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Ford Focus CC, Opel Astra Twin Top, Peugeot 307 CC, VW Eos TDI

Kompaktcabrios: HardTop-Café

Foto: Hans-Dieter Seufert 40 Bilder

Dach runter, Sonnenbrille auf, raus auf den Boulevard: Kann das Ford Focus Coupé-Cabriolet den arrivierten Klappdach- Rivalen Opel Astra Twin Top, Peugeot 307 CC und VW Eos die Show stehlen? Test der Diesel.

12.04.2007 Jörn Thomas

Im Gegensatz zur feingliedrigen Mechanik ihrer Klappdächer fahren die Blechdach-Viersitzer an sich wie eine schwere Streitaxt in die Offenfahrer- Gemeinde. Während echte Windgesichter die Optik und das Frischluftgefühl richtiger Cabrios vermissen, sehen andere einfach ihre praktischen Vorzüge: Vandalenabweisend und laternengaragenkompatibel, haben sie stoffbewehrte Varianten aus dem Programm gedrängt und bieten das ganze Jahr über eine sicher bedachte Herberge mit Offenfahr-Option (zum Cabrio-Special).
Beim VW Eos , als 2.0 TDI mindestens 30 725 Euro teuer, ist die Hülle besonders trickreich ausgeführt. Mutet der Fünfteiler mit integriertem elektrischen Glasschiebedach zunächst wie eine Frage an, die niemand gestellt hat, bekommt die Sache in der Praxis durchaus ihren Reiz. Zum einen wegen der auch im geschlossenen Zustand sonnigen Aussicht mit Frischluft-Bonus, zum anderen wegen der – nach Cabrio- Coupé-Maßstäben – vorteilhaften Karosserieform.
So können vorn Sitzende bei offenem Dach auch ohne Hansguck- in-die-Luft-Haltung den Himmel sehen. Hinzu kommt das authentische Frischluftgefühl hinter der steil stehenden Frontscheibe. Beginnend bei einer steifen Brise lassen sich die Elemente per Zentralschalter für die Fensterheber, Spoiler am Scheibenrahmen und Windschott (298 Euro Aufpreis) weitgehend aussperren.

Die aufsehenerregende Dachteil-Jonglage gibt es schon serienmäßig.

Auf Zug am Hebel beginnt eine mittels schallgedämpfter Hydraulik-Pumpe initiierte Choreografie aus 470 Teilen. Unter anderem fährt die Jalousie hin und her, während sich die beiden seitlichen Dachholme wie die Arme einer Pionierbrücke gen Scheibenrahmen strecken – in 30 Sekunden und nur im Stillstand des Wagens.
Das zweiteilige Dach des Ford Focus Coupé-Cabriolet , im Test als Titanium- Variante mit Zweiliter-Diesel für 30 275 Euro, verzichtet hingegen auf solche Flexibilität. Zudem musste Karossier Pininfarina dem weitgehend unveränderten Vorbau der Limousine ein überlanges Heck anhängen, um trotz des platzraubendes Dachs noch einen anständigen Kofferraum unterbringen zu können.

Immerhin bietet der Focus geschlossen mit 534 Litern so viel Volumen wie die neue Mondeo-Limousine – rekordverdächtig. Auch das Passagierabteil mit den großen Fensterflächen und der nicht zu hohen Gürtellinie wirkt luftig, aber nur bedingt edel: Der hohe Hartplastikanteil, teils lieblose Details und klaffende Spalten konterkarieren die ordentlich ausgeführten, softgelackten Flächen und die umfangreiche Ausstattung ebenso wie den Coupé-Eindruck.
Cabrio- Gefühle dämpft zudem der massige Frontscheibenrahmen. Eleganter klappt’s beim Opel Astra Twin Top – in der günstigen Edition- Version mit dem 150 PS starken Common- Rail-Diesel 29 360 Euro teuer. Zudem läuft die Nummer mit dem Dach-Dreiteiler bei ihm für 200 Euro extra sogar vom Straßencafé aus per Schlüsselfernbedienung.

Oder alternativ bis Tempo 30 in 26 Sekunden mit Hilfe von fünf munter sirrenden Elektromotoren, acht Hydraulikzylindern, 13 Sensoren und 14 Gelenken. Danach versorgt er seine Passagiere generös mit Freiluft-Aroma, was auch an der etwas hohen Position der sparsam konturierten Standardsitze liegt.

Wesentliches wie Stereo- und Klimaanlage sowie ordentliche Bedienbarkeit und solide Verarbeitung hat er intus, ausreichend Ablagen fehlen jedoch ebenso wie jener schmeichelnde Luxus, den der Peugeot 307 CC als Platinum schon frei Haus mitbringt. Allerdings hat man hier fast den Eindruck, unter statt hinter der riesigen, flachen Frontscheibe zu sitzen.
Und hinten? Nun, im Prinzip bieten alle Platz für vier. In der Praxis werden die wohlgeformten Polster hinten wohl verwaist bleiben. Zwar gelingt der Einstieg dank Easy-Entry jedem, der sich selbst anziehen kann. Bequemes Sitzen gelingt jedoch nur bis zu einer Körpergröße von etwa 1,70 Meter. Also gleich das optionale Windschott einclipsen und den Platz darunter als Stauraum nutzen – bei Eos wie Astra inklusive Durchlademöglichkeit für Skier.

Die Dieselmotoren sind bereits geladen, wobei der 1,9-Liter-CDTi im Astra mit 150 PS die Führungsrolle übernimmt. Antrittsstark und drehfreudig bis an die 5000er-Marke, mimt der Vierzylinder den Sportler, nutzt sein PS-Plus gegenüber den Konkurrenten. Okay, zehn, respektive 14 PS sind nicht viel. Aber immerhin genug, um den anderen auf der Autobahn davonzufahren und die Tachonadel bergab mit Schmackes aus der Skalierung zu katapultieren.
Auf der Landstraße baut der Opel den Vorsprung weiter aus. Begleitet von leichten Antriebseinflüssen, zieht ihn der Vierventiler überschwänglich aus Kurven, überwindet Geraden schwungvoll und kassiert Biegungen zackigneutral. Dynamiker verzeihen ihm dabei sogar die etwas stößige Lenkung und das poltrige Ansprechen auf kurze Unebenheiten.
Nicht aber das nervige Vorderachsstuckern seines serienmäßigen Sportfahrwerks. Abhilfe verspricht das IDS-Plus-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern (631 Euro). Oder aber Zuladung, denn mit zunehmender Beladung gewinnt der Opel an Geschmeidigkeit – ohne jedoch das Niveau der Konkurrenz zu erreichen.
Der Peugeot 307 CC etwa bewahrt selbst auf strapaziösen Fahrbahnoberflächen die Contenance, verliert sie erst in scharf angegangenen Kurven.

Hier untersteuert er konsequent, während seine stößige, wenig zielgenaue Lenkung speziell beim Beschleunigen nach Korrekturen von Antriebs- und Fahrbahneinflüssen verlangt. Sein Zweiliter-Common-Rail-Diesel ist prinzipiell baugleich mit dem des Focus, wirkt aber hier ebenso wie das Offenfahrgefühl kultivierter. Das Sechsganggetriebe scheint jedoch in Crème Brûlée zu rühren.
Dagegen ist die Ausstattung des als Topversion Platinum 30 700 Euro teuren CC erste Sahne. Ob Zweizonen-Klimaanlage, Stereoanlage mit CD-Wechsler, Parkhilfe oder körpergerecht geschnittene Sportsitze mit Stoff-/Lederbezug: alles drin. Auch eine Sitzheizung, die mit ihrem versteckten An-/Aus-Knopf allerdings ebenso unpraktisch zu bedienen ist wie die Sitzverstellung und noch dazu lustlos temperiert.

Im Gegensatz zum Eos, der typische VW-Tugenden vermittelt:

Luxus kostet zwar extra, ist aber auch extra solide gemacht. So ist die Sitzheizung über ein Rädchen fünfstufig regelbar, heizt nach Wunsch zwischen lau und forte. Überhaupt vermittelt der vom Pumpe-Düse-TDI in Schwung gebrachte Eos den gediegenen Eindruck eines schweren Wagens. Inklusive solider Verarbeitung, vorbildlicher Bedienbarkeit und feinem Federungskomfort sowie einer präzisen, stoßfreien Elektrolenkung. Passend dazu absolviert er Kurven sicher untersteuernd.

Der Focus lenkt elektrohydraulisch mit zwei einstellbaren Modi – was nichts daran ändert, dass ihm an dieser Stelle der letzte Tick Exaktheit fehlt. Dennoch witscht der Ford spontaner und neutraler um die Kurve, als es sein langer Heck-Überhang suggeriert. Er bleibt auch bei forciertem Tempo problemlos beherrschbar und bietet überdies einen ausgeglichenen Federungskomfort ohne störende Karosseriebewegungen.
Dennoch landet er nur auf Platz drei vor dem charmanten Peugeot, aber hinter dem agilen, preisgünstigen Opel und dem gelungenen, allerdings teuren VW .

Fazit

1. Opel Astra Twin Top 1.9 CDTi
470 Punkte

In der Eigenschaftswertung hinter VW und gleichauf mit Ford, kassiert der spritzig-agile Opel die Konkurrenz beim Thema Unterhalt.

2. VW Eos 2.0
467 Punkte

Gute Qualität, einfache Bedienbarkeit und hoher Komfort bringen den ausgewogenen Eos nach vorn. Mit hohen Kosten verspielt er den Sieg.

3. Ford Focus Coupé-Cabrio 2.0 TDCi
453 Punkte

Handlich, komfortabel und mit Riesenkofferraum erreicht der Focus Platz drei. Verarbeitung und Optik sind eher bescheiden

4. Peugeot 307 CC HDi FAP 135
447 Punkte

Der 307 gefällt mit gutem Platzangebot, Ausstattung und Komfort. Seine Bedienung überzeugt jedoch ebenso wenig wie die Fahrpräzision.

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Technische Daten
VW Eos 2.0 TDIPeugeot 307 CC HDi FAP 135Opel Astra 1.9 CDTI TwinTopFord Focus 2.0 TDCi Coupé-Cabriolet
Grundpreis31.525 €30.950 €30.270 €30.275 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4407 x 1791 x 1443 mm4360 x 1759 x 1424 mm4476 x 1759 x 1411 mm4509 x 1834 x 1456 mm
KofferraumvolumenVDA380 L350 L440 L534 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder1910 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (320 Nm)100 kW / 136 PS (320 Nm)110 kW / 150 PS (320 Nm)100 kW / 136 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit205 km/h208 km/h213 km/h205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,4 s10,3 s10,2 s10,3 s
Verbrauch6,2 L/100 km6,1 L/100 km6,1 L/100 km5,9 L/100 km
Testverbrauch8,0 L/100 km7,9 L/100 km7,5 L/100 km7,9 L/100 km
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