Kleine Flitzer im Vergleich: Flucht-Zwerge

Kompakt, süß, kalorienreich und mit verlockendem Abgang: Die gedopten Kleinen Ford Fiesta ST, Peugeot 206 RC, Seat Ibiza FR 1.8 20 V T und Smart Forfour Brabus mit einer Leistung von bis zu 177 PS zielen schnurstracks auf den Haben-wollen-Reflex.

An den hochoktanigen Lagerfeuern benzinblütiger Automobilisten sind sie Dauerbrenner: feurig motorisierte Kleinwagen. Wo sonst lodern bereits 150 PS mit so heller Flamme wie in gut 1100 Kilogramm leichten Büchsen? Locken die Basisversionen vor allem scharfe Rechner hinterm Ofen hervor, zielen die Sport-Anarchisten direkt auf das Lustzentrum aktiver Kurvensucher.

Mit höchst unterschiedlichem Ansatz: So passen Ford Fiesta ST und Seat Ibiza FR mit rund 18 000 Euro Einstandspreis in das Budget der Pimp-my-ride-Generation, der Peugeot 206 RC lugt mit 21 500 Euro bereits nach oben. Mit dem 24 900 Euro teuren Smart Forfour Brabus spielt man endgültig Golf, und zwar GTI: Die Ikone der Jungs, die sich in den Siebzigern schon als Männer fühlten, kostet nämlich keinen Cent mehr. Sei’s drum, der freche Auftritt der knapp vier Meter Kurzen entzieht sich ohnehin kaltherziger Kalkulation.

Mehr oder weniger verspoilert, buhlt die Optik um eine Klientel, die es mag, wenn stramme Feder-Dämpfer-Kombinationen so freudig über den Fahrbahnzustand kommunizieren wie ein Kanarienvogel nach einer Überdosis Sprechperlen.

Der Ford Fiesta ST etwa zupft bereits beim Start in der 30er-Zone am Lenkrad wie ein junger Rüde beim Morgenspaziergang. Stoischer Geradeauslauf sieht anders aus. Forciert man das Tempo, besinnt sich der ST auf seinen Auftrag, zoomt auf engen Radien durch Spitzkehren, rasiert am inneren Randstein entlang, nimmt entschlossen die folgende Gerade ins Visier, bremst kalkulierbar-neutral ins nächste Eck.

Linienkorrekturen im Scheitelpunkt? Mit der direkten, wenn auch etwas steifen und leicht stößigen Lenkung kein Problem, zumal der Ford weder nervig unter- noch übersteuert. Einen schlimmen Lapsus leistet er sich beim Bremsen auf unterschiedlich griffigem Untergrund: Der Anhalteweg ist mit über 150 Metern viel zu lang – hier muss unbedingt nachgebessert werden.

Zur ansonsten hohen Fahrsicherheit – wie bei der Konkurrenz unter dem Schutz des serienmäßigen ESP – gesellt sich dafür bekömmlicher Komfort.

Speziell bei höherem Tempo und mit Zuladung filtert der ST Fahrbahnunebenheiten sauber aus.

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Jörn Thomas

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