Lancia Lybra SW 2.0, Volvo V40 T 2.0, VW Bora Variant V5

Mit kräftiger Motorisierung und entsprechenden Preisen sind der neue Lancia Lybra SW 2.0, der VW Bora Variant V5 und der Volvo V40 2.0 T für Kombi-Käufer gedacht, die das Besondere schätzen.

Die Kleinen sind feiner. Lancia und Volvo spielen auf dem deutschen Markt zwar lediglich eine Außenseiterrolle, aber beide Marken gehören unbestreitbar zur besseren Gesellschaft des automobilen Establishments.

Sie halten, auf- gebaut auf langer Tradition, eine Image-Stellung, die der Gigant Volkswagen erst anstrebt. Ins Rennen geschickt vom Ehrgeiz des VW-Vorsitzenden Ferdinand Piëch, soll sich der VW Bora beim Sprint um Marktanteile als Premium-Pro- dukt bewähren. Er distanziert sich damit von der Golf-Familie, obschon er deren legitimes Mitglied ist. Daran ändern auch rechteckige Scheinwerfer, bessere Ausstattung und höherer Preis nichts. Die hier gegen den Bora Variant antretende Konkurrenz, der brandneue Lancia Lybra Station Wagon und der Volvo V40, kann fröhlich ausrufen: Wir sind schon da. Die Rolle des schicken Kombis für Leute, die gern ein paar Mark mehr auf den Tresen des Händlers legen, spielt der zum Bora aufgemotzte Golf Variant weniger überzeugend als ein Lancia oder Volvo. Aber er kontert mit handfesten Vorzügen: Sein Laderaum besitzt das größte Fassungsvermögen, und unter der Abdeckung des Reserverads finden sich praktische Zusatzfächer, in denen kleinere Gegenstände versteckt werden können.

Die Kofferräume von Lancia und Volvo sind annähernd gleich groß, doch verträgt der Lancia erheblich mehr Zuladung. Bei umgeklapptem Rück- sitz ergibt sich, ebenso wie bei VW und Volvo, eine ebene, gut nutzbare Ladefläche. Das Umklappen selbst ist bei allen mit wenigen Handgriffen erledigt. Pluspunkte kassiert der VW für die am leichtesten zu handhabende Laderaumabdeckung. Die lappige Plane des Volvo überzeugt ebenso wenig wie der mit Klettverschlüssen arretierte Sichtschutz des Lancia. Immerhin verrät bei dem eine längliche Mulde in der Abdeckung, in der ein Regenschirm Platz finden kann, dass sich die Konstrukteure über funktionelle Details Gedanken gemacht haben. Die übersichtliche Bedienung und die handfesten Türgriffe sprechen ebenfalls dafür.

Ein Ausrutscher ist dagegen der am Sitzunterbau versteckte, weit von der entsprechenden Kontroll-Leuchte auf der Mittelkonsole entfernte Schalter für die Sitzheizung. Sehr funktionell gestaltet ist der VW, bei dem lediglich die zu tief angeordnete Bedienungseinheit der Klimaanlage stört. Der Volvo erhält Punktabzüge für den zu kleinen Ausschnitt der Fondtüren und die im Fall eines Crashs ungünstigen Klapptürgriffe. Die Ausstattung des Schweden- Kombis kann mit der Konkurrenz nicht mithalten.

Der VW Bora Highline steht serienmäßig mit Radio, Leichtmetallrädern sowie elektrischen Fensterhebern beim Händler. Der Lancia übertrifft diesen schon recht beachtlichen Ausstattungsumfang noch um eine serienmäßige Klimaautomatik, die beim VW 2665 Mark extra kostet. Volvo verlangt für alle nennenswerten Goodies Aufpreis (Klimaautomatik 3814 Mark, elektrische Fensterheber hinten 763 Mark, Leichtmetallräder ab 1271 Mark). Nur in der Sicherheitsausstattung hat der Volvo die Nase vorn. Er ergänzt Frontund Seitenairbags noch durch aktive Kopfstützen, die das Risiko eines Schleudertraumas verringern sollen. Das Platzangebot für die Passagiere befindet sich bei allen drei auf ähnlichem Niveau. Das Fondabteil des Volvo ist etwas großzügiger geschnitten als bei Lancia und VW. Aber als Fünfsitzer, wie in den Papieren versprochen, taugt auch er nur eingeschränkt, weil die Polster der Rücksitzbank, wie bei Lancia und VW, auf zwei Personen zugeschnitten sind.

Die genießen in allen einen guten Reisekomfort, wobei es Geschmackssache ist, ob man nun die steilere, der Übersichtlichkeit zuträgliche Sitzposition im VW oder die mehr relaxte Haltung in Lancia und Volvo bevorzugt. Für Fahrer und Beifahrer ist es allerdings keine Frage, dass die Sportsitze der Highline- Variante des VW die besten sind. Bequemlichkeit und Seitenführung lassen keine Wünsche offen.

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Götz Leyrer

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