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French Dressing - Peugeot 607 HDi, BMW 520d und Mercedes E 220 CDI

Mit dem 607 HDi will Peugeot in die deutsche Domäne der Oberklasse einbrechen. Wie stehen die Chancen des Franzosen gegen BMW 520d und Mercedes E 220 CDI?

16.05.2001

Mit dem 607 überspringt Peugeot bewusst die Kennziffer 606. Dies soll den großen Schritt dokumentieren, den der 607 seinem wenig erfolgreichen Vorgänger 605 voraus ist.

Plattform und Radstand wurden jedoch übernommen. Damit hält sich denn auch das Raumangebot trotz der stattlichen Außenmaße in Grenzen. Außerdem ist es Peugeot nicht gelungen, den Package-Vorteil des Frontantriebkonzepts mit quer liegendem Motor in inneren Raumgewinn umzumünzen. So übertrifft er zwar den knapp geschnittenen Fünfer-BMW, kann aber mit dem Raumkomfort der E-Klasse nicht ganz mithalten.

In der einstigen Domäne der Franzosen - beim Fahrkomfort - macht der Peugeot überraschenderweise keinen Stich. Er federt einfach nicht gut genug, neigt auf kurzen Fahrbahn-Unebenheiten zum Stuckern und streift bei Beladung mit den Hinterrädern an der Karosserie. Solche Schwächen leisten sich seine deutschen Gegner nicht, wenngleich der BMW voll geladen ebenfalls an Federungskomfort einbüßt.

Die Entscheidung für den Common-Rail-Dieselmotor wird beim 607 durch eine ungewöhnliche Laufruhe belohnt. Denn im Gegensatz zu seinen deutschen, ebenfalls vierzylindrigen Konkurrenten tilgt Peugeot die bauartbedingten Massenkräfte durch zwei gegenläufige Ausgleichswellen. Das spürt man vor allem im Vergleich zum BMW, wo Brummfrequenzen und leichte Vibrationen des einzigen Verteilerpumpen-Motors in diesem Trio die Laufkultur beeinträchtigen.

Der eigentliche Clou des 607 HDi ist freilich sein Partikel-Filtersystem (FAP). Es reduziert den letzten Umweltvorwurf, der modernen Dieselmotoren noch gemacht werden kann, auf eine kaum messbare Größe. Eine Belohnung in Form steuerlicher Förderung für die Partikel-Sauberkeit des 607 HDi ist nach den geltenden Richtlinien nicht in Sicht, so dass der Peugeot-Käufer daraus keinen wirtschaftlichen Nutzen ziehen kann. Den deutschen Herstellern bleibt dagegen ein gewisser Handlungsbedarf, wenn sie weiterhin die Technologie-Führerschaft auf dem Diesel-Sektor für sich reklamieren wollen.

Alle drei Testkandidaten sind große und mit rund 1,6 Tonnen Leergewicht auch schwere Limousinen. Umso mehr erstaunt es, welche Fahrleistungen die doch relativ kleinen Vierzylinder-Diesel ermöglichen. Der 2,2 Liter große HDi-Motor des Peugeot leistet 133 PS, mit zehn Prozent weniger Hubraum bringt es der BMW sogar auf 136 PS, und der Mercedes schöpft aus 2,2 Liter Hubraum 143 PS. Das reicht auf freier Autobahn bei allen für deutlich mehr als 200 km/h, die auch relativ zügig erreicht werden.

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