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Ford Ka 1.3, Renault Twingo 1.2, Seat Arosa 1.0

Ford Ka, Renault Twingo und Seat Arosa im Vergleichstest

Die Modelle der Kleinwagenklasse bieten mittlerweile ein bemerkenswert hohes Niveau. Renault Twingo und Ford Ka haben ihre Qualitäten bereits unter Beweis gestellt. Nun muß der neue Seat Arosa zeigen, ob auch er zu den Großen unter den Kleinen zählt.

02.04.2003

Sehen und gesehen werden zählt zu den beliebtesten Gesellschaftsspielen auf den großen Boulevard-Straßen dieser Welt, und so schlendern Trendsetter nicht nur auf Bürgersteigen, sondern rollen auch auf Straßen. Auffallen um jeden Preis gelingt trotz vielfältiger visueller Reize nicht nur den großen Traumwagen, manchmal stehlen ihnen auch die ganz Kleinen die Show: Am Renault Twingo im Knuddeldesign geht man selbst nach vier Jahren Bauzeit immer noch schmunzelnd vorbei, und dem auffällig gestylten Ford Ka folgen gleichermaßen Blicke der Bewunderung wie der Ablehnung. Ausgerechnet der Jüngste in diesem Bunde zählt zu jenen Minis, die in der automobilen Masse sang- und klangslos untergehen.

Bei der Verteilung optischer Reize ist der kantige, unscheinbare Seat Arosa eindeutig zu kurz gekommen. Das aus Spanien stammende Auto, das in Wolfsburg gebaut wird und im Mai etwa acht Monate vor dem VW-Pendant Lupo an den Verkaufsstart geht, erregt erst im Innenraum Aufmerksamkeit. Hier stellt sich speziell auf den Vordersitzen ein Gefühl der Vollwertigkeit ein, das man bei einem Auto dieser Klasse nichterwartethätte. Der Arosa basiert nicht nur auf dem um 18 Zentimeter längeren Polo, er übernimmt von ihm auch das komplette Cockpit. Gute Übersichtlichkeit, hohe Funktionalität bis ins Detail und ein sehr ordentlicher Qualitätseindruck sind die Folge dieser Gleichteilestrategie. Unter der steil stehenden Windschutzscheibe finden Fahrer und Beifahrer so viel Platz vor, daß aus der kurzen Stadtfahrt schnell eine längere Überlandpartie werden könnte.

Durchaus mit Zustimmung der Fondpassagiere,wenngleich der Platz für sie nicht mit der glei- chen Großzügigkeit bemessen wurde. Personen bis 1,70 Meter Länge verfügen über ausreichende Beinfreiheit, Größergewachsene stoßen mit ihren Knien wie im Kino an die Lehnen der vorderen Sitze. Solche Probleme sind dem Twingo fremd. Der Renault , Ältester dieser Runde, erweist sich immer noch als Raumwunder. Vorn wirkt er zwar nicht ganz so luftig wie der Seat, aber dafür läßt sich das Platzangebot im Fond durch die verschiebbare Rücksitzbank so variieren, daß sich Passagiere jeder Größe gut untergebracht fühlen. Kleinwagenhafter als der Arosa erscheint der Twingo dagegen im Hinblick auf die gebotene Qualität. Instrumente und Bedienelemente sind zwar optisch gut in Form, wegen des hohen Anteils billig wirkenden Plastiks fehlt ihnen aber jene Gediegenheit, die Arosa und auch Ka auszeichnen. Der Ford, den Abmessungen zufolge Größter in diesem Vergleich, erweist sich in der Praxis jedoch als Kleinster.

Vorn fühlen sich Erwachsene noch recht wohl, doch hinten auf der tief liegenden Rücksitzbank geht es selbst für Kinder eng zu. Wer den Ka als Zweisitzer akzeptiert, wird sich auch über den schwierigen Einstieg nach hinten nicht ärgern, der nur auf der Beifahrerseite durch eine aufpreispflichtige Einstiegshilfe erleichtert wird. Mit komplett vorschwingbaren Sitzen ermöglicht es der Twingo auch sehr großen Menschen, den Weg in den Fond zu finden; der Seat bietet mit seinen großen Türen sogar ohne Einstiegshilfe einen guten Rücksitzzugang. Diese Türen, mit 1,27 Meter um einen beziehungsweise zwei Zentimeter länger als die von Twingo und Ka, erweisen sich in engen Parklücken allerdings wiederum als Handikap, weil sie schnell an dicht daneben parkende Autos stoßen.

Im Grenzbereich bewegt sich Seat auch mit dem gebotenen Kofferraumvolumen von 130 Litern, das sich durch Umklappen auf 465 Liter steigern läßt. Hier rächt sich, daß die Fahrgastzelle zugunsten der Crashsicherheit weit nach hinten gerückt wurde. Die Passagiere sitzen, von der Motorhaube aus gerechnet, um rund 20 Zentimeter weiter hinten als im Twingo, der demzufolge auch ein Gepäckabteil anbieten kann, das zwischen 168 Liter (bei völlig zurückgestellter Rücksitzbank) und 1096 Liter Volumen bietet. Bei Bedarf läßt sich die Bank nämlich mit wenigen Handgriffen zusammen- und platzsparend hochklappen. Ein Höchstmaß an Variabilität, das auch der Ka mit 186 Liter Fassungsvermögen (maximal 440 Liter) so nicht bieten kann. Dafür offeriert er Fahreigenschaften, von denen Twingo- Kapitäne nur träumen können.

Mit geringer Untersteuerneigung zirkelt der Ford wieselflink um die Kurven und bereitet auch wegen der präzisen Servolenkung Fahrspaß. Der Twingo schiebt dagegen kräftig über die Vorderräder zum Kurvenaußenrand und hinterläßt einen recht unhandlichen Eindruck, der durch die gefühllose Servolenkung zusätzlich unterstrichen wird. Besonders bei zügiger Kurvenfahrt wirkt die elektrische, geschwindigkeitsabhängige Lenkhilfe zudem schwergängig.

Der Arosa steht der Handlichkeit des Ka mit einer geringfügig stärkeren Untersteuerungsneigung nur in Nuancen nach. Sein Fahrwerk zeichnet eine leichte Beherrschbarkeit ebenso aus wie ein guter Federungskomfort auf langen wie kurzen Bodenwellen. Abstriche müssen aber bei Ausnutzung der vollen Zuladung gemacht werden, weil die Federwege dann nicht ganz ausreichen. Die Passagiere fühlen sich in der zum Test angetretenen Comfort-Version des Arosa auch deshalb wohl, weil sie auf gut gepolsterten, in der Höhe verstellbaren Sitzen untergebracht werden. Twingo und Ka bieten diesen Luxus nicht. Der an sich gute Komfort leidet bei beiden unter der schlechten Sitzqualität. Besonders beim Twingo können lange Fahrten wegen der kurzen, schlecht gepolsterten und noch dazu schweißtreibenden Sitze zur Tortur werden.

Dafür bringt er den muntersten Motor mit. Der 1,2 Liter- Vierzylinder mit 55 PS überzeugt mit guter Beschleunigung und Elastizität und benötigt zudem mit einem Testverbrauch von 6,5 Liter pro 100 Kilometer am wenigsten Benzin. Der Ka, nominell um fünf PS stärker, überzeugt auch mit temperamentvollen Fahrleistungen und einer noch besseren Laufkultur. Doch die Leistung muß hier mit einem hohen Verbrauch von 7,4 Liter pro 100 Kilometer erkauft werden. Der Arosa benötigt zwar weniger Benzin (6,8 Liter), erweist sich mit seinen 50 PS aber schlichtweg als untermotorisiert. Der Einlitermotor muß sich sehr quälen, um das rund 900 Kilogramm schwere Auto in Schwung zu bringen, was sich in den schwächsten Elastizitäts- und Beschleunigungswerten widerspiegelt. Die Markteinführung des 60 PSTriebwerkes läßt noch bis Sommer auf sich warten. In Verbindung mit ABS verfügt der Seat dafür in diesem Vergleich über die beste Bremsanlage. Der Arosa, der im Einzeltest (siehe 9/97) ohne Antiblockiersystem zum Über- bremsen neigte und 58,5 Meter brauchte, um im Kaltzustand zum Stillstand zu kommen, zeigt mit dem Antiblockiersystem eine ordentliche Kaltverzögerung und kein Fading.

Ford und Renault liefern dagegen auch mit ABS im Kaltzustand nur ein ausreichendes Ergebnis, der Twingo erweist sich zudem als sehr fadingempfindlich. Diese Tatsache kostet ihn zusammen mit den unbequemen Sitzen den Sieg vor dem Arosa, der sich in diesem Vergleich – abgesehen vom Motor – keine eklatante Schwäche erlaubt. Wegen der niedrigsten Kaskoeinstufung sowie günstiger Inspektionskosten erweist er sich zudem als ein sehr wirtschaftliches Auto. Der originell gestylte Twingo stellt wegen seines guten Raumangebotes jedoch eine reizvolle Alternative dar. Der Ka fällt wegen des geringen Platzes und des hohen Verbrauches zurück. Wer aber als Single einen Kleinwagen sucht, der viel Fahrspaß bietet, findet auch im Ford mehr als ein reines Stadtauto.

Fazit

1. Seat Arosa
563 Punkte
2. Renault Twingo
552 Punkte
3. Ford Ka
541 Punkte
Technische Daten
Ford Ka
Grundpreis9.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3620 x 1639 x 1413 mm
KofferraumvolumenVDA186 bis 724 L
Hubraum / Motor1299 cm³ / 4-Zylinder
Leistung44 kW / 60 PS (105 Nm)
Höchstgeschwindigkeit155 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h15,4 s
Verbrauch6,3 L/100 km
Testverbrauch7,4 L/100 km
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