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Mercedes E 200 gegen VW Passat

Wie groß ist der Klassenunterschied?

Mercedes E 200 CDI T Elegance, VW Passat Variant Blue TDI Highline, beide Fahrzeuge, Seitenansicht, Stadt Foto: Achim Hartmann 30 Bilder

Der Mercedes E 200 CDI T kommt in der Anschaffung einen ganzen Kleinwagen teurer als ein ähnlich großer und starker VW Passat Variant Blue TDI. Doch ist der Teure auch so viel besser, oder kann der Variant das T-Modell vom Sockel stoßen?

16.06.2011 Dirk Gulde

Sämtliche Vergleichstests gewonnen, den Aufstand des kleinen Bruders Jetta fachmännisch abgebügelt und sich souverän an die Zulassungsspitze der Mittelklasse gesetzt: An Selbstbewusstsein mangelt es dem VW Passat Variant derzeit nicht.

Kein Wunder, dass er mit aufgepepptem Interieur und einer Armada an Assistenzsystemen seit seiner Renovierung heimlich eine Klasse höher schielt.
 

Doch hat der VW Passat Variant Blue TDI tatsächlich das Zeug dazu, Mercedes-Fahrer ins Grübeln zu bringen? Beim Blick in die Preisliste auf jeden Fall: Selbst als Highline und mit adaptiven Dämpfern ist der VW Passat Variant Blue TDI 10.000 Euro günstiger als ein vergleichbarer Mercedes E 200 CDI T. Da lässt sich das nicht ganz so luftige Raumgefühl in Reihe zwei ebenso verkraften wie ein paar Liter weniger Kofferraumvolumen.

Ausgetüftelte E-Klasse, umständlicherer Passat

Für den Urlaub zu viert reichen Platz und Zuladung locker aus. Und soll mal richtig eingepackt werden, lässt sich ja immer noch die Rückbank des VW Passat Variant Blue TDI flachlegen, was jetzt auch per Knopf vom Kofferraum aus geht. Eine ebene Ladefläche ergibt sich jedoch erst, wenn die Sitzfläche hochgestellt wird, wofür zuvor die Kopfstützen herausgefummelt werden müssen.

Das kann der Mercedes E 200 CDI T besser. Dank Federmechanismus genügt ein Griff, und schon macht die Fondgarnitur Platz für einen riesigen, stufenfreien Ladeboden mit stattlicher Öffnung. Schwäbischen Tüftlergeist lassen dabei die Vordersitze erkennen, die ein Stück vorsurren, um der Rückbank nicht im Weg zu stehen.

Dass es seit den Siebzigern die Karriere des Kombis vom Kastenwagen zum Freizeitaktivisten beflügelt, zeigt das T-Modell auch in der aktuellen Generation: So hebt der Mercedes E 200 CDI T sein Gepäckraumrollo beim Beladen an, geht mit einer herausnehmbaren Klappbox zur Hand und sorgt über den bis in die Heckklappe hinein verlegten Kuschelteppich für Wohnzimmer-Ambiente.

Offensichtliche Klassenunterschiede im Innenraum

Überhaupt spielt der Mercedes E 200 CDI T qualitativ in einer anderen Liga. Weiche Kunststoffe schmeicheln Fingerspitzen ebenso wie offenporiges Dekor-Holz, während gusseiserne Türscharniere Trutzburg-Gefühle wecken.

Beim VW Passat Variant Blue TDI kommt hingegen selbst im unteren Bereich des Armaturenbretts Hartkunststoff zum Einsatz, wird die Uhr von Plexiglas geschützt und mogeln sich schwarze Lautsprechergitter ins ansonsten braun gehaltene Interieur. Angesichts der Preisdifferenz jedoch keine Überraschung.

Dass sich auch beim Komfort ein Klassenunterschied auftut, überrascht schon eher. Während Passagiere im Mercedes E 200 CDI T von Motor und Fahrwerksgeräuschen entkoppelt über die löchrigsten Provinz-Pisten schweben, lässt sich der Zustand der Asphaltschicht im VW Passat Variant Blue TDI ganz gut einschätzen. Und das, obwohl er unter seinesgleichen sonst nur Lob für seine adaptiven Dämpfer einheimst.

330 Nm liegen knapp über Leerlauf an

Bestens zum erhabenen Fahrgefühl des Mercedes E 200 CDI T passt seine indirekte, jedoch stoßarm und gefühlvoll agierende Hydraulik-Lenkung, ebenso die weich und niemals hektisch schaltende Fünfstufen-Wandler-Automatik. Wozu auch Unruhe über hohe Drehzahlen reinbringen, schließlich liegen schon knapp über Leerlauf 330 Nm an. Die Zeiten, in denen 200-Diesel-Fahrer einen Backstein aufs Gaspedal legten und sich hinter den Brummis einreihten, sind längst passé.

Aus der lethargischen Vorkammer-Ära ist beim 2,1-Liter nur das gemütliche Verbrennungsgeräusch geblieben, ansonsten passt der mit 136 PS schwächste E-Klasse-Motor perfekt zum gelassenen Gleiter.

Wendiger VW Passat Variant Blue TDI

Der nahezu gleichstarke, aber über drei Zentner leichtere VW Passat Variant Blue TDI kann ihm jedenfalls nicht davonfahren. Mit seiner leichtgängigen und direkten Elektro-Lenkung wedelt er dafür spür- und messbar schneller durch enge Kehren und Pylonen-Reihen.

Bis in den Grenzbereich kaum untersteuernd, fühlt sich der VW Passat Variant Blue TDI dabei kompakter an, als er ist. Den dynamischen Eindruck verstärkt sein zackiges Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe, das den Übersetzungswechsel inzwischen ebenfalls mit drehmomentwandlerischer Geschmeidigkeit vollzieht. Darüber hinaus fährt der VW Passat Variant Blue TDI über einen halben Liter sparsamer.

Mit seinem Start-Stopp-System läuft der VW Passat Variant Blue TDI in der Stadt nur, wenn er gebraucht wird, und nutzt seinen Schwung auf der Autobahn über eine Segelfunktion, die im Schiebebetrieb auskuppelt. Durch aufwendige Harnstoff-Einspritzung mit zusätzlichem SCR-Katalysator erfüllt er zudem bereits heute Euro 6. E-Klasse- Fahrer müssen bei den kleinen Vierzylindern hingegen noch bis Sommer auf die drehzahlsenkende Siebengang-Automatik mit Start-Stopp-System warten.

Saftige Aufpreise für Mercedes E 200 CDI T

Auch wegen seines geringeren Durstes bleibt der VW Passat Variant Blue TDI klar das günstigere Auto. Zum niedrigeren Anschaffungspreis kommen kleinere Aufpreise für Extras: So verlangt Mercedes für eine Metallic-Lackierung fast doppelt so viel wie VW, ein Navi kostet ab 1.499 statt 830 Euro.

Bei großzügiger Ausstattung geht die Kostenschere also nochmals weiter auseinander, weswegen der pragmatische VW Passat Variant Blue TDI den in vielen Bereichen edleren Mercedes E 200 CDI T in der Endabrechnung fast noch einholt. Dass der übermütige Ausflug nach oben jäh gestoppt wurde, dürfte Passat-Fahrer daher nicht wirklich um den Schlaf bringen.

Fazit

1. Mercedes E 200 CDI T Elegance
529 Punkte

Mercedes E 200 CDI T: Seinen hohen Preis rechtfertigt das geräumige E-Klasse T-Modell mit erlesenem Fahrkomfort und einer bis ins Detail liebevoll verarbeiteten und praktischen Karosserie.

2. VW Passat Variant Blue TDI Highline
524 Punkte

VW Passat Variant Blue TDI: Auch der wesentlich günstigere Passat Variant bietet jede Menge Platz und fährt sich ausgesprochen agil. Sein Abstand bei Komfort und Qualität überrascht allerdings.

Fazit

Mercedes E 200 CDI T: Seinen hohen Preis rechtfertigt das geräumige E-Klasse T-Modell mit erlesenem Fahrkomfort und einer bis ins Detail liebevoll verarbeiteten und praktischen Karosserie.

VW Passat Variant Blue TDI: Auch der wesentlich günstigere Passat Variant bietet jede Menge Platz und fährt sich ausgesprochen agil. Sein Abstand bei Komfort und Qualität überrascht allerdings.

Technische Daten
VW Passat Variant 2.0 TDI BMTMercedes E 200 CDI T BlueEFFICIENCY
Grundpreis38.650 €47.172 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4771 x 1820 x 1516 mm4895 x 1854 x 1512 mm
KofferraumvolumenVDA603 bis 1731 L695 bis 1950 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder2143 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (350 Nm)100 kW / 136 PS (330 Nm)
Höchstgeschwindigkeit220 km/h203 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,6 s11,1 s
Verbrauch5,2 L/100 km5,3 L/100 km
Testverbrauch7,7 L/100 km
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