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Fiat Stilo 1.6 16V gegen Alfa Romeo 147 1.6 Eco

Schlichte Fiat-Klarheit oder barocker Alfa-Formenreichtum

Alfa Romeo 147 1.6 Eco, Fiat Stilo 1.6 16V

Macht der Fiat Stilo 1.6 16 V dem Konzernbruder Alfa Romeo 147 1.6 Eco den Rang als schöner Fahrdynamiker streitig? Ein Vergleich für Fans italienischer Autoart.

29.04.2002

Ein hässliches Entlein, an dessen Seite der Schönling Alfa Romeo 147 gockelt? Da spielt der Fiat Stilo nicht mit. Angriffslustig gelb, die Front eine automobile Formenlehre aus rechteckigen Luftlöchern und Scheinwerfer- Trapezen, die Seitenlinie ein pfeilgerader Strich. Kurz: ein „Platz da, hier komme ich“-Auftritt.
Konkurrenz für den 147, der sein Sportlerherz stolz im Kühlergrill zur Schau stellt. Wobei die Schönheitskür eine Frage der persönlichen Vorliebe ist: schlichte Fiat-Klarheit oder barocker Alfa Romeo- Formenreichtum.
Eng beieinander liegen die zweitürigen Konzernbrüder in den Basismotorisierungen zumindest preislich: 16 870 Euro verlangt Alfa Romeo für den 147 1.6 Eco Progression , 870 Euro weniger berechnet Fiat für den Stilo 1.6 16 V Dynamic bei etwas besserer Ausstattung. In Verbindung mit der günstigeren Vollkaskoeinstufung bringt das dem Stilo Kostenvorteile.
Zwei Kompaktmodelle im Konzern – das klingt nach Kosten sparender Plattformstrategie. Doch unter der Blechhaut sind Fiat und Alfa Romeo nur scheinbar identisch: Die Bodengruppe des Stilo ist neu.

Erst der Nachfolger des 147 wird auf ihr aufbauen. Die neuere Entwicklung übertrumpft den Alfa bei Radstand, Länge, Breite und Höhe jeweils um einige Millimeter. Das beschert den Insassen zusätzlichen Raum, für Gep äck ist aber immer noch wenig Platz. Dank optionalem Einsteigemechanismus Easy- Entry lässt sich der Fond des Fiat leicht besteigen, wobei die elektrische Stuhlverschiebung eine Geduldsprobe ist: Sie erfolgt im Zeitlupentempo. Daneben bietet der Stilo vom Parksensor über Navigationssystem und Lederausstattung alle klassenüblichen Optionen. Nicht oft genug gegeißelt werden können aber die Paket-Lösungen, die auch Alfa Romeo pflegt. Anders als bei früheren Test-Stilo sind die Verkleidungsteile im aktuellen Auto gut eingepasst. Dafür ist die Karosserie weniger verwindungssteif, was den Qualitätseindruck ebenso mindert wie der Materialmix aus weichem, hartem und gummiertem Plastik. Wegen Fussel anziehender Stoffe fehlt lediglich im Inneren das Schild „Hunde verboten“.
Trotz hochwertigerer und robusterer Materialien punktet der Alfa Romeo bei der Verarbeitung nicht. Seine Türen quietschen, das Gaspedal bleibt bei Vollgas zuweilen am Teppichrand hängen, und die Zentralverriegelung reagiert nicht immer spontan auf Befehle der Fernbedienung – Nadelstiche für Alfisti.
Nehmerqualitäten muss der Fahrer des 147 auch auf der Autobahn beweisen. Vor allem auf kurzen Bodenwellen: Die stuckernde Vorderachse gibt Stöße bis in den Bauch der Insassen weiter. Selbst in der Stadt ist der Alfa Romeo wenig verbindlich und filtert Schlaglöcher kaum. Über Land schlägt dagegen das cuore sportivo, das Sportlerherz, höher. Das straffe Fahrwerk und das an Nervosität grenzende Ansprechverhalten der Lenkung adeln den 147 zum Sportwagen unter den Kompakten. Vergessen ist die Autobahntortur – das Kurvengeschlängel ist Alfa- Revier. Seine Vordersitze sind fast sonderprüfungsgeeignet: Dank gutem Seitenhalt kommt nie Verlangen nach Sportsitzen auf. Und so wählt man gerne den Umweg über winklige Sträßchen.

Doch Achtung! Auf Gaslupfen kann der 147 – vor allem beladen – mit einem Heckschwenk reagieren. Diesen Übermut kühlt keine Fahrdynamikregelung, die gibt es erst für die stärkeren Motoren. Weitere Punkte im Sicherheitskapitel kostet die bescheidene Bremswirkung.
Im Stilo ist die Verzögerungswirkung besser, aber nicht sehr gut. Immerhin führt er serienmäßig ESP bei sich. So ist das Fahrverhalten ohne Tücke, aber auch ohne den alfatypischen Schwung. Im direkten Vergleich reagiert der Fiat auf Befehle wesentlich unpräziser und behäbiger. Grund ist das weichere Fahrwerk, das höhere Karosseriebewegungen zulässt, sowie die Lenkung. Ihre elektrische Servounterstützung arbeitet unharmonisch, hilft zunächst aus der Mittellage heraus nicht, dann abrupt. Das erschwert die saubere Linie, zumal kein Fahrbahnkontakt vermittelt wird. Bonus ist dagegen der per Knopf wählbare City-Modus, er reduziert die Lenkkräfte beim Rangieren. So animiert der Fiat seinen Fahrer keine Sekunde zur sportlichen Gangart. Es zieht ihn vielmehr auf die Autobahn, wo er seine Insassen mit rundweg gutem Federungs- und Sitzkomfort verwöhnt. Nicht recht ins Bild des Autobahnschmeichlers wollen dagegen die hohen Drehzahlen passen, nach denen der 103 PS leistende 1,6-Liter-16-Ventiler verlangt. Weil der fünfte Gang zu lang übersetzt ist, flüchtet sich der Fahrer häufig in den vierten, um an Steigungen nicht abzufallen.
Dem 147 verhilft der kürzere fünfte Gang zu besseren Elastizitätswerten. Trotzdem ist auch sein 105 PS starker 1,6-Liter-Vierzylinder drehpflichtig, da niedertourig wenig Leistung zur Verfügung steht. Alfa Romeo verwendet einen eigenen Vierzylinder mit Doppelzündung. Diesen Luxus leistet sich der Konzern, um das sportliche Profil zu schärfen. Allerdings ist auch das Twin Spark-Triebwerk kein Ausbund an Drehfreude und entlässt zudem schmutzigere Abgase als der Stilo-Motor. So verliert der Alfa Romeo neben den Karosserie-, Sicherheits- und Kostenkapiteln auch die Umweltwertung sowie den kompletten Vergleichstest nach Punkten.
Der 147 ein Loser? Wohl kaum. Er verkauft sich noch immer blendend. Dem schönen Fahrspaßmaximierer verzeihen seine Fans offensichtlich jeden Mangel. Sein cuore sportivo überstrahlt jede Schwäche. Gegen diesen Charaktertyp sehen sogar Testsieger blass aus. Auch in angriffslustigem Gelb.

Fazit

1. Fiat Stilo 1.6 16 V
493 Punkte

Bis auf den schlappen Antrieb und die schwammige Lenkung leistet sich der Stilo keine gravierenden Schwächen. Er ist billiger, besser (sicherheits-)ausgestattet und federt komfortabler. Nur beim Fahrspaß kann er nicht mithalten.

2. Alfa Romeo 147 1.6 T. Spark ECO
473 Punkte

Sportliches Handling und gutes Aussehen reichen zwar nicht zum Siegen, aber als Kaufargument. Wegen der schlechten Federung und der lückenhaften Sicherheitsausstattung müssen Alfisti aber hart im Nehmen sein.

Technische Daten
Alfa Romeo 147 1.6 T.Spark ECOFiat Stilo 1.6 16V
Grundpreis17.200 €16.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4170 x 1729 x 1439 mm4182 x 1784 x 1475 mm
KofferraumvolumenVDA280 bis 1030 L305 bis 1002 L
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder1596 cm³ / 4-Zylinder
Leistung77 kW / 105 PS (140 Nm)76 kW / 103 PS (145 Nm)
Höchstgeschwindigkeit185 km/h185 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s
Verbrauch8,1 L/100 km7,3 L/100 km
Testverbrauch8,6 L/100 km8,9 L/100 km
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