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Kinder-Reich - Opel Zafira, Renault Scénic und Mazda Premacy

Wieder Nachwuchs im Segment der viel gefragten Kompaktvans: Neben dem Opel Zafira und dem frisch überarbeiteten Renault Scénic steht mit dem neuen Mazda Premacy ab sofort noch ein weiterer Kandidat zur Wahl.

23.10.2001

Das Angebot im familienfreundlichen Segment der Kompaktvans steigt - trotz sinkender Geburtenquote. Und weil kinderreiche Familien immer seltener werden, verzichten Hersteller wie Mazda und Renault wohl auch auf einen Ausbau des Sitzplatzangebots. Sie bleiben bei ihren Modellen - dem neuen Premacy und dem erstmals überarbeiteten Scénic - beim klassischen Fünfsitzer-Konzept. Nur bei Opel ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass bisweilen mehr Personen mitreisen möchten. Auf der Basis des Astra finden sich im Zafira drei Sitzreihen mit Platz für maximal sieben Passagiere.

Zu einer guten Kinderstube im Van-Segment zählt jedoch nicht allein die Anzahl der Sitze. Viel wichtiger erscheinen die gebotenen Variationsmöglichkeiten. Der Mazda Premacy bietet hier Hausmannskost. Im Fond kommen durchweg Einzelsitze zum Einsatz, die sich mühelos vorklappen oder bei Bedarf ganz ausbauen lassen. Wenn hinten nur zwei Passagiere mitreisen, kann der mittlere Sitz entfernt werden, und die vorklappbare Beifahrerlehne erleichtert den Tranport langer Gegenstände. Der facegeliftete Renault, der mit seinem Debüt vor drei Jahren den Kompaktvan-Boom auslöste, ist dem Mazda in einigen Kriterien überlegen. Das Gepäckabteil fasst 410 Liter (Mazda: 370 Liter), die Fond-Sitze lassen sich auch in Längsrichtung verstellen, und die Heckscheibe kann separat geöffnet werden (ab RT-Ausstattung). Gegenüber dem Premacy fehlt es dem Scénic nur an der umlegbaren Beifahrer-Sitzlehne. Die Rolle des Variabilitäts-Trendsetters gebührt jedoch dem Opel Zafira. Hier ist Schluss mit dem umständlichen Ausbau der Sitze und der sich anschließenden Frage: Wohin damit? Die hinteren Sitze werden in den Wagenboden versenkt, die vorderen platzsparend zusammengeklappt und vorgeschoben. Keine Frage: Der Opel ist damit richtungsweisend. In der Fünfsitzer-Konstellation gebührt dem Zafira mit 520 Liter Volumen auch die Ehre des größten Kofferraums, und auch die Zuladung ist mit 521 Kilogramm höher als bei Renault (487 kg) und Mazda (453 kg).

Der Komfort ist und bleibt eine Domäne der französischen Großraumlimousine, die Bodenunebenheiten jeder Art so professionelle ausgleicht wie kaum ein anderer in diesem Segment. Der Abstand in diesem Kapitel wäre größer ausgefallen, wenn nicht der hohe Innengeräuschpegel wäre - verursacht durch den lauten Motor und die zwei aufpreispflichtigen Schiebedächer, mit denen der Testwagen ausgestattet war. Im Opel ist es ruhiger, doch dafür federt er nicht so gut. Auf langen Bodenwellen reagiert der Zafira mit spürbaren Aufbaubewegungen der Karosserie, kurze Unebenheiten führen zu einem steifbeinigen Ansprechen der Vorderachse. Die Stuckerneigung auf Querfugen teilt auch der Mazda, allerdings noch etwas ausgeprägter. Leer wie beladen macht ihm seine straffe Gesamtabstimmung zu schaffen.

Besser sieht es beim Antrieb aus. Der 114 PS starke Mazda-Vierzylinder läuft zwar nicht sonderlich kultiviert, aber er spricht spontan an und bietet gute Fahrleistungen. In der Beschleunigung ist das hubraumstärkste Triebwerk dieses Vergleichs den anderen überlegen, nur bei der Elastizität muss es sich dem kurz übersetzten Opel-Aggregat geschlagen geben. Das Scénic-Triebwerk ist mit einer Leistung von 107 PS nicht nur nominell das schwächste. Die starken Vibrationen, das schlechte Ansprechverhalten und die zu lange Gesamtübersetzung sind schuld daran, dass der Renault beim Antrieb gegenüber seinen Konkurrenten kräftig Federn lassen muss.

Auch bei den Fahreigenschaften überzeugt der Scénic nicht: Er wirkt unhandlich, weil er früh untersteuert. Und als einziger dieses Trios zeigt der Renault beim Gaswegnehmen in Kurven leichte Lastwechselreaktionen - Schwächen, die speziell dem Mazda fremd sind. Der Premacy verfügt über so agile Fahreigenschaften, dass richtig Fahrspaß aufkommt. Sicher ist auch das Fahrverhalten des Zafira, wenngleich beim Einlenken jenes Quäntchen Direktheit fehlt, das den Mazda auszeichnet. Dafür hat der Opel die beste Lenkung. Wenig Unterschiede gibt es bei den Bremsen, die sich allesamt im grünen Bereich bewegen.

Insgesamt höhere Festkosten lassen den Mazda hinter den Renault auf Platz drei zurückfallen. Rang zwei also für den komfortablen und mit vielen pfiffigen Detaillösungen ausgestatteten Scénic. Weil der Zafira auch in den Kapiteln Antrieb, Fahreigenschaften und Sicherheit vorne liegt, ist es für den äußerst variablen und geräumigen Opel ein Kinderspiel, diesen Vergleich zu gewinnen.

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