Honda Insight und Toyota Prius im Test
Mildhybrid und Vollhybrid im Vergleichstest
Öko für alle, so die Lösung von Honda Insight und Toyota Prius. Ob sich der preisgünstig mild hybridisierte Insight gegen den ambitionierten Vollhybrid Prius durchsetzen kann?
Es heißt ja, Autos hätten Einfluss auf die Fahrerpsyche. Wenn dem so ist, verschafft der Toyota Prius selbst Gaspedaljongleuren innere Erhabenheit. Anders als an Bord von Hochdrehzahl-Saugern oder luxuriösen Biturbo-V12-Reaktoren wärmt er Piloten mit der Aura des Gutmenschen.

Der Honda Insight muss seine Fangemeinde erst finden
Der Toyota Prius , jenes automobilgewordene Liegerad. Ob in Kalifornien oder Berlin - die PR-Maschine, bestückt mit Mimen und Politikern, läuft seit drei Modellgenerationen. Aber halt - die dritte, gegenüber dem Vorgänger um 90 Prozent revidiert, macht es Skeptikern schwerer, Argumente gegen den Toyota zu finden. Der Honda Insight muss überhaupt erst einmal eine Gemeinde finden, nachdem sein Vorgänger in Deutschland homöopathische 123 Mal herumstromert. Als Mildhybrid mit dem Verzicht auf elektrisches Anfahren setzt er unterhalb des Toyota Prius an: einfachere Technik zum niedrigen Preis, aber hohem Spartalent. Verlangt Toyota für den Prius Life 26.250 Euro, kommt der noch etwas besser ausgestattete Honda Insight Elegance schon für 22.200 Euro mit nach Haus.
Wie das geht? Durch Konzentration aufs Wesentliche. So stammt die Plattform vom Kleinwagen Honda Jazz, ebenso die plastikhaften Innenraum-Materialien. Auch der 88 PS starke 1,3-Liter- Benziner verzichtet auf ingeniöse Feinkost, wird aber unterstützt von einem direkt mit der stufenlosen Automatik verbundenen, zehn kW starken E-Motor. Der gewinnt beim Bremsen und im Schiebebetrieb kinetische Energie zurück und unterstützt den Benziner beim Beschleunigen, gibt ihm sanften Rückenwind. Dieser bläst nur kurz, die Batterie besitzt lediglich 0,6 kWh Kapazität. Wer also auf immensen E-Boost hofft, wird enttäuscht, das Honda Insight-Konzept überzeugt eher beim Tankstellen- denn Ampelstart-Showdown. Sparsamen Fahrern genügen knapp fünf Liter/100 km.
Toyota Prius umtänzelt die Vier-Liter-Marke
Der Toyota Prius knausert noch hartnäckiger, umtänzelt problemlos die Vier-Liter-Marke. Zu den 99 PS seines 1,8-Liter-Benziners, der den sparsamen Atkinson-Verbrennungszyklus nutzt, gesellen sich 60 kW aus dem Elektromotor, was 136 PS Gesamtleistung ergibt. Im Gegensatz zum Honda Insight kann er zudem von null bis 45 km/h vollständig elektrisch fahren. Auf Knopfdruck und bis zu zwei Kilometer weit. Sagt Toyota. Manchmal ist der Öko-Stromer jedoch unpässlich, die Batterieladung zu gering oder sonstwas. Wenn es aber läuft, dann richtig - der Testwagen sogar mit 55 km/h auf dem Tacho und einer Faszination, die selbst Verbrenner-Fans packt. Alle anderen sowieso, etwa die ökobewegte Sportstudentin von nebenan. Sie, normalerweise auf unterschenkeltätowierte Fahrradkuriere mit Fixie-Bike abonniert, schenkt dem vorbeisummenden Toyota Prius einen anerkennenden Augenaufschlag samt Pferdeschwanz-Schwenk. Sie sehen, es menschelt beim Hybrid-Fahren.
Das Raumangebot bei Toyota Prius und Honda Insight ist ausreichend
Das haben auch die Hersteller erkannt, Toyota Prius und Honda Insight atmen aus jeder Pore Hybrid. Schon wegen ihrer Tropfenform zum Preis einer beschämenden Übersicht nach schräg vorn (Toyota) und hinten (beide) sowie kleinwagenhafter Kopffreiheit und beschwerlichem Einstieg in den Fond (Honda). Ansonsten passt das Raumangebot. Der Toyota Prius offeriert seinen Fondpassagieren luftige Beinfreiheit auf ordentlich geformten Polstern, profitiert beim Kopfraum von der gegenüber dem Vorgänger entschärften Dachform. Im Honda Insight geht es etwas spartanischer zu, auch beim Thema Kofferraumvolumen. Hier wie dort ermöglichen umklappende Lehnen einen ebenen Boden mit darunterliegendem Staufach. Die Armaturenlandschaften unterwerfen sich dann wieder dem Hybrid-Thema.
Der Toyota Prius-Innenraum wirkt stimmiger
Während der Honda Insight Unbedarfte mit einer bunten Analog-digital-Melange überrascht, versucht Toyota Prius durch monochrome LED sowie ein Head-up-Display zu überzeugen. Hinzu kommen futuristisch geschwungene Hartplastik-Oberflächen, womit der Toyota Prius stimmiger erscheint als der Honda Insight (der Honda Insight im Einzeltest), dessen Lenkradkranz zudem die Tachoanzeige verdeckt. Warum keine Runduhren? Sie ließen das größte Sparpotenzial brachliegen: das des Fahrers. Wie ein Teenie aufs Handy-Display starrt der auf die Anzeigen. Dort sprießen Blumen (Honda Insight), tauchen Verbrauchsblöcke mit Rekuperationsdarstellungen auf (Toyota Prius). Sogar Menschen mit abgewetzten Rennfahrerschuhen berichten von 4,1 auf 100. Nein, nicht Beschleunigung, sondern Verbrauch auf 100.
Die Fahrdynamik im Honda Insight ist mäßig
So läuft Pädagogik. Und lenkt von der vergleichsweise mäßigen Fahrdynamik ab. Die erscheint im Honda Insight zunächst ausgeprägter. Der brüllig antretende Motor, vom CVT-Getriebe beim kräftigen Beschleunigen sofort zu Konstantdrehzahlen jenseits 5.000/min verdonnert, sowie die stramme Lenkung suggerieren Angriffslust. Hinzu kommt eine milde Kurvengier, die manchmal Übersteuertendenz anklingen lässt. Das modifizierte Honda Jazz-Fahrwerk zeigt sich von höheren Aufgaben strapaziert. Auf akzeptables Anfedern folgt die poltrige Absorption gröberer Unebenheiten inklusive harscher Vertikalhübe. Daneben drohen Lastwechselreaktionen, die vom ESP nachhaltig erstickt werden.
Toyota Prius gewinnt den Hybrid-Vergleich
Der Toyota Prius weist mit seinem ebenfalls träge ansprechenden Antrieb echten Fahrspaß von sich, meistert schlechte Pisten jedoch deutlich gelassener. Seine 17-Zöller kosten zwar etwas Abrollkomfort, insgesamt verbindet er aber ordentlichen Komfort mit einem sicheren Handling, das sowohl auf der Straße als auch auf dem Fahrdynamikparcours überzeugt. Hinzu kommt die geschliffene Kooperation von Benzin- und Elektromotor. Selbst das für stufenlose Übersetzungen typische Konstantfahrheulen ist beim Toyota Prius besser zu ertragen. Gemeinsam mit dem angenehmeren Innengeräuschniveau und dem niedrigeren Verbrauch setzt sich der Toyota damit deutlich vor den Honda - pri(m)us inter pares halt.
| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Marke | Toyota | Honda |
| Modell | Prius | Insight |
| Baujahr | 07/2009 | 04/2009 |
| Grundpreis | 26.750 Euro | 22.600 Euro |
| Motorbauart | Reihenmotor | Reihenmotor |
| Zylinderzahl | 4 | 4 |
| Hubraum | 1798 cm³ | 1339 cm³ |
| Leistung | 99 PS (73 kW) bei 5200 U/min | 88 PS (65 kW) bei 5800 U/min |
| max. Drehmoment | 142 Nm bei 4000 U/min | 121 Nm bei 4500 U/min |
| Schadstoffeinstufung | Euro 5 | Euro 5 |
| CO2-Ausstoß | 92 g/km | 105 g/km |
| Schaltung | stufenlos | automatisch |
| Gänge | — | 8 |
| Marke | Michelin Primacy | Dunlop SP Sport 2030 |
| Reifen (vorn) | 215/45 R 17 W | 185/55 R 16 H |
| Rädergröße (vorn) | 7 J x 17 | 6 J x 16 |
| Reifen (hinten) | 215/45 R 17 W | 185/55 R 16 H |
| Rädergröße (hinten) | 7 J x 17 | 6 J x 16 |
Welcher Hybrid gefällt Ihnen besser?
Ist zwar OT aber heute hat mein Kollege angerufen der auf der Autobahn einen Motorschaden hatte. Ein fast nagelneuer VW Caddy.
Kann ja mal passieren, aber schon wieder?
Auch der Prius oder Insight wird unser Klima nicht retten, falls es jemals bedroht sein sollte.
Kurzes Beispiel: Deutschland emittiert ca. 1000 Mio.t CO2 (ist zwar etwas weniger, aber mit 1000 lässt sich halt besser rechnen ;-)
16% der Emissionen fallen auf den Verkehr, 11% auf den Individualverkehr (kann man alles nachlesen)
Das sind dann also 110 Mio. t CO2. Würden wir uns ab jetzt nur noch in Kisten wie Prius oder Insight von A nach B bewegen, könnten wir den durchschnittlichen Verbrauch von ca. 10 l/100km (keine Ahnung, ob das nicht sogar zu hoch ist) auf 5,0 l/100 km senken! Eine grandiose Einsparung von 50%, denkt der Ökofreak!!
Insgesamt würde sich dadurch die Gesamtemissionen von 1000 Mio. auf unglaubliche 945 Mio. Tonnen CO2 im Jahr reduzieren. Ah, das tut gut und beruhigt das Ökogewissen. Dem Klima aber wird es nicht besonders helfen, da die Amis und die Schlitzaugen (Chinesen) im der gleichen Zeitraum ihren CO2 Ausstoß um min. 500 - 1000 Mio. t erhöht haben.
Der Spruch mit dem "Das Lenkrad verdeckt den Tacho" im Insight ist blödsinn. Da war der Tester nur zu faul, die Lenkradhöhenverstellung zu nutzen. Stellt man Sitze und Lenkrad richtig ein (für den jeweiligen Fahrer), ist der Digitaltacho genau das Instrument, dass man nie aus dem Blick verliert. Es sitzt nämlich schön hoch und ist damit immer im Blick. Besser kann das nur noch ein Headupdisplay.
Ich würde niemals einen VW kaufen, schon gar keinen Diesel...wer missbraucht hier meinen Login-Namen???
Konzeptionell tolle Autos, nur optisch gefallen beide weniger.
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