drehzahl wie sein maximales Drehmoment. Dazu fährt er 14-Zoll Reifen auf 16-Zoll Felgen. Die sitzen bestimmt recht stramm. Beim Polo sitzen die 15-Zöller auf den 16-Zoll Felgen bestimmt etwas lockerer. Weiter habe ich dann gar nicht mehr gelesen, warum auch? Wenn der ganze "Test" so schlampig geschrieben ist kann man ja wohl nichts davon glauben.

ANTi-VW | 13.05.2010, 08:32 Uhr

Wie immer: VW, Motor und Sport. Einfach lächerlich ...

dingo | 12.05.2010, 22:37 Uhr

Trotz vieler Häme zur VW-Eingenommenheit von AMS, würde ich von den hier vorgestellten Autos wenn überhaupt nur den Polo kaufen, aber als Highline. Noch infrage kommen würde bei mir Citroen's C3.
Alle anderen sind doch schrecklich. Mini ist eine andere Preisklasse.

Horst Hirsch | 30.03.2010, 21:05 Uhr

"Trotz der Modellpflege wirkt der Corsa nicht sehr überzeugend..."

Die Modellpflege fand erst im Januar 2010 statt. Wie kann es sein, dass Ihr Corsa schon November letzten Jahres gebaut wurde?

Kommt mir so vor, als werden hier Punkte für Mehrpreis vergeben(?)

knorke | 30.03.2010, 19:55 Uhr

Verstehe den Satz "Erstaunlicherweise arbeitet der fast baugleiche und etwas leistungsstärkere Turbodiesel im Ford Fiesta wesentlich lauter ...". 207 und Fiesta sind beide mit 66 kW / 90 PS angegeben. Wo ist da ein Unterschied in der Leistungstärke?

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