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Mitsubishi Galant Kombi 2000, Peugeot 406 Break 2.0 16 V, VW Passat Variant 1.8 5V

Der neue VW Passat Variant trifft auf zwei Konkurrenten, die ebenfalls erst seit kurzer Zeit auf dem Markt sind: Mitsubishi Galant Kombi und Peugeot 406 Break. Im Vergleichstest die Versionen mit Benzinmotoren zwischen 1,8 und zwei Liter Hubraum.

02.04.2003

Sehr gut, aber eben auch etwas teurer. So präsentierte sich in der Vergangenheit üblicherweise die Beurteilung deutscher Autos, die in einem Vergleichstest gegen ihre Konkurrenten aus dem Ausland antreten mußten. Doch die Zeiten ändern sich. Der Preisvorteil, mit dem die Importeure Kunden ködern konnten, schmilzt allmählich zur Marginalie zusammen. Die deutschen Hersteller haben endlich kapiert, daß die Masche mit den endlosen Aufpreislisten nicht mehr läuft – sie bieten ordentlich ausgestattete Autos an, zu Preisen, die nicht mehr nennenswert von denen der Importware abweichen. Die drei getesteten Beiträge zum Markt der Mittelklassekombis, der Mitsubishi Galant, der Peugeot 406 und der brandneue VW Passat, liefern dafür ein gutes Beispiel.

Die Basisversion des Volkswagens kostet mit der hier getesteten Motorisierung (1,8 Liter, 125 PS) 40 550 Mark, mit der Ausstattung Trendline, die der Testwagen besaß, sind es 42 000 Mark. Auf deren Bestandteile, Sportsitze, Lederlenkrad und elektrische Fensterheber auch hinten, kann man allerdings guten Gewissens verzichten. Der Peugeot liegt als ST-Variante (Zweiliter, 132 PS) bei 38 800 Mark. Angesichts der nochmals besseren Sicherheitsausstattung des Passat, der serienmäßig mit Sidebags ausgerüstet ist, relativiert sich dessen Mehrpreis. Rechnet man die generell empfehlenswerte Klimaanlage dazu, erhöht sich der Passat- Preis um 1990 Mark. Der Peu- geot-Käufer, der im Sommer gern gut gekühlt unterwegs sein will, zahlt 2450 Mark extra.

Der Galant Kombi, wie der Passat mit Sidebags versehen, beweist, daß der einstige Preisvorteil japanischer Autos dahin ist. Der Mitsubishi ist sogar der teuerste in diesem Vergleich. Der Basispreis der Version mit zwei Liter Hubraum und 136 PS: 41 990 Mark. Mit Klimaanlage, aber dafür dann ohne Schiebedach, steht er mit 43 190 Mark in der Preisliste. Wer beides will, findet 44 690 Mark auf der Rechnung, wobei preistreibend dazukommt, daß Mitsubishi nur eine kostspielige Klimaautomatik im Programm hat. Dennoch: Es offenbaren sich keine Differenzen, über die es sich in dieser schon recht anspruchsvollen Preisklasse ernsthaft zu diskutieren lohnt.

Nicht finanzielle Überlegungen müssen die Entscheidung bringen, sondern allein die Güte des Produkts. Verarbeitung und Qualität der Karosserie zählen zu den auf Anhieb sichtbaren Kriterien, die zu diesem Komplex gehören. Und da hat der Passat gleich einmal die Nase vorn. Allein schon die optische Anmutung der im Innenraum verwendeten Materialien, aber auch deren makellose Verarbeitung rufen den – von VW ausdrücklich gewünschten – Eindruck hervor, in einem Auto der Oberklasse zu sitzen. Gewiß, auch der Peugeot und der Mitsubishi lassen keine gravierenden Mängel erkennen. Ihre Karossen überzeugen durch steife Struktur und verursachen selbst auf sehr schlechter Straße keine Klappergeräusche.

Im Peugeot nähert sich dabei der Qualitätseindruck dem vom Passat gesetzten Maßstab mehr an als im Mitsubishi, dessen Interieur knisternde Laute von sich gibt, wenn es über schlechte Straßen geht. Auch die Sitzbezüge, die bei hohen Temperaturen der Transpiration förderlich sind, erreichen bei beiden Konkurrenten nicht die VW-Qualität; die Gepäckraumabdeckung ist beim Peugeot von der billigeren Sorte, was sich auch in der umständlicheren Handhabung niederschlägt. Das Umklappen der Rücksitze erfordert generell nur wenige Handgriffe und geringen Kraftaufwand. Die Sitze selbst wiederum bieten im Passat die höchste Bequemlichkeit und die beste Seitenführung – auch wenn es sich dabei nicht um die Sportsessel der Trendline-Variante handelt.

Im Mitsubishi stört die nachgiebige Polsterung, im Peugeot die zu geringe Höhe der Rücksitzlehne. Die Ergonomie der Bedienungselemente läßt bei keinem gravierende Mängel erkennen. Die Tugend der säuberlichen Ordnung beweist vor allem das Cockpit des VW. Der Peugeot und – mit kleinen Einschränkungen, die den Bedienungsmodus der Klimaanlage betreffen – der Mitsubishi verkneifen sich aber ebenfalls gewöhnungsbedürftige Eigenheiten. Was paßt hinein – diese Frage hat bei Kombis natürlich Priorität. Der Peugeot gibt dabei der Konkurrenz das Nach sehen, in sein gut nutzbares Gepäckabteil lassen sich nach VDA-Norm 526 Liter verstauen, womit er den VW (495 Liter) geringfügig und den Mitsubishi (420 Liter) deutlich übertrifft. Dessen Laderaum leidet unter den weit hereinragenden Radkästen, die den Transport sperriger Gegenstände behindern können. Werden die Rücksitze, die bei allen dreien asymmetrisch geteilt sind, vollständig umgeklappt und das Ladevolumen bis unters Dach genutzt, gebührt wiederum dem 406 (1741 Liter) der erste Platz, gefolgt vom Passat mit 1600 und vom Galant mit 1400 Litern.

Die mögliche Zuladung (470 Kilogramm beim Mitsubishi, 428 beim Peugeot und 435 beim VW) erscheint angesichts der Größe der Laderäume eher vorsichtig bemessen – wohl auch im Hinblick darauf, daß in dieser Klasse eine Niveauregulierung an der Hinterachse noch nicht zu den serienmäßigen Selbstverständlichkeiten zählt. Volle Zuladung verkürzt also zwangsläufig die zur Verfügung stehenden Federwege, was den Passat allerdings wenig beeindruckt. Seine ausgewogene Federung bewährt sich auch unter erschwerten Bedingungen. Nur auf sehr groben Bodenwellen kann es vorkommen, daß sie mit einem harten Ruck auf die Anschläge geht. Der Peugeot schluckt lange Bodenwellen etwas geschmeidiger als der VW, zeigt aber leichte Schwächen auf kurzen Unebenheiten, die sich in Form stuckernder Bewegungen auf die Karosserie übertragen.

Der Mitsubishi läßt erkennen, daß die Abstimmung der Dämpfer zu weich geraten ist. Das äußert sich in langhubigen Vertikalbewegungen und verstärkt sich bei hoher Belastung. Wer vorn sitzt, hat darunter weniger zu leiden als die Passagiere auf der Rücksitzbank, die über robuste Magennerven verfügen sollten. Weniger gravierend, aber immerhin deutlich spürbar, fal- len die Unterschiede in den Fahreigenschaften aus. Das Thema der problemlosen Beherrschbarkeit im Grenzbereich verliert bei modernen Frontantriebsfahrwerken zunehmend an Bedeutung – was für den Fahrer aber jederzeit spürbar wird, auch wenn er sich mit an den normalen Straßenverkehr angepaßten Geschwindigkeiten bewegt, sind Differenzen in den Handling-Eigenschaften. Wiederum setzt sich da der VW Passat besonders vorteilhaft in Szene, mit einer außerordentlich präzisen Lenkung und einem nur mäßig ausgeprägten Untersteuern auch auf nasser Straße.

Beladung beeinträchtigt die Fahreigenschaften nicht, die Fahrsicherheit bleibt unverändert hoch. Auch am Peugeot gibt es nicht viel zu kritisieren. Seine Lenkung vermittelt einen vorzüglichen Fahrbahnkontakt, erfordert aber bei zunehmender Querbeschleunigung erhöhte Lenkkräfte, die der Handlichkeit nicht dienlich sind. Außerdem neigt er bei voller Zuladung mehr als der VW dazu, mit dem schweren Heck nach außen zu drängen. Der Mitsubishi fällt in der Bewertung der Fahreigenschaften deutlicher zurück. Seine Lenkung wirkt besonders um die Mittellage indifferent, auf nasser Straße neigt er in Kurven stark zum Schieben über die Vorderräder. Voll beladen verliert er viel von seiner Gutmütigkeit. Ein plötzliches Ausweichmanöver, bei dem der erschreckte Fahrer zu allem Überfluß auch noch das Gas wegnimmt, läßt das Heck mit Nachdruck ausschwenken. Auch die Bremsen, die zwar kein gravierendes Fading zeigen, aber schon kalt weniger gute Verzögerungswerte liefern als die von VW und Peugeot, sorgen beim Mitsubishi für Punkteinbußen. Diese Schwächen kann der Galant auch mit seinem feinen Motor nicht ausgleichen.

Sein Vierzylinder verfügt als einziger über zwei Ausgleichswellen, und das macht sich in der Laufkultur höchst positiv bemerkbar. Im oberen Drehzahlbereich zwischen 5000 und 6000/min, wo die Motoren von VW und Peugeot ein sehr kerniges Arbeitsgeräusch von sich geben, summt das Mitsubishi-Triebwerk noch leise wie eine Nähmaschine. Die muntere Leistungsentfaltung trägt ebenfalls zum positiven Gesamteindruck bei, der allerdings von den zu hohen Verbrauchswerten beeinträchtigt wird. Der Peugeot-Vierzylinder übertrifft den von Audi stammenden Motor des Passat, der über Fünfventiltechnik verfügt, in der Spritzigkeit des Antritts. Auch ist seine Geräuschentwicklung bei hohen Drehzahlen weniger lästig. Kein Zweifel: Mit dem 125 PS-Motor, der im unteren Drehzahlbereich schlapp wirkt, liefert der Passat einen der wenigen Kritikpunkte an einem ansonsten vorzüglichen Auto. Die guten Allroundqualitäten sind es denn auch, die dem neuen Passat eine souveräne Spitzenposition nach Punkten sichern. Der Abstand zum zweitplazierten Peugeot wäre sogar noch größer ausgefallen, wenn dessen Preis nicht so attraktiv wäre. Der Mitsubishi unterstreicht als teuerster, daß ihn das Marketing nach dem Wegfall des Sigma gern in der nächsthöheren Klasse sehen möchte. Aber dann darf eben nicht nur der Preis premium sein.

Fazit

1. VW Passat Variant
602 Punkte
2. Peugeot 406 Break
564 Punkte
3. Mitsubishi Galant Kombi
543 Punkte
Technische Daten
VW Passat Variant 1.8 5VMitsubishi Galant Kombi 2000Peugeot 406 Break 2.0 16V
Grundpreis23.575 €21.913 €20.912 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4669 x 1740 x 1496 mm4680 x 1740 x 1495 mm4725 x 1760 x 1450 mm
KofferraumvolumenVDA495 bis 1600 L420 bis 1400 L526 bis 1741 L
Hubraum / Motor1781 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung92 kW / 125 PS (168 Nm)100 kW / 136 PS (178 Nm)97 kW / 132 PS (180 Nm)
Höchstgeschwindigkeit200 km/h200 km/h196 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h11,1 s10,0 s11,2 s
Verbrauch8,7 L/100 km8,4 L/100 km9,5 L/100 km
Testverbrauch9,6 L/100 km10,9 L/100 km10,1 L/100 km
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