Master-Test Kleinwagen: Euro-Vision

Beim Master-Test blickt die europäische Testcrew diesmal auf das Kleinwagen-Segment. Elf Modelle mit rund 90 PS starken Benzinmotoren stellen sich einem aufwendigen Vergleichsprozedere.

Gibt es etwa keine schlechten Kleinwagen mehr? Immerhin sind die Zeiten vorbei, in denen klapprige Blechbüchsen mit dünnen Reifchen in bedenklicher Schräglage haltlos untersteuernd um die Ecken bogen, schon beim Gedanken an Elche ins Schlingern kamen, auf plötzliches Gaswegnehmen in der Kurve mit tückischen Lastwechseln reagierten. Dennoch deckt der internationale Test, den auto motor und sport regelmäßig mit seinen europäischen Partnerzeitschriften durchführt, krasse Versäumnisse der Hersteller auf.

Alle Fahrdynamik-Versuche, Brems- und Beschleunigungsmessungen wurden auf der Teststrecke der Dekra am Lausitzring durchgeführt. Ihre subjektiven Fahreindrücke konnten die internationalen Tester dann bei der rund 1.000 Kilometer langen Vergleichsfahrt über Autobahn und Landstraße nach Südfrankreich zum Michelin-Prüfgelände in der Nähe von Nîmes gewinnen. Zudem ließ sich jedes Master-Test-Auto auf diesem abgesperrten Gelände gefahrlos am Grenzbereich bewegen. Zur Ermittlung aller Messwerte ist jeder der elf Kleinwagen insgesamt rund 3.500 Kilometer gefahren worden. Mit von der Partie: die 1,4-Liter Benziner Fiat Grande Punto, Renault Clio, VW Polo, Seat Ibiza, Ford Fiesta, Skoda Fabia, Opel Corsa, Nissan Micra, Hyundai Getz, Peugeot 207 und der Toyota Yaris 1.3 VVT-i.

Bester Kleinwagen im Test: Der Renault Clio mit 388 von 550 möglichen Punkten. Bei ihm stimmt das Platzangebot, der Sitz- und Fahrkomfort ebenso wie die Sicherheitsausstattung und das Fahrverhalten. Auf den Rängen folgen VW Polo, Seat Ibiza und Fiat Grande Punto. Das Schlusslicht bildet der Hyundai Getz. Gute Rundumsicht und ansprechende Fahrleistungen genügen nicht, um im Master-Test zu bestehen. Zu groß sind die Schwächen bei Karosserie, Komfort, Handling und Sicherheit.

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Christian Bangemann

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