Hyundai Getz, Daewoo Kalos und Citroen C3

Koreanische Attacke auf die Kleinwagen-Klasse: Hyundai Getz und Daewoo Kalos locken mit smarter Optik und Billigpreisen. Ist ein junger Europäer wie der Citroën C3 zum Hinterherfahren verdammt?

Reden wir über Geld. Sicher, das Thema war schon mal vergnüglicher: Aktienkurse im Keller, Nullrunden in deutschen Büros, jetzt auch noch die gekappte Eigenheimzulage. Da tun ein paar gesparte Tausender gut – speziell in einem Automobil-Segment, dessen Kunden ohnehin geneigt sind, mit dem Cent zu rechnen.

Bei Daewoo, dem kriselnden koreanischen Konzern, rechnen sie selbst mit dem spitzen Bleistift – und ködern Kunden mit einem Kleinwagen zum Knallerpreis: Der neue Kalos kostet 9990 Euro, inklusive Zentralverriegelung, elektrischen Fensterhebern vorne und Radio. Macht im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten VW Polo rund 3500 Euro Preisvorteil.

Sogar sein koreanischer Kollege, der Hyundai Getz, ist 1800 Euro teurer, ohne üppiger ausstaffiert zu sein. Dabei sind sie beide nicht auf Anhieb als Billig-Angebote zu enttarnen: Dem Betrachter stehen zwei straff gestylte Kleinwagen gegenüber, ganz ohne Pfennigfuchser-Mief, dafür aber mit angriffslustigem Scheinwerferblick und durchaus erwachsenen Proportionen.

Selbst gegen den neuen Citroën C3 wirken sie nicht verhärmt, dabei gefällt sich der kokett gerundete Franzose als Designermöbel in der Kleinwagen-Klasse – und lässt sich das Spiel mit dem Kindchenschema ordentlich bezahlen: Die 1,4-Liter-Version gibt es nicht unter 12 690 Euro. In der Exclusive-Ausstattung sind es noch einmal 2200 Euro mehr, aber dafür sind dann immerhin Klimaautomatik, CD-Radio und Tempomat mit an Bord.

Bei den beiden Koreanern gibt es eine Klimaanlage nur gegen Aufpreis, und um den Tempomat bitten Daewoo- und Hyundai-Kunden vergeblich. Allerdings stellt auch Citroën die Ohren auf Durchzug: Der C3 lässt sich in der 1,4-Liter-Version ebenso wenig mit ESP bestellen wie seine beiden billigeren Rivalen. Und das, obwohl die Sicherheitsausstattung des Franzosen sonst kaum Wünsche offen lässt.

Sogar Kopfairbags vorne und hinten bietet der C3, während Hyundai und Daewoo selbst auf den Einklemmschutz für die elektrischen Fensterheber verzichten. Dafür spart Citroën spürbar an der Materialqualität und leistet sich Details von befremdlicher Piefigkeit, etwa die labilen Klapp-Tabletts im Fond (sie gehören zum Kinder-Paket für 150 Euro) und eine serienmäßig lose Mittelkonsole. Das französische Hartplastik fühlt sich außerdem um keinen Deut sympathischer an als die Materialien der beiden Konkurrenten – abgesehen davon, dass sich das Armaturenbrett des Daewoo schon mit dem Fingernagel verkratzen lässt.

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Christian Steiger

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