Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Lada Niva und Range Rover Vogue im Vergleich

Purer Offroader gegen Luxus-Geländewagen

38 Bilder

Seit mehr als 30 Jahren kraxeln sie im Gelände: Westlich und östlich des "Eisernen Vorhangs" entwickelten sich Range Rover und Lada Niva zu zwei extremen Gegensätzen. Mit dem Lada Niva beginnt der Offroad-Traum, mit dem Range Rover endet er: mehr Luxus und Kompetenz geht derzeit nicht.

14.03.2009 Powered by

Leise säuselt der V8-Diesel sein beruhigendes Lied. Man schwebt erhaben durch die Welt, erfreut sich an perforiertem Leder und Sitzlüftung, genießt die Großzügigkeit des Innenraums. Vom holprigen Waldweg ist nichts zu spüren. Eine Ausfahrt im Range Rover   – das ist Wellness. Rums, dieses Schlagloch hatte es in sich. Doch der Lada Niva läuft unbeirrt weiter. Die Federn quietschen, die Auf­hängung klappert, das Lenkrad ­vibriert – dieses Auto lebt. Dann eine Steigung. Vollgas. Die Nadel des Drehzahlmessers zittert langsam in Richtung roter ­Bereich. Immer lauter wird das Röhren des Motors. Ein Griff zum kugeligen Schalthebel. Nächster Gang.

An der Kuppe hebt es die Fuhre für einen ­Moment aus den Federn, um kurz darauf wieder voll einzutauchen. Rums – Junge, Junge, was für ein Spaß! Der Unterschied zwischen dem russischen Urgestein und dem englischen Nobelgefährt könn­te kaum größer sein – technisch, optisch, preislich. Der ­Lada Niva ist der günstigste Geländewagen auf dem Markt, der Range Rover der teuerste. Dies sind die beiden Pole der Offroadszene. Alles, was mit vier Rädern und Dach ins Gelände fährt, findet sich irgendwo dazwischen. Und das schon seit weit mehr als 30 Jahren. In den 60er Jahren für die englische Oberschicht entwickelt, wurde der Range Rover im Sommer 1970 vorgestellt. Ein Trumm von einem Auto: Leiterrahmen, Starrachsen, Luxusausstattung und 3,5-Liter-V8-Motor. Allerdings besaß der Range nur zwei Türen. Den Viertürer – entwickelt vom Schweizer Sportwagenhersteller Monteverdi – gab es erst ab 1982.

Doch der Range Rover blieb sich treu, verkörperte immer die feine englische Art des Reisens. Auch als im Laufe der Jahre viele Neuerungen hinzukamen: elektronische Einspritzanlage 1984, größerer Motor 1989, Luftfederung 1992. Der Lada Niva hingegen blieb, wie er war. Seit 1976 im russischen Togliatti gebaut, erlangte er schnell den Ruf des unempfindlichen Nutztiers und trotzte kalten Wintern im fernen Sibirien – zwar ohne Leiterrahmen, dafür mit hinterer Starrachse, permanentem Allradantrieb und Mittelsperre. Die einzige größere Überarbeitung musste derNiva 1995 über sich ergehen lassen. Er bekam ein anderes Armaturenbrett, einen neuen Tacho, ein Lenkrad mit Pralltopf, ein geliftetes Heck mit niedrigerer Ladekante und veränderten Rückleuchten. Dazu wurde ein neuer 1,7-Liter-Benziner mit Einspritzung und geregeltem Katalysator eingebaut.
  

Zu dieser Zeit war gerade die zweite Generation des Range Rover auf dem Markt – und BMW Eigentümer der Marke Land Rover. Noch immer mit Leiterrahmen und Starrachsen bestückt, wurde er 2002 vom aktuellen Modell abgelöst. Für den Komfort ein gewaltiger Schritt nach vorn. Denn jetzt gab es eine selbsttragende Karosse rie, Einzelradaufhängung und automatische Differenzial sperren (Mitte und Hinterachse). Doch der eigentliche Clou am neuen Range Rover ist das neue Terrain Response-System, das je nach Untergrundbeschaf fenheit Gasannahme, Sperren und ABS regelt. Gerade im Fels-Klettermodus macht die Rechenleistung Eindruck. Der Fahrer muss nur mit dem Fuß die Bremse dosieren, den Rest übernimmt das Auto von selbst. Während man sich im Display die Aktivierung der Sperren und die Bewegung der einzelnen Räder anzeigen lassen kann, erklimmt der fast drei Tonnen schwere Brocken mit Leerlaufdrehzahl selbstständig steilste Passagen.

Im Niva kostet’s Schweiß, als würde man selbst hinaufkraxeln. Ordentlich Schwung, viel Gas, Lenkrad fest umklammert – alles nach dem Motto: Augen zu und durch. Geschüt telt und gebeutelt, erreicht man mit ihm dennoch jede Bergspitze. Das Wie bleibt letztlich eine Frage der Philosophie. An die Ehrlichkeit des Russen gewöhnt man sich schnell und hat im Gelände jede Menge Spaß mit ihm. Auf der Straße dagegen nicht so sehr. Hier fühlen sich weder Niva noch Passagiere richtig wohl. Dass der Allradler mit gut 1200 Kilogramm ein Leichtgewicht ist, merkt man ihm nicht an – er kommt nur zögerlich aus dem Knick, bremst widerwillig und scheut vor jeder Kurve. Dichter Stadtverkehr wird mit ihm zu einer ernsten Angelegenheit. Im Range Rover hingegen säuselt der mächtige V8 sein beruhigendes Lied. Die Passagiere schweben erhaben durch die Welt, erfreuen sich am üppigen Luxus. Nein, auf der Straße ist es keine Frage der Philosophie. Da ist es allein eine Frage des Geldes. Schließlich könnte man sich für einen Range Rover gleich zehn Lada Niva kaufen.

Fazit

Okay, dies ist kein ernst­hafter Vergleich zwischen einem Range Rover und einem  Lada Niva. Doch die zwei ­zeigen die Extreme im Gelände: modernstes Antriebskonzept gegen einfachste Allradtechnik. Am besten – man hat beide.

Technische Daten
Land Rover Range Rover TDV8
Grundpreis91.100 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4972 x 1956 x 1863 mm
KofferraumvolumenVDA535 bis 2099 L
Hubraum / Motor3630 cm³ / 8-Zylinder
Leistung200 kW / 272 PS (640 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,2 s
Verbrauch11,1 L/100 km
Testverbrauch13,7 L/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Neu Registrieren

Erstellen Sie ein kostenloses Profil und profitieren Sie von vielen Vorteilen

  • Zugriff auf alle technischen Daten
  • Artikel kommentieren
  • Teilnahme an Gewinnspielen
  • Schneller PDFs kaufen
  • 360° Ansichten von Autos
  • Exklusives PDF-Bonus-Programm
Kostenlos anmelden
Login mit Ihrem Profil
    Kommentar schreiben

    Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

    Neues Heft
    Empfehlungen aus dem Netzwerk
    Autokredit berechnen
    Anzeige
    Gebrauchtwagen Angebote