Jetzt sind sie komplett,
die drei Muskeltiere. Mit dem neuen Audi S4 hat die VW-Tochter ein viel versprechendes Konkurrenzmodell zu BMW M3 und
Mercedes C 32 AMG auf die Räder gestellt.
In der Leistung liegen die drei so dicht beieinander, als hätten sie sich abgesprochen. 344 PS beim Audi, 343 beim BMW, mit 354 PS geringfü-
gig mehr beim Mercedes. Die
Wege zu derartiger Potenz führen allerdings durch eine höchst unterschiedliche Technik-Landschaft.
Am einfachsten macht es sich auf den ersten Blick Mercedes. Der bekannte 3,2-Li-
ter-V6-Motor mit Dreiventil-
technik, der als Sauger seinen Dienst in der Großserie leistet, bekommt für die AMG-Version einen Kompressor zwischen die beiden Zylinderreihen gepflanzt.
Das von der Kurbelwelle angetriebene Gebläse setzt die Verbrennungsluft unter einen Überdruck von maximal einem bar. Vorteile des Konzepts:
vergleichsweise bescheidenes Drehzahlniveau (Nenndrehzahl 6100/min) und eine besonders füllige Drehmomentkurve.
Die M GmbH von BMW setzt auf das klassische Rennmotoren-Rezept der hohen Drehzahl. Dazu dient ein eigens für den M3 entwickelter Reihensechszylinder, der alle Merkmale ausgefeilten Motorenbaus aufweist.
Sechs Drosselklappen steuern den Gaswechsel der hoch (11,5:1) verdichteten Maschine, die Nockenwellen verfügen über variable Steuerung. Damit erreicht der Sauger fast die gleiche Literleistung wie der Kompressormotor des Mercedes, muss aber den Drehzahlgipfel bis auf eine Höhe von 7900/min stürmen. e
Die dritte Variante steuert Audi bei. Acht Zylinder statt nur sechs, rund ein Liter mehr Hubraum als bei den Triebwerken der Konkurrenz. Trotzdem sind auch dem Audi-V8, der gegenüber den bekannten 4,2-Motoren eine komplette Neukonstruktion mit kettengetriebenen Nockenwellen darstellt, hohe Drehzahlen nicht fremd. Für die Maximalleistung muss sich seine Kurbelwelle 7000 Mal in der Minute drehen.
Bei den Fahrleistungsmessungen hat der neue Audi zunächst einmal das Nachsehen. Er schleppt, serienmäßig mit Allradantrieb ausgerüstet, das mit Abstand höchste Gewicht mit sich herum. Bei ihm muss jede Pferdestärke fünf Kilogramm in Bewegung setzen. Beim Mercedes sind es 4,7 Kilogramm, beim BMW als leichtestem Konkurrenten sogar nur 4,6 Kilogramm.




