Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Mercedes E-Klasse gegen Audi A6 und Jaguar XF

Die neue E-Klasse im ersten Fahrvergleich

Audi A6 2.0 TDI Quattro, Mercedes E 220 d, Jaguar XF 20d Foto: Achim Hartmann 51 Bilder

Viel haben wir schon gelesen über die neue E-Klasse. Jetzt dürfen wir sie endlich selbst fahren. Was kann der neue Mercedes? So schlägt sich der E 220 d gegen die Konkurrenz.

10.04.2016 Heinrich Lingner

Wahrscheinlich ist die Brücke über den Tejo nur am verkehrsarmen Sonntag der passende Ort, um sich mit der neuen Mercedes E-Klasse vertraut zu machen, während der Jaguar XF und der Audi A6 durch den spärlichen Verkehr über das längste Brückenbauwerk Europas nach Westen dümpeln. Getroffen haben sie sich kurz davor unten am Fluss, direkt am Denkmal des Dom Henrique de Avis, der zwar keine Autovermietung, doch die portugiesische Entdeckertradition, und damit die europäische Expansion des 15. Jahrhunderts begründete, hierzulande als Heinrich der Seefahrer bekannt.

Dort steht die neue E-Klasse für einen ersten Fahreindruck zur Verfügung, und zur besseren Einschätzung des Gebotenen parken zwei Konkurrenten in der Business-Oberklasse, der Audi A6 und der Jaguar XF, daneben. Vom Atlantik weht ein kräftiger kühler Wind über den Fluss, der nur ein paar Kilometer weiter in den Ozean mündet. Weiß oder Dunkelgrün, wir können wählen, der E 220 d steht in diesen beiden Farben zur Verfügung. Wir nehmen den helleren, sagt der Fotograf.

Mercedes E-Klasse ist gewachsen

Ein großes Auto ist er geworden, das wusste man ja bereits: ein paar Millimeter mehr Radstand (2.939 statt 2.874 Millimeter) und mehr Außenlänge (4.923 statt 4.868 Millimeter). Nicht viel, sollte man meinen, hier im Sonnenlicht am großen Fluss wirkt der neue Mercedes E 220 d eine Klasse wuchtiger als der Vorgänger. Auch Audi A6 und Jaguar XF stehen subjektiv viel zierlicher da, eine Wirkung, die das monumentale Mercedes-Design möglicherweise beabsichtigt. Dabei sind die Unterschiede im wahren Leben vernachlässigbar: Der Jaguar ist sogar gut zwei Zentimeter länger als der Audi und rund drei Zentimeter länger als sein Rivale von Mercedes.

Kompletten Artikel kaufen
Vergleichstest E-Klasse, Audi A6, Jaguar XF
auto motor und sport 07/2016
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 6 Seiten)
Mercedes E 220 d, SeitenansichtFoto: Achim Hartmann
Ein großes Auto ist er geworden, das wusste man ja bereits: ein paar Millimeter mehr Radstand (2.939 statt 2.874 Millimeter) und mehr Außenlänge (4.923 statt 4.868 Millimeter).

Bei so ähnlichen Maßen ist es nicht verwunderlich, dass sich das Platzangebot in den drei Business-Limousinen sehr ähnelt. Der XF scheint etwas knapper geschnitten, man sitzt tiefer und höhliger im Fond. Der Knieraum im A6 wirkt einen Hauch knapper, er hat ja auch fast drei Zentimeter weniger Radstand als der E 220 d. Zudem bietet sich der Mercedes mit der am bequemsten ausgeformten Rückbank am ehesten als Chauffeur-Limo oder Taxi an. Doch eigentlich wollten wir fahren.

Neue Motorengeneration zum Modellwechsel

Zuerst den Mercedes, der ja, wie bereits seit Längerem bekannt, mit einer neuen Generation des Oel-Motors, dem OM 654, kommt. Der Vollaluminium-Vierzylinder-Diesel startet auf sanften Knopfdruck, rauscht im Leerlauf leise vor sich hin, nur sehr gut gedämpftes Selbstzündernageln dringt ins Interieur. Leise ist er also schon mal, und kräftig scheint er nach den Werksangaben ebenfalls zu sein: 194 PS und 400 Nm Drehmoment stehen auf dem Datenblatt, beim E 220 d serienmäßig per Neungangautomatik mit den Hinterrädern verbunden.

Der Lenkradhebel klackt auf "Go", und bevor wir losfahren, seien vorab ein paar Zeilen zum Automatikwählhebel erlaubt: Bei Mercedes wanderte er ja vor einigen Jahren an die Lenksäule, damit kann man leben. Jaguar bevorzugt den großen dicken Drehknopf, das sieht cool aus, ist aber unpraktisch und nicht bediensicher, was sich zum Beispiel bei rangierintensiven Fotofahrten zum kleinen Ärgernis auswachsen kann. Konventionell und gut ist der Wählhebel dagegen im A6, warum also etwas neu erfinden, wenn das Bewährte so ordentlich funktioniert?

Weniger Hubraum, weniger Geräusch, mehr Leistung

Jetzt fährt er aber endlich, der Mercedes, beschleunigt flockig durch die Stadt, der Motor bleibt auch bei höheren Drehzahlen leise. Zudem hängt der Selbstzünder ganz dieseluntypisch fein am Gas, da hat sich der Aufwand also gelohnt. Denn Mercedes hat den OM 654 komplett neu entwickelt, er ist kleiner und leichter als sein Vorgänger, hat zudem weniger Hubraum (1.950 statt 2.143 Kubikzentimeter) jedoch eine höhere spezifische Leistung (99 statt 79 PS pro Liter Hubraum).

Audi A6 2.0 TDI Quattro, Mercedes E 220 d, Jaguar XF 20dFoto: Achim Hartmann
Im direkten Fahrvergleich ist der Komfort der luftgefederten E-Klasse eine Liga über der Konkurrenz.

Einer der Tricks, deren sich die Motorenentwickler dabei bedienten, sei hier verraten: Der neue Diesel hat eine größere Schränkung. Gemeint ist damit, dass die senkrechte Achse der Zylinder um zwölf Millimeter zur Kurbelwellenachse versetzt ist. Anders gesagt: Die Kolben sitzen nicht direkt, sondern leicht versetzt über der Kurbelwelle. Das spart Bauhöhe, sorgt für verminderte Reibung an den Laufbahnen und für geringere Geräuschentwicklung.

Jaguar XF und Audi A6 - Konkurrenz auf hohem Niveau

Auf welch hohem Niveau sich die Dieselentwicklung befindet, merkt man den beiden Konkurrenten ebenfalls an. Der Zweiliter-Diesel im Jaguar ist nicht ganz so kräftig, hat mit seinen 180 PS auch das leichtere Auto zu schleppen, er wirkt sehr lebendig, wenn auch akustisch präsenter und weniger seidig als das Mercedes-Triebwerk. Der Audi schließlich tut sich nicht schwerer, obwohl er ja zusätzlich den Quattro-Antrieb mitdrehen muss, das ist schon bemerkenswert, gleichwohl hier als Fotomodell ein A6 mit Dreiliter-TDI zu sehen ist.

Adaptivfahrwerke zählen in dieser Klasse schon länger zum - freilich meist aufpreispflichtigen - Standard. Auch da soll die E-Klasse neue Standards setzen, heißt es. Air Body Control nennt sich die neue Luftfederung, sie verfügt über je drei Luftkammern je Federbein an der Hinterachse und zwei an der Vorderachse, dadurch kann die Federrate in mehreren Stufen geregelt werden. Das Ganze kostet 2.261 Euro Aufpreis, doch nach dem ersten Fahreindruck ist es ein überlegenswertes Angebot. Der Mercedes gleitet souverän über die teils sehr holprigen Stadtautobahnen in Lissabon, verliert bei herben Querfugen nicht die Contenance und trägt so zum geschmeidigen, fließenden Fahreindruck bei.

Rückmeldungsfreudige Lenkung

Das gelingt der Konkurrenz nicht ganz so überzeugend, sowohl der Audi als auch vor allem der Jaguar federn deutlich herber, ein Eindruck der durch die weniger bequemen Sitzmöbel in beiden noch verstärkt wird. Dabei bleibt es auch, als die drei Oberklassekonkurrenten von der Stadtautobahn auf die kurvigen Bergstraßen rund um Estoril und Cascais abbiegen. Keine der drei Limousinen wirkt auf den schmalen Straßen überdimensioniert, sie sind alle drei agil, schnell, leichtfüßig.

Kleiner Vorteil hier für Jaguar und Mercedes, weil sie über die rückmeldungsfreudigeren Lenkeinheiten verfügen. Nun sind wir schon fast am Ende und haben noch gar nichts über die neuen Assistenzsysteme wie den Drive Pilot mit aktivem Spurwechselassistenten oder den aktiven Bremsassistenten mit Kreuzungsfunktion geschrieben. Beide Systeme führen die Mercedes E-Klasse ein paar Schritte weiter auf dem Weg zum autonomen Fahren und sind etwa im Fahrerassistenzpaket Plus für 2.856 Euro enthalten. Ebenso wenig kam das Widescreen-Cockpit oder die Bedienung per Touch-Tasten am Lenkrad zur Sprache. Darum werden wir uns in den nächsten Tests mit der E-Klasse intensiver kümmern, versprochen! Was es übrigens zu Heinrich dem Seefahrer noch zu sagen gibt: Er fuhr gar nicht selbst zur See, er ließ nur andere fahren.

Fazit

Toller Motor, sehr ausgewogenes, komfortables Fahrwerk: Die Mercedes E-Klasse kann beim ersten Kennenlernen mit automobilen Primärtugenden überzeugen, zudem hat sie eine komplette Armada neuester Assistenzsysteme an Bord. Der Jaguar XF wirkt neben dem komfortbetonten Mercedes fast wie ein Sportcoupé, und dem Audi A6 merkt man an, dass er bereits seit vier Jahren auf dem Markt ist.

Technische Daten
Mercedes E 220 dAudi A6 2.0 TDI QuattroJaguar XF 20d
Grundpreis47.124 €47.350 €45.060 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4923 x 1852 x 1468 mm4933 x 1874 x 1455 mm4954 x 1880 x 1457 mm
KofferraumvolumenVDA540 L530 L540 bis 885 L
Hubraum / Motor1950 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder1999 cm³ / 4-Zylinder
Leistung143 kW / 194 PS (400 Nm)140 kW / 190 PS (400 Nm)132 kW / 180 PS (430 Nm)
Höchstgeschwindigkeit240 km/h230 km/h229 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,3 s7,7 s8,1 s
Verbrauch3,9 L/100 km4,9 L/100 km4,3 L/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Neu Registrieren

Erstellen Sie ein kostenloses Profil und profitieren Sie von vielen Vorteilen

  • Zugriff auf alle technischen Daten
  • Artikel kommentieren
  • Teilnahme an Gewinnspielen
  • Schneller PDFs kaufen
  • 360° Ansichten von Autos
  • Exklusives PDF-Bonus-Programm
Kostenlos anmelden
Login mit Ihrem Profil
    Anzeige
    Audi A6, Frontansicht, Slalom Audi A6 ab 390 € im Monat Leasing & Vario-Finanzierung Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Audi A6 Audi Bei Kauf bis zu 22,94% Rabatt Jetzt Fahrzeug konfigurieren
    Kommentar schreiben

    Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
    Empfehlungen aus dem Netzwerk
    Gebrauchtwagen Angebote
    Whatsapp
    Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden