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Mercedes C-Klasse T-Modell im Vergleichstest

T-Modell gegen Avant und Touring

Audi A4 Avant 1.8 TFSI, BMW 320i Touring, Mercedes C 200 T, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

Die Limousinen-Ausführung der Mercedes C-Klasse setzte sich im Vergleichstest knapp gegen den BMW 3er durch. Wie schlägt sich das neue T-Modell als C 200 mit 184-PS-Benziner gegen die deutschen Premium-Konkurrenten Audi A4 Avant 1.8 TFSI und BMW 320i Touring?

06.10.2014 Heinrich Lingner

Manchmal muss man einfach das Offensichtliche tun, auch wenn es sehr vorher sehbar erscheint. Beispielsweise die Kombiversion der neuen Mercedes C-Klasse mit ihren Dauerrivalen Audi A4 Avant und BMW 3er Touring vergleichen. Und weil die Limousine der C-Klasse im letzten Vergleichstest gegen den 3er als Diesel antrat, sind nun die Benzinmotoren dran.

Im Falle des Mercedes heißt das: C 200 T mit Sechsgang-Schaltgetriebe und 184 PS. Diese Ausführung steht ab genau 38.080 Euro ist der Preisliste, für etwas weniger Geld (ab 35.244 Euro) gibt es den 156 PS starken C 180, der erschien der Redaktion im Vergleich zur Konkurrenz jedoch etwas untermotorisiert. Für 2.499 Euro ließe sich der C 200 mit der 7G-tronic aufrüsten, doch die ist erst ab Dezember 2014 verfügbar. Weshalb er diesen Vergleichstest mit Sechsgang-Schaltgetriebe antritt.

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Vergleichstest Kombis Audi A4, BMW 320, Mercedes C
auto motor und sport 20/2014
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170 PS kann der Audi A4 Avant mit dem 1.8 TFSI seit dem Facelift von 2011 aufbieten, dieser ist gleichzeitig der Einstiegsbenziner beim A4-Kombi. Er ist auf Wunsch (2.200 Euro extra) auch mit der ungeliebten Multitronic lieferbar, doch auch der A4 kommt als Schalter zum Test. Er ist übrigens mit Abstand der älteste (seit 2007 auf dem Markt) und preiswerteste Kombi (ab 35.550 Euro) in diesem Vergleichstest. Etwas teurer ist jedenfalls der BMW 320i Touring mit ebenfalls 184 PS, zumal wenn er wie der Testwagen mit der Achtstufenautomatik ausgerüstet ist. Dann kostet er mindestens 37.850 Euro. Ein 320i mit Sechsgang-Schaltgetriebe stand leider nicht zur Verfügung.

Das bringt dem BMW zwar ein paar Punkte bei der Bewertung von (unter anderem) Getriebeabstufung oder Durchzugsvermögen, schlägt sich andererseits aber auch in der Kostenwertung nieder.

Mercedes C 200 T-Modell ist das teuerste Auto im test

In jener kann auch der C 200 nicht brillieren, er ist ausstattungsbereinigt das teuerste Auto des Trios. Der Listenpreis ist ja nur ein Teil der Wahrheit, beim Testwagen auf diesen Seiten summieren sich die im Fahrzeug verbauten Sonderausstattungen und der Grundpreis auf genau 58.887,15 Euro. Sehr viel Geld, selbst wenn man es nicht in fiktive D-Mark umrechnet.

Ein kleiner Trost mag es dem Mercedes-Freund sein, dass der Testwagenpreis bei den Konkurrenzmodellen ähnlich hoch ausfiel. Nicht in diesem Preis inbegriffen ist im Übrigen der Mercedes-Stern auf der Motorhaube. Der ist für Traditionalisten im Paket Exclusive Exterieur für 1.249,50 Euro enthalten. Alle anderen Varianten, auch die Avantgarde-Ausstattung des Fahrzeugs auf diesen Seiten, tragen den Stern diskret im Grill. Immerhin lässt dieser sich (gegen 300 Euro Aufpreis) extra beleuchten.

Doch das nur am Rande. Viel wichtiger ist ja, was der C-Kombi nun kann. Er sieht schon mal ausgesprochen gut aus. Was in dieser Fahrzeugklasse ja nicht verkehrt ist, denn bekanntlich kaufen viele Leute Kombis, weil sie die hübscher finden als die entsprechenden Limousinen. Viel Platz hat er natürlich auch, selbst wenn das schiere Raumangebot in der Premium-Mittelklasse nicht die höchste Prioriät hat. So bleibt das neue T-Modell auf dem Niveau des Vorgängers, mit fast 500 Litern Norm-Kofferraum und 1.510 Litern Maximalvolumen. Der Praxisversuch mit real existierenden Koffern zeigt, dass in den Mercedes genauso viele Gepäckstücke passen wie in den A4 und den 3er.

Doch mit seiner großen Hecköffnung, dem gut handhabbaren Rollo und der Fernentriegelung der Rücksitzlehnen lässt sich der Mercedes besonders gut und einfach beladen. Die Zuladung ist mit 489 kg etwas knapper als bei der Konkurrenz (Audi 512, BMW 518 kg), doch der Unterschied ist gering, und vier Personen samt Gepäck dürften in den seltensten Fällen mehr wiegen. Dass sie sich wohlfühlen an Bord des C-Kombis, dafür sorgen die guten Sitze. Anders als bei Audi und BMW gibt es keine optionalen Sportsitze, doch das ist hier gar nicht nötig, mit den Sitzkomfort-Paketen lassen sich die Seriensitze optimieren.

Das Fahrwerk des Mercedes bietet jedenfalls reichlich Dynamikpotenzial, um die Insassen in die Sitzwangen zu drücken. Mit der Airmatic mit Agilitätspaket für 1.416 Euro (nicht zu verwechseln mit dem serienmäßigen Agility-Control-Fahrwerk), wirft sich der Kombi so vehement um die Ecken, als wäre er auf einer Rennstrecke unterwegs. Topzeiten bei den Fahrdynamik-Tests sind der Lohn für die knackige Fahrwerks- und Lenkungsabstimmung. Wenn's doch zu schnell wird, drängt das Heck aber merklich nach außen, bevor das ESP eingreift. Trotz Luftfederung überzeugt der Mercedes C 200 T beim Fahrkomfort nicht ganz. Besonders mit hoher Beladung reagiert er unwirsch auf grobe Unebenheiten, vor allem wenn die sich kurzer Folge wiederholen. Zudem leidet das Abrollen unter den optionalen 18-Zöllern. Die helfen dafür beim Bremsen: Hier ist der C 200 spitze.

Was es zu Motor und Antrieb zu sagen gibt? Der Zweiliter-Turbo ist mit einem Testkonsum von 8,2 Litern je 100 km sparsam und bietet gute Fahrleistungen, ohne allerdings mit motorischen Sekundärtugenden zu glänzen. Er gibt sich etwas dröhnig, zerrt eher lustlos am Antriebsstrang und wirkt zudem auf der Autobahn zu lang übersetzt. Vielleicht setzt sich der Antrieb mit der 7G-tronic ab Dezember besser in Szene.

BMW 320i verbraucht mehr als der Mercedes

Wie das ein wenig besser geht, demonstriert BMW mit dem gleich starken 320i-Triebwerk. Das ist zwar ebenfalls kein Ausbund an Laufruhe und Kultiviertheit, wirkt dafür lebendiger und drehfreudiger. Dazu trägt jedoch – auch das sei fairerweise gesagt – das feine Automatikgetriebe bei.

Allerdings ist der Treibstoffverbrauch merklich höher, wobei die drei Kandidaten hier recht nahe beisammenliegen: Mit einem Testmittel von 8,9 Litern verbraucht der BMW am meisten, 0,7 Liter mehr als der Mercedes, doch kaum merklich mehr als der Audi (8,8 Liter). Erfahrungen im Testbetrieb zeigten zudem, dass alle drei – vorausschauend gefahren – mit Verbräuchen um die sechs Liter auskommen können.

Überhaupt scheinen sich die früher markentypischen Eigenschaften immer mehr zu verwischen. Der BMW ist zwar das agilste und handlichste Auto im Vergleich, zudem jenes mit der sensibelsten Lenkung, doch die Unterschiede werden geringer. Immer noch eine Klasse für sich ist das Bedienkonzept mit dem nochmals verfeinerten iDrive-Rad. Da ist auch Mercedes mit der Bedienung in der C-Klasse nichts Gleichwertiges eingefallen.

Im Raumangebot spielt der Dreier der Modellgeneration F30/31 nun auch in derselben Liga wie die Konkurrenz. Das gilt ebenso für das Ladevolumen und die Zuladung. Kühlschranktransporte sind zwar nach wie vor nicht die Domäne des Dreier, doch die dreiteilig vorklappenden Lehnen und das traditionelle separat zu öffnende Heckfenster samt der Fußbetätigung der ebenfalls serienmäßigen elektrischen Heckklappe machen ihn zu einem sehr praxistauglichen Kombinationskraftwagen. Das führt unterm Strich zu einer Punktegleichheit mit dem Mercedes C, beide liegen am Ende genau sechs Punkte hinter dem Überraschungssieger A4.

Ausgewogener Audi

Für Insider ist es vielleicht dann doch keine ganz so große Überraschung. Denn der Audi überzeugt einmal mehr mit seiner Ausgewogenheit. In keiner relevanten Disziplin erlaubt er sich eine ausgeprägte Schwäche, hat jedoch unübersehbare Stärken.

Eine davon ist der Motor: Der 1.8 TFSI, in dieser Form seit Mitte 2011 im Audi, zeigt auch in diesem Test, wie gut moderne Turbo-Vierzylinder sein können. In Verbrauch und Fahrleistungen ist er zwar nicht besser als die Konkurrenz-Triebwerke, dafür überzeugt er mit anderen Qualitäten: Er hängt gut am Gas, dreht freier und spontaner hoch und klingt dabei weniger dröhnig. All das kann man für nebensächlich halten, doch der Audi- Motor ist der einzige in diesem Test, der einen ein wenig vergessen lässt, dass in dieser Klasse vor einiger Zeit Fünf- und Sechszylinder üblich waren.

Womit wir beim Komfort wären, einer weiteren A4-Stärke, die im Übrigen beweist, dass ein sauber abgestimmtes Stahlfedern-Fahrwerk sich vor all dem Adaptivgedämpfe und der Luftfederei nicht zu verstecken braucht. Zwar spricht das Serienfahrwerk des Audi nicht so fein an wie das Optionsfahrwerk (1.100 Euro) des Dreier und federt lange Wellen nicht ganz so geschmeidig aus wie die Luftfedern der Mercedes C-Klasse, doch es verkraftet hohe Zuladung und grobe Unebenheiten besser. Und vermittelt zudem ein geschmeidiges, sicheres Fahrgefühl.

Bei der Verarbeitungs- und Materialqualität kann dem Audi ohnehin keiner etwas vormachen. Alles passt perfekt, die Türen schließen satt, die Spaltmaße sind gewohnt gleichmäßig. Der Innenraum wirkt nicht so hip wie jener der C-Klasse und weniger durchdesignt als der des Dreier. Dafür verzeiht man ihm gern die Schwächen des nicht mehr ganz aktuellen MMI.

So gewinnt der A4 Avant also, nicht weil er so viel besser abschneidet als die Konkurrenten, sondern weil er in allen Kapiteln gleichmäßig gut ist. Kein Grund jedoch, bei Mercedes oder BMW die Köpfe hängen zu lassen. Der Abstand ist gering, mit anderen Antriebsversionen könnte der nächste Vergleichstest ganz anders ausgehen.

Finanzierungs-Check: Der Audi A4 ist am günstigsten

In diesem Vergleich stellt der Audi A4 Avant 1.8 TFSI das Schnäppchen dar. Er ist nicht nur günstiger in der Anschaffung als der BMW 320i Touring und das Mercedes C 200 T-Modell, für ihn gibt es auch bessere Finanzierungskonditionen und höhere Rabatte.

Bei Mercedes hat sich etwas getan: Zwar ist das neue C-Klasse T-Modell bei vergleichbarer Ausstattung bis zu 4.500 Euro teurer in der Anschaffung als die Konkurrenten von Audi und BMW, doch bei den Finanzierungskonditionen kann der Kombi mithalten. Bei einem Kilometer- Leasing (20 Prozent Anzahlung und 15.000 km/Jahr) ist das Auto rund 90 Euro im Monat günstiger als der 320i Touring und gerade mal knapp 30 Euro teurer als der A4 Avant. Das kann sich sehen lassen. Doch wer nach einem Schnäppchen sucht, für den ist der Audi ein Tipp. Zum einen sprechen die günstigen Finanzierungskonditionen dafür, zum anderen die hohen Rabatte im Handel. Der Nachlass fällt mehr als dreimal so hoch aus wie beim neuen Mercedes. Gegenüber dem BMW beträgt der Unterschied nur fünf Prozent.

Fazit

1. Audi A4 Avant 1.8 TFSI
505 Punkte

Mit solider Karosserie, komfortablem Fahrwerk und sahnigem TFSI-Motor gelingt es dem A4 Avant, die Konkurrenz ganz knapp zu distanzieren.

2. BMW 320i Touring
499 Punkte

Zu den Stärken des 320i Touring zählen das handliche Fahrwerk und die guten Fahrleistungen. BMW-typische Motor- Reize bietet er nicht.

3. Mercedes C 200 T
499 Punkte

Der uninspirierte Motor und kleine Schwächen beim Komfort kosten den C 200 T den Sieg. Top sind Sicherheitsausstattung und Bremsen.

Technische Daten
Mercedes C 200 TBMW 320i TouringAudi A4 1.8 TFSI
Grundpreis40.579 €41.650 €34.900 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4702 x 1810 x 1457 mm4624 x 1811 x 1429 mm4701 x 1826 x 1427 mm
KofferraumvolumenVDA490 bis 1510 L495 bis 1500 L480 bis 962 L
Hubraum / Motor1991 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder1798 cm³ / 4-Zylinder
Leistung135 kW / 184 PS (300 Nm)135 kW / 184 PS (270 Nm)125 kW / 170 PS (320 Nm)
Höchstgeschwindigkeit235 km/h228 km/h230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,7 s7,5 s8,1 s
Verbrauch5,5 L/100 km6,1 L/100 km5,7 L/100 km
Testverbrauch8,2 L/100 km8,9 L/100 km8,7 L/100 km
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