Mitsubishi Pajero 3.2 Di-D, Nissan Patrol GR 3.0 DI, Toyota Landcruiser 90 3.0 TD

Geländewagen, die diese Bezeichnung auch wirklich verdienen, treten hier zum Vergleich an: Mitsubishi Pajero, Nissan Patrol und Toyota Landcruiser. Alle drei besitzen kräftige Turbodiesel-Motoren.

Die Geländewagen-Klassiker der drei großen japanischen Hersteller Mitsubishi, Nissan und Toyota dürfen als treffliche Beispiele für die automobile Evolution auf dem Sektor der Offroader gelten. Der Nissan Patrol vertritt dabei die Lehre der Steinzeit. Mit seinem wie aus dem Vollen geschnitzten Leiterrahmen, den schweren Starrachsen und dem zuschaltbaren Allradantrieb bedient er sich der klassischen Bauweise des Ur-Jeeps. Aber es sind auch moderne Ansätze zu finden: Schraubenfedern etwa und neuerdings ein direkteinspritzender Vierzylinder-Diesel mit drei Liter Hub­raum. Dazu, man höre und staune, obenliegende Nockenwellen und Vierventiltechnik.


Toyotas Landcruiser 90, direkter Epigone eines als unverwüstlich geltenden Klassikers, hat die vordere Starrachse abgelegt und durch eine Querlenkeraufhängung ersetzt. Außerdem besitzt er einen permanenten Allradantrieb mit sperrbarem Zentraldifferenzial. Nur sein drei Liter großer Turbodiesel, ebenfalls ein Vierzylinder, zeigt mit zwei Ventilen pro Zylinder und Wirbelkammer-Einspritzung noch Merkmale einer fast schon vergangen geglaubten Zeit.

Die jüngste und auch modernste Konstruktion stellt der Mitsubishi Pajero dar. Statt des separaten Rahmens weist er eine selbsttragende Karosserie auf, seine Räder sind rundum einzeln aufgehängt. Er bietet seinem Fahrer die Wahl zwischen reinem Heckantrieb, permanentem Allradantrieb und gesperrtem Vierradantrieb. Sein neuer Turbodiesel ist mit 3,2 Liter Hubraum der größte in der Runde, aber auch er begnügt sich mit nur vier Zylindern. Mit Vierventiltechnik und Direkteinspritzung verfügt er über ähnliche konstruktive Merkmale wie der Motor des Nissan Patrol. Trotz der konstruktiven Unterschiede gehören alle drei noch zu den in der Wolle gefärbten Geländewagen.

Von den weichgespülten Salon-Offroadern, die in der Neuzeit entstanden sind und die sich auf Asphalt am wohlsten fühlen, trennt sie jener breite Graben, der nur mit kurz übersetzten Reduktionsgetrieben und sperrbaren Hinterachsdifferenzialen zu überwinden ist. Aber auch solche Geländewagen werden ihr Dasein meist auf der Straße fristen. Nicht die höchste Geländegängigkeit, sondern großzügiges Platzangebot und gute Zugwagen-Eigenschaften stehen ganz oben auf der Wunschliste der Käufer, die solch vierschrötige Naturburschen einer komfortablen Limousine vorziehen. In beiden Kriterien haben der Mitsubishi und der Nissan die Nase vorn. Sie dürfen Hänger mit über drei Tonnen an den Haken nehmen, der Toyota begnügt sich mit 2,8 Tonnen. Und sie bieten den Vorzug einer dritten Sitzreihe, die ihre Transportkapazität auf bis zu sieben Personen erhöht. Zusammengeklappt stehen die Zusatzsitze beim Nissan sperrig im Kofferraum, während sie beim Mitsubishi platzsparend im Boden verschwinden. Dennoch gilt auch für Geländewagen dieser Größenordnung: Wer seine Mitfahrer liebt, begrenzt ihre Zahl auf drei.

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Götz Leyrer

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