In keinem anderen Fahrzeugsegment passiert so viel wie in der jungen Gattung der SUV. Kein Autohersteller kann und will es sich daher leisten, in dieser boomenden Sparte nicht präsent zu sein. Doch was macht einen echten SUV überhaupt aus? Substanzielle Bestandteile des Erfolgsrezepts sind auf jeden Fall die erhöhte Sitzposition, ein möglichst variables Raumkonzept mit viel Platz und natürlich der Traktionsbonus des Allradantriebs, obwohl diese Autos kaum jemals schweres Gelände sehen und fast ausschließlich als Straßenfahrzeuge genutzt werden.
Entsprechend hoch ist also die Erwartung der Kunden an den Reisekomfort. Auf dem weit gefächerten Terrain der SUV suchen die beiden Koreaner Chevrolet Captiva und Hyundai Santa Fe ganz pragmatisch ihre Nische knapp unterhalb der Größe eines VW Touarag, aber mit deutlichen Abschlägen beim Preis. Harte Kraxler sind sie trotz ihres Allradantriebs eindeutig nicht, schon weil sie keine Gelände-Untersetzung haben. Für den kurzen Ausritt auf Feldwege oder Wiesen oder als Unterstützung auf glattem Untergrund reicht das Antriebskonzept aber allemal.
Im Normalfall sind sie Fronttriebler – ein Plus vor allem in Sachen Verbrauch. Nur solange die Radsensoren Schlupf registrieren, werden die Hinterräder über eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung zugeschaltet. Bis zu 50 Prozent der Antriebskraft können dann an sie umgeleitet werden. Eine Besonderheit bietet hier der Hyundai. Sollte es sich zum Beispiel beim Anhängerbetrieb als sinnvoll erweisen, lässt sich die Kupplung per Knopfdruck auch manuell aktivieren und eine 50:50-Kraftverteilung festschreiben.
Weil sich drei von vier Käufern des Vorgängermodells ohnehin für die Frontantriebsvariante entschieden, bietet Hyundai auch für den neuen Santa Fe diese Alternative. Gleiches gilt für den Captiva. Trotz konzeptioneller Verwandtschaft sind die beiden SUV dennoch von ganz unterschiedlichem Charakter. Der zeigt sich vor allem in der Auslegung des Fahrwerks. Ganz dem Komfort verpflichtet, präsentiert sich der Santa Fe mit weicher Feder-Dämpfer-Abstimmung als sänftenartiges Gefährt. Lange Bodenwellen werden so nahezu vorbildlich glattgebügelt. Waschbrettpisten allerdings mag der Hyundai weniger, er quittiert sie mit vibrierendem Gestühl, das zudem sofaähnlich weich ausgelegt ist.






