Es geht um die Sicherheit. Das gilt zwar für jeden Vergleichstest, aber für den Mastertest, an dem die Partnerzeitschriften von auto motor und sport aus ganz Europa teilnehmen, ganz besonders. Spezielle Prüfungen für Licht und Sicht sowie ein erweitertes Programm an fahrdynamischen Übungen gehören deshalb zu diesem Test, ebenso wie extra ausführliche Vergleichsfahrten, um jedem der teilnehmenden Tester reichlich Gelegenheit zum Fahren und Beurteilen unter den unterschiedlichsten Bedingungen zu geben.
Die Kosten bleiben beim Mastertest außen vor - ganz einfach deshalb, weil sie in den jeweiligen Ländern so unterschiedlich sind, dass sie sich einem objektiven Vergleich entziehen. So kostet beipielsweise der Suzuki Grand Vitara zwischen 22.767 Euro (Schweiz) und 44.133 Euro (Norwegen). Dafür fließt der Vergleich der Sicherheitsausstattung in den einzelnen Ländern mit in die Bewertung ein.
Toyota gibt den Ton an
Der RAV4 von Toyota verschafft dem japanischen Automobilriesen einen glänzenden Erfolg. Die beiden zweitplatzierten Modelle von Hyundai und Kia distanziert er mit einem Respekt heischenden Punkte-Abstand. Den Grundstein zum Sieg legt er in erster Linie bei der Bewertung der Fahrsicherheit. In den fahrdynamischen Übungen erzielt er Bestwerte. Von den Eigenheiten des Fahrverhaltens, die als selbstverständlich galten, als Autos dieser Statur noch Geländewagen hießen, ist nichts zu spüren. Er erzielt gute Fahrleistungen und verbraucht wenig. Die Laufkultur seines Diesels könnte besser sein, aber immerhin wird dies bei der Autobahnreise durch die lange Übersetzung des sechsten Gangs kaschiert, die Drehzahl und Geräusch verringert.
Hyundai Tucson 2.0 CRDi:
Der Hyundai bleibt zwar auch in kritischen Situationen ein gutmütiges Auto, erreicht seinen Grenzbereich aber spürbar früher als der auf Nummer eins gesetzte Toyota. Dennoch verspielt der Hyundai den durch die Komfortpunkte erworbenen Vorsprung sukzessive durch magere Sicherheitsausstattung und ein schlechtes Ergebnis beim Lichttest.
Kia Sportage 2.0 CRDi
Der Blick auf die Wertungstabelle zeigt Überraschendes: Der Kia landet punktgleich mit dem Hyundai auf dem zweiten Platz. Kein Wunder - die beiden SUV aus Korea sind weitgehend baugleich. Der Kia hat eine geringfügig bessere Serienausstattung, verliert aber im Antriebskapitel ein paar Punkte, weil sein Verbrauch höher liegt. In der Abteilung Bediensicherheit schlägt er den Hyundai mit griffgünstigen Drehschaltern für die Klimaanlage sowie mit besserem Licht. Das schöne Plus auf dem Punktekonto geht aber wieder drauf, weil die Bremswerte trotz breiterer Bereifung durchweg schlechter ausfallen.
Nissan X-Trail 2.2 dCi:
Der Nissan verfehlt nur knapp jene 330 Punkte, die das Testteam als Grenze zwischen gut und befriedigend festgelegt hat. So hart kann der Mastertest sein: Allein schon eine konventionelle Instrumenten-Anordnung statt der mittig angeordneten Uhren hätte für die entsprechende Aufwertung gereicht. Die Fahrsicherheit ist durch gutmütiges Verhalten bis in den Grenzbereich geprägt, für Abstriche sorgen die nicht präzise arbeitende Lenkung und das vergleichsweise schwerfällige Handling, das auf kurvenreichen Strecken wenig vom angestrebten Personenwagen-Charakter erkennen lässt. Was die Geländegängigkeit angeht, landet der Nissan ebenso wie in den meisten anderen Kriterien im Mittelfeld.
Suzuki Grand Vitara 1.9 DDiS:
Der Suzuki spielt hier eine Sonderrolle. Er ist der Einzige, der seine Wurzeln im klassischen Geländewagen-Terrain hat. Das heißt: permanenter Allradantrieb per zentrales, zu 100 Prozent sperrbares Differenzial, dazu eine OffroadÜbersetzung, die ihn mit Minimal-Tempo und Maximal-Drehmoment durch schweres Geläuf kriechen lässt. Aber von einem handlichen, exakt definierten Fahrverhalten, wie es bei modernen Autos üblich ist, bleibt der Vitara entfernt. Das führt zu einer Abwertung: Obwohl mit 326 Punkten nur knapp hinter dem Nissan X-Trail, erhält der Suzuki nur das Prädikat "ausreichend.
Zweitbeste Punktzahl, aber letzter Platz
Honda CR-V 2.2 CDTI:
Es ist bei jedem Vergleichstest eine spannende Sache: das abschließende Addieren. Die Punkte sehen den Honda auf Platz zwei, knapp hinter dem Toyota, aber weit vor dem Mittelfeld. Das verdankt der Honda dem großzügigen Platzangebot und dem guten Qualitätseindruck. Im Antriebskapitel schlägt der Honda alle. Er erzielt nicht nur die besten Fahrleistungen, sondern er tut dies auch mit einer erstaunlichen Laufkultur. Aber dann kommt die Bremse. Hohe Beanspruchung sorgt für extremes Fading. Der Bremsweg liegt dann fast 30 Meter über den bei den Konkurrenten üblichen Werten. Aus der Traum vom zweiten Platz, die internationale Testergemeinschaft zieht die Rote Karte.






