Alles über Land Rover Freelander
SUV (Sport Utility Vehicle)
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Land Rover Freelander, Volvo XC 60, Frontansicht 49 Bilder Zoom

Land Rover Freelander und Volvo XC 60 im Vergleich: Brüder der ungleichen Sorte

Ja doch, der burschikose Land Rover Freelander und der elegante Volvo XC 60 sind Plattformgeschwister. Beide wurden kürzlich überarbeitet und zeigen hier mit den stärksten verfügbaren Dieselmotoren, dass selbst so enge Verwandte ganz verschieden sein können.

Das hätten sie sich wohl nicht träumen lassen bei der hoffnungsvoll gestarteten Ford Premier Auto Group (PAG). Die damals unter Ford-Regie auf Kiel gelegten SUV laufen heute in Werken vom Band, die zur indischen Tata-Gruppe (Land Rover) und zum chineischen Geely-Konzern (Volvo) gehören.

Brüder sind sie dennoch, der Freelander und der Volvo XC 60, denn sie teilen sich auch nach Facelifts den Unterbau, die so genannte Ford C1-Plattform. Weitere Verwandte der weitverzweigten C1-Sippe sind etwa Focus und C-Max, jedoch auch Volvo V40 oder Ford Transit Connect. Das muss man aber nicht unbedingt wissen. Interessanter ist da schon, dass die beiden SUV neben dem Unterbau sogar den Allradantrieb samt Haldexkupplung gemeinsam haben, wenngleich in sehr unterschiedlicher Ausprägung.

Volvo XC 60 mit geringerem Verbrauch

Als deutlich größerer der beiden Brüder hat der Volvo XC 60 über elf Zentimeter mehr Radstand und fast 13 Zentimeter mehr Außenlänge – fast schon ein Klassenunterschied. Daneben sieht der Freelander zierlich aus, ist jedoch etwas höher und breiter als der Volvo XC 60. Und schwerer, denn die C1-Abkömmlinge bringen jeweils fast zwei Tonnen auf die Waage. Jedenfalls dann, wenn beide in so gut motorisierten und ausstaffierten Versionen antreten. Wobei der Volvo XC 60 mit 1.866 Kilogramm genau 69 Kilogramm weniger wiegt.

Beim Freelander gibt es seit dem Facelift im Winter neue Ausstattungslinien, das Exemplar in diesem Vergleich ist ein SE Dynamic. Seine Serienausstattung fällt so umfangreich aus, dass einem fast nichts mehr einfällt, was in der Optionsliste noch angekreuzt werden sollte, außer vielleicht dem Festplatten-Navi für 1.850 Euro. Mit dem 190 PS starken 2,2-Liter-Diesel kommt er dann auf 43.300 Euro, inklusive Sechsgangautomatik, 19-Zoll-Bereifung und Zweifarb-Lederausstattung. Nur ein paar Euro mehr, genau 43.450, kostet der Volvo XC 60 mit dem 163 PS starken 2,4-Liter-Fünfzylinder-Diesel, ebenfalls mit Allrad und Automatik, in der nicht ganz so üppigen Momentum-Ausstattung.

Der Volvo XC 60-Testwagen war zudem mit 18-Zoll-Bereifung (Serie 17 Zoll) und Adaptivfahrwerk für insgesamt 2.200 Euro aufgerüstet, die der Fairness halber bei der Bewertung eingerechnet wurden. Teurer, aber schwächer also – sein Leistungsdefizit von 27 PS gegenüber dem 190 PS starken Freelander-Vierzylinder überspielt der Volvo XC 60-Fünfzylinder jedoch glänzend. Mit sympathischem, doch stets präsentem Knurren treibt er den Volvo XC 60 subjektiv kaum zaghafter an. Auf der Stoppuhr vergehen jeweils ein paar Zehntel mehr, was sich im Alltagsbetrieb nicht nennenswert auswirkt.

Viel wichtiger ist die größere Gelassenheit seiner Antriebseinheit. Während die Automatik im Land Rover beim Gasgeben mitunter hektisch nach dem passenden Gang sucht, um dann umso heftiger davonzustürmen, spart sich der Volvo XC 60 das Zurückschalten und verlässt sich auf sein 500 Umdrehungen früher anliegendes Drehmoment-Maximum (420 Nm bei 1.500/min). Manuelle Eingriffe mittels der Schaltwippen hinter dem Lenkrad kann man sich ruhig schenken, die 190 Euro Aufpreis dafür sind eine durchaus verzichtbare Ausgabe.

Besser als der Vierzylinder schneidet der größere Fünfzylinder etwas überraschend auch beim Verbrauch ab. In allen entsprechenden Kriterien wie Norm-, Minimal- oder Testverbrauch liegt er jeweils ein paar Zehntel Liter besser – Vorteil Volvo XC 60.

Fahrdynamisch hat der XC 60 die Nase leicht vorn

Bei der Bewertung der Fahreigenschaften weiß sich der Volvo XC 60 ebenfalls besser ins Licht zu setzen. Agilitätswunder sind beide SUV nicht, doch der Volvo XC 60 biegt insgesamt williger und berechenbarer ab als der Land Rover, der sich oft nicht zwischen konzeptbedingter Trägheit und hektischem Übereifer entscheiden kann. Das liegt zum Teil an der Lenkung, die nur wenig Fahrbahnkontakt vermittelt und aus der Mittellage unharmonisch anspricht. Zudem zeigt der Landy die ausgeprägteren Karosseriebewegungen, was auch an seiner insgesamt weicheren Abstimmung liegt.

Sehr fahrsichere Autos sind beide, weil ihre elektronischen Stabilitätswächter jeweils sehr aufmerksam und nachdrücklich um Contenance bemüht sind. Beim Freelander sind sie etwas voreiliger und barscher zur Stelle, was jedoch angesichts der ausgeprägteren Wankneigung nicht verkehrt ist.

Ordentliche, wenngleich nicht überragend gute Bremsen haben ebenfalls beide, wobei sich hier der Freelander eine Schwäche erlaubt: Bei warmen Bremsen benötigt er über 42 Meter, um aus 100 km/h zum Stillstand zu kommen – trotz 19-Zoll-Reifen.

Die Reifen sind zudem eher hinderlich, wenn der Land Rover mal offroad sein Talent zeigen soll. Das ist schade, denn in dieser Disziplin ist er seinem schwedischen Verwandten deutlich überlegen. Das serienmäßige Terrain Response-System mit seinen unterschiedlichen Fahrprogrammen ermöglicht ihm im Gelände weit größere Taten, als es sich die meisten Freelander-Kunden vermutlich zutrauen.

Konzeptbedingt sind beide SUV gute Zugtiere. Umso unverständlicher ist deshalb, dass es bei beiden entsprechende Zugvorrichtungen nur als beim Händler montiertes Zubehör gibt. So kostet die abnehmbare Kupplung bei Volvo XC 60 675 Euro ohne Montage und Eintragung.

Autonis 2014

Volvo XC 60 mit mehr Talenten

Überhaupt ist der Volvo XC 60 das etwas praktischere Auto, obwohl er über den kleineren Laderaum verfügt. Seine Rücksitzlehnen lassen sich zu einer ebenen, gut nutzbaren Fläche falten, eine sehr nützliche Klappe unterteilt zudem den Kofferraum für kleineres Ladegut. Ebenso ist gegen Aufpreis (500 Euro) eine elektrische Heckklappen-Betätigung lieferbar – lauter Feinheiten, die es für den Freelander nicht gibt.

Der ist zudem zu seinen Insassen nicht ganz so freundlich. Er federt zwar auf längeren Unebenheiten ganz ordentlich, doch kurze Stöße versetzen die Karosserie immer wieder in Unruhe, was sich vor allem auf der Autobahn als lästig erweist – womöglich eine Folge der üppigen Bereifung. Das alles kann der Volvo XC60 besser, jedenfalls dann, wenn man das Adaptivfahrwerk in der Stufe "Comfort" belässt. Selbst bei voller Beladung verliert er dann kaum etwas von seinem verbindlichen Wesen. Zudem hat er die hochwertigeren und bequemeren Sitze vorn wie hinten.

Was ebenso dazu beiträgt, dass der Volvo XC 60 dieses Bruderduell sehr deutlich für sich entscheidet.

Heinrich Lingner

Foto

Wolfgang Groeger-Meier

Ausgabe

Heft 18/2013
5 4 3 2 1 4,5 5 16
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