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Mini One und Fiat 500 1.2 8V Ecolog

Zwei stylische Kleinwagen im Vergleichstest

Mini One Foto: Achim Hartmann 32 Bilder

Eine neue Einstiegsmotorisierung mit 75 PS holt den Mini aus der Glitzerwelt der Lounge-vernarrten Lieblingskunden in die Realität abwrackprämiengestützter Verkäufe - und sie erlaubt einen rationalen Vergleich mit dem Fiat 500.

28.08.2009 Jens Dralle

Es ist ein Jammer. Da parken Mini One und Fiat 500 vor fast jedem schicken Altstadt-Mietshaus und den angesagtesten Cafés der Metropolen, ohne dass sich ihre Besitzer zwischen Designermöbeln und Latte Macchiato Gedanken darüber gemacht hätten, was ihr Auto - außer gut aussehen - eigentlich leisten kann. Schließlich war es meist das Design, das zur Unterschrift auf dem Kaufvertrag führte. Dabei wollen beide Kleinwagen auch aus rationalen Gründen ernst genommen und nicht nur auf ihr Äußeres reduziert werden.

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Doppeltest Fiat 500 Ecolog, Mini One
auto motor und sport 18/2009
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Fiat 500 ist günstiger

Der Preis war bislang bei beiden nicht gerade hilfreich. Doch mit der neuen 75-PS-Version des Mini One reduziert sich das Ticket für den Einstieg in die Welt des Mini um 1.000 auf 15.200 Euro. Er empfiehlt sich so durchaus als attraktiver Kandidat für die Investition der Abwrackprämie. Verglichen mit dem Fiat 500, der in Lounge-Version inklusive Ecolog-Paket zum Vergleich angetreten ist, bedeutet das allerdings noch immer einen stattlichen Aufschlag von 2.200 Euro - die bessere Ausstattung des Italieners noch nicht berücksichtigt. Klimaanlage, Leichtmetallräder, Lederlenkrad und mehr schaffen eine preisliche Distanz, die in etwa der Strecke zwischen München und Mailand entspricht. Und das alles nur, weil Mutterkonzern BMW irgendwann behauptet hat, der Mini sei Premium.

Das Interieur im günstigen Mini One spricht nicht an

Im Interieur verheimlicht er dies jedenfalls weitgehend. Vor allem die Bedientasten im übertrieben großen Tacho-Bullauge und die Drehräder der Audioanlage wirken wie aus einem Spielzeugauto - einem schlechten obendrein. Die Mittelkonsole und die Türverkleidungen zeigen ebenfalls, dass es sich bei dem Testwagen um das preiswerteste Modell der Baureihe handelt. Doch egal, wie viel Geld man für einen Mini One ausgibt, die Materialien werden nicht wirklich besser. Stattdessen vermittelt er den Insassen ein luftiges Raumgefühl, zumindest auf den vorderen Plätzen. Durch die steil stehende A-Säule bleibt die Windschutzscheibe weit vorne, das gerade auslaufende Dach schafft Platz über den Köpfen der Fondinsassen. Wo sie allerdings ihre Beine unterbringen sollen, erklärt noch nicht einmal das Handbuch. Dabei sei der Mini One ein Viersitzer, behauptet BMW. Der Hersteller sagt aber nicht, dass dies nur bis zu einer bescheidenen Körpergröße gilt.

Die Rücksitzbank des Fiat 500 eignet sich nur zum Gepäck-Transport

Auch Fiat 500-Eigner wären für einen Hinweis dankbar, wie groß ihre Mitfahrer sein dürfen - oder ob die Rückbank ausschließlich für den Gepäcktransport vorgesehen ist. Hier fehlt es nicht nur an Bein-, sondern auch an Kopffreiheit, da der kürzere Fiat 500 sein knappes Dach flacher auslaufen lässt. Auf den vorderen Plätzen bringt die Kugel-Form dagegen mehr Luft für das neueste Werk des Lieblings-Friseurs. Aus der aufrechten Sitzposition kann man sich gelassen auf die Suche nach den einzelnen Instrumenten begeben, denn die sind entweder schlecht ablesbar oder kaum aufzufinden. Für den Drehzahlmesser gilt sogar beides, obwohl er angesichts des spritzig wirkenden Motors eigentlich unentbehrlich ist.

Der 1,2-Liter Motor im Fiat 500 legt sich ins Zeug

Kaum ist das Gaspedal angetippt, legt sich der 1,2 Liter große Vierzylinder ins Zeug, um den im Vergleich zum Mini One 115 Kilogramm leichteren Fiat 500 in Schwung zu bringen. Und dann findet man sie doch: Heimlich witscht die Nadel des Drehzahlmessers im Kombiinstrument die Skala entlang, mahnt zum Hochschalten. Mit dem griffgünstig positionierten Schalthebel lässt sich fix und leicht der nächste Gang reinschnippen, jedoch nicht besonders präzise. Seine Drehfreude kommt dem Triebwerk auch in den höheren Gängen nicht abhanden, obwohl es bei Betrachtung der Messwerte den Zweitürer über zwei Sekunden schlechter beschleunigt, als die Werksangabe verspricht.

Mini One klarer Sieger bei der Elastizitätsmessung

Trotz des stattlichen Mehrgewichts und nur sechs zusätzlichen PS kommt der Mini One deutlich flotter voran. Mit einer Beschleunigung von null auf 100 km/h in 13,9 Sekunden überbietet er die Werksangabe um sieben Zehntel, nimmt dem Fiat 500 sogar stolze 1,4 Sekunden ab. Beinahe schon dramatisch werden die Unterschiede bei der Elastizitätsmessung, denn in dieser Disziplin kann der Mini One den Vorteil seines eng gestuften Sechsganggetriebes und des etwas höheren Drehmoments voll ausspielen. Im fünften Gang beschleunigt er 7,5 Sekunden schneller als der Fiat 500 aus Tempo 80 auf 120 km/h. Schade nur, dass es niemand merkt.

Der Mini One giert nach Kurven

Der Mini One-Vierzylinder klingt zwar eine Nuance sportlicher, langweilt aber mit seiner zähen, völlig unmotivierten Arbeitsweise wie ein ausgelutschter Werbeslogan. Unterdessen lechzt das Fahrwerk nach mehr, doch es kommt nichts. Dabei wird die teure Hinterachse mit Doppelquerlenkern spielend mit der dreifachen Leistung fertig. Das merkt man auch der Basisversion an, spätestens wenn man die Großstadt hinter sich lässt. Trotz schmaler 175/65 R 15-Räder giert der Mini One nach Kurven, um in ihnen auf Anhieb die richtige Linie zu finden. Der Fahrer braucht sie nur mit der exakten Lenkung vorzugeben. Richtig Spaß macht das allerdings nur, wenn es bergab geht - erst dann passt die Geschwindigkeit.

Das Mini One-Fahrwerk überzeugt im Vergleichtest

Dem Fiat 500 ist das Tempo ziemlich schnuppe, denn Kurven mag er nur in seiner Karosserie, nicht auf der Straße. Das liegt vor allem an seiner Lenkung, die zwar keine Stöße, aber auch nicht die wirklich wichtigen Informationen von der Fahrbahn weitergibt. Für Lastwechsel ist der Fiat 500 ebenfalls immer offen, Schlimmeres muss dann das früh eingreifende ESP regeln. Der Fahrer hockt unterdessen hilflos eine gefühlte Etage höher als im Mini One auf kaum Seitenhalt bietenden Sitzen und kann die nächste Gerade kaum erwarten. Dort torpediert die nervös stuckernde Vorderachse alle Hoffnungen auf einen guten Federungskomfort. Verschlechtert sich der Straßenzustand, verfällt das Fahrwerk in blinden Aktionismus, der die Karosserie ständig in nicht vorhersehbaren Bewegungen hält.

Mini One und Fiat 500 verbrauchen zu viel

Allmählich dämmert es dem Fiat-Käufer, warum der Mini One in der Anschaffung mehr Geld gekostet hätte. Immerhin bringt das dem Italiener, der seine Sympathien dem flegelhaften Fahrwerk opfert, einen deutlichen Vorsprung im Kosten-Kapitel ein. Dazu trägt nicht zuletzt der Verbrauch bei, der im Testdurchschnitt mit happigen 6,8 Litern knapp einen halben Liter unter dem des Mini One liegt. Selbst der Minimalverbrauch, der bei beiden trotz der Start-Stopp-Automatik 5,2 Liter pro 100 Kilometer beträgt, ist für diese Wagen- und Leistungsklasse alles andere als zukunftsweisend. Ausgewachsene Mittelklasse-Limousinen erreichen inzwischen ebenfalls solche Werte.

Der 75-PS Mini One ist nur etwas für Optik-Käufer

Der geringere finanzielle Einsatz, den der Fiat 500 verlangt, kann allerdings nur vordergründig ein rationales Argument sein, denn ein rundum gutes Auto bekommt der Käufer dafür nicht. Andererseits rechtfertigt der Mini One seinen happigen Zuschlag nur zum Teil durch sein hervorragendes Fahrwerk. Vom zähen 75-PS-Motor wird es jedenfalls nicht gefordert. Allein für Käufer, die den One Mini nur auf sein Äußeres reduzieren, wird er durch den Spar-Motor wirklich attraktiver.

Fazit

1. Mini One
444 von 650 Punkten Punkte

Selbst mit der schwächsten Motorisierung kommt beim Mini One Fahrfreude auf, obwohl sich das Fahrwerk wegen Unterforderung langweilt. Die größere Karosserie und das Design schaffen mehr Luft im Innenraum, der höhere Grundpreis und die magere Serienausstattung im Geldbeutel. Die Verbrauchswerte des zähen 75-PS-Triebwerks sind enttäuschend.

2. Fiat 500 1.2 8V Ecolog
409 von 650 Punkten Punkte

Mehr Emotionen für weniger Geld sind im Kleinwagen- Segment derzeit nicht zu bekommen. Rationale Vorteile bietet der Fiat 500 dagegen kaum. Fahrverhalten und Federungskomfort sind Welten vom Mini One entfernt, der Motor täuscht seine Spritzigkeit nur vor.

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Technische Daten
Mini OneFiat 500 1.2 8V
Grundpreis15.200 €12.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3699 x 1683 x 1407 mm3546 x 1627 x 1488 mm
KofferraumvolumenVDA160 bis 680 L185 bis 610 L
Hubraum / Motor1242 cm³ / 4-Zylinder
Leistung55 kW / 75 PS (120 Nm)51 kW / 69 PS (102 Nm)
Höchstgeschwindigkeit175 km/h160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h13,2 s12,9 s
Verbrauch5,3 L/100 km5,1 L/100 km
Testverbrauch7,2 L/100 km7,1 L/100 km
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