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Mercedes B 200 und Mercedes C 180 im Test

Variabel oder doch lieber klassisch?

Mercedes B 200, Mercedes C 180, Heck Foto: Hans-Dieter Seufert 21 Bilder

Stufenheck oder verschiebbare Rückbank? 30.000 oder 35.000 Euro? Mit der neuen B-Klasse hat Mercedes ein Modell aufgelegt, das C-Klasse-Interessenten nachdenklich machen könnte.

23.04.2012 Michael von Maydell

Anhänger klassischer Mercedes-Limousinen haben angesichts der Testzusammenstellung auf diesen Seiten eventuell schon weitergeblättert. Das ist zwar okay - aber möglicherweise dennoch ein Fehler. Denn mit der neuen B-Klasse wird Mercedes erwiesenermaßen nicht nur seinem Premium-Anspruch gerecht; der vanartige Kompakte mit Stern bringt auch bauartbedingt bereits viele Vorteile mit sich. Vorteile, denen insgeheim auch ein Limousinenfreund nicht abgeneigt sein kann.

Zunächst einmal ist die B-Klasse deutlich günstiger. Der hier getestete Mercedes B 200 mit dem 156 PS starken 1,6-Liter-Benziner kostet in der Sport-Ausführung 29.506 Euro. Das sind rund 5.750 Euro weniger, als Mercedes für den gleichstarken C 180 Avantgarde aufruft, und genug Ersparnis, um die B-Klasse üppigst auszustaffieren.

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Vergleichstest Mercedes B 200 und C 180 Stern-Spaltung
auto motor und sport 09/2012
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Mercedes B-Klasse mit viel größerem Kofferraum

Üppig fällt auch das Platzangebot im Inneren der Mercedes B-Klasse aus, das junge Familienväter ebenso erfreuen dürfte wie den reisewilligen Pensionär. Es mangelt weder an Kopf- noch Beinfreiheit, selbst Platz für Gepäck ist reichlich vorhanden. Statt 486 und bis 1.545 Liter kann die 23 Zentimeter längere C-Klasse lediglich mit 475 Liter und einer geteilt umklappbaren Rückbank für 309 Euro aufwarten.

Noch mehr Variabilität ermöglicht die Mercedes B-Klasse mit dem optionalen Easy-Vario-Plus-System (627 Euro). Wer es ordert, kann die Rückbank geteilt um bis zu 14 Zentimeter längs verschieben und sich ganz nach Bedarf mehr Fuß- oder Gepäckraum verschaffen (bis zu 666 Liter). Für den Transport längerer Güter ist auch der Beifahrersitz umklappbar. Dank dem cleveren Sitzkonzept lässt sich zudem die Lehnenneigung der Rückbank verstellen - so ergibt sich auf Wunsch eine sehr entspannte Sitzposition.

Bequemer Zustieg oder edles Ambiente?

Ebenfalls nicht zu verachten ist der bequeme Zustieg, denn die Türausschnitte des elf Zentimeter höheren Mercedes B 200 sind deutlich größer gefasst und damit ideal zum Kinderanschnallen oder für den leichteren Zustieg weniger gelenkiger Senioren. Um im enger geschnittenen Fond der C-Klasse Platz zu nehmen, müssen sie sich schon etwas mehr durchschlängeln. Dafür lassen sich in den körperbetont ausgeformten Sitzen längere Reisen bequemer absolvieren.

Hat sich der Besitzer für 274 Euro zusätzliche Zierelemente geleistet, verwöhnt die Limousine auch im Fond mit sauber eingefassten Holzintarsien. Damit kann die Mercedes B-Klasse ebensowenig aufwarten wie mit ähnlich hochwertigen Verkleidungen der Vordersitze und der Bereiche der unteren Mittelkonsolen. Die C-Klasse bleibt damit klar das edlere Fahrzeug, was man angesichts des hohen Grundpreises aber auch erwarten darf.

Die Unterschiede im Cockpit selbst und in der Bedienung hingegen sind marginal. Ein paar silbern beschichtete Tasten hier, ein freistehender Navi-Monitor da. Bis auf teilelektrisch verstellbare Vordersitze und eine Klimaautomatik, die nur die C-Klasse serienmäßig mit bringt, ähneln sich naturgemäß auch Ausstattung, Aufpreise und die Liste der Optionen.

Mercedes B 200 läuft deutlich kultivierter

Umso größer sind die Differenzen bei Antrieb und Kraftübertragung. Obwohl
Mercedes B 200 und C 180 nominell über die gleichen Leistungs- und Drehmomentwerte verfügen, arbeitet in der B-Klasse ein komplett neuer Turbobenziner (M270) mit 0,2 Liter weniger Hubraum, der seine Kraft an die Vorderräder leitet. Mittels weiter entwickelter Direkteinspritzung, stufenloser Nockenwellenverstellung und spezieller Hydrolager soll er in Verbrauch und Laufruhe Maßstäbe setzen.

Und tatsächlich - im direkten Vergleich mit dem nur 53 Kilogramm schwereren C 180 läuft der neue Direkteinspritzer deutlich kultivierter und sparsamer als der eher rauröhrig auftretende 1.8er. Selbst wenn der gegen Ende des Jahres vom dann längs eingebauten M270 abgelöst wird, gibt sich der Hecktriebler im Sprint und in der Elastizität noch nicht geschlagen. In der Praxis fährt der C 180 mess- und spürbar vorneweg, sammelt so kräftig Punkte und holt sich den Sieg im Antriebskapitel.

Großes Sicherheitspaket gibt es nur für die Limousine

Gleiches gilt für den gebotenen Fahrkomfort. Hier legt der geschmeidig abgestimmte Mercedes C 180 die Latte sehr hoch. Kurze Stöße absorbieren seine Dämpfer ohne Probleme, lange Wellen werden ebenso gelassen pariert. Da seine Lenkung dank Heckantrieb präziser arbeitet und nicht mit Antriebseinflüssen zu kämpfen hat, lässt er dem Mercedes B 200 hier nur das Nachsehen. Trotzdem kann man auch mit ihm entspannt verreisen. Immer vorausgesetzt, dass das Sportfahrwerk (wie beim Testwagen mit dem optionalen Sport-Paket) abgewählt ist. Denn das sorgt nur für ungebührliche Stöße, ohne die Agilität und Fahrfreude zu verbessern.

Geht es einmal zu schnell in die Kurve, werden beide vom perfekt eingestellten ESP sorgsam eingebremst. Optional und nur in Kombination mit Automatikgetrieben lassen sich Mercedes B 200 und C 180 zusätzlich mit Abstandsregeltempomaten und Spurhalteassistenten aufrüsten. In den Genuss des großen Sicherheitspakets inklusive eines aktiven Totwinkelwarners und autonom bremsenden Abstandstempomaten kommen allerdings nur C-Klasse-Käufer.

Nicht zuletzt aus diesem Grund fährt die klassische Limousine der deutlich
variableren Mercedes B-Klasse am Ende knapp davon. Der Vorsprung will allerdings teuer bezahlt sein.

Fazit

1. Mercedes C 180 Avantgarde
499 Punkte

Die überraschend flotte Limousine bietet zwar weniger Platz und Variabilität, punktet aber mit ihrem besseren Fahrkomfort, einem starken Vierzylinder und erstklassiger Verarbeitung. Der hohe Grundpreis verhindert einen größeren Vorsprung.

2. Mercedes B 200 Sport
495 Punkte

Knapper konnte eine B-Klasse noch nie an die C-Klasse heranfahren. Das Platzangebot, der kultivierte Turbobenziner und der deutlich günstigere Grundpreis machen den Kompakten interessant für alle, die einen Mercedes mit hoher Variabilität suchen und auf Flair verzichten können.

Technische Daten
Mercedes B 200Mercedes C 180 BlueEFFICIENCY
Grundpreis28.768 €35.254 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4359 x 1786 x 1557 mm4591 x 1770 x 1447 mm
KofferraumvolumenVDA488 bis 1547 L475 L
Hubraum / Motor1595 cm³ / 4-Zylinder1595 cm³ / 4-Zylinder
Leistung115 kW / 156 PS (250 Nm)115 kW / 156 PS (250 Nm)
Höchstgeschwindigkeit220 km/h225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,6 s8,5 s
Verbrauch5,9 L/100 km5,8 L/100 km
Testverbrauch8,9 L/100 km9,3 L/100 km
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