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Nissan GT-R und Porsche 911 Turbo im Test

Duell der Supersportler auf der Nordschleife

Wenn sich der Nissan GT-R mit seinem 486 PS starken Biturbo-V6 plus Allradantrieb vor dem Porsche Turbo breitmacht, wird es eng. Ob der Japaner bis zum Schluss vorn bleibt? Ein Test auf Straße und Rennpiste.

Bilder
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Foto: Hans-Dieter Seufert

Nissan GT-R und Porsche Turbo im Infight.

Nissan GT-R und Porsche Turbo im Infight.
Nissan GT-R und Porsche Turbo im Infight. Die Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h eint die beiden K... Im Sprint ist der Porsche schneller. Der sauber abgestimmte Allradantrieb und die hohe Neutral... Bei den Elastizitätsmessungen schiebt sich der Porsche a... Die Keramikbremse kostet beim Porsche 8.711 Euro extra. Der Nippon-Racer steht mit 83.500 Euro in der Preisliste. Damit ist er fast 60.000 Euro günstiger als der Porsche ... Vier wuchtige Auspuffendrohre am Heck. Auf der Nordschleife weist der Nissan GT-R den Porsche in... Er umrundet die 20,8 Kilometer lange Strecke in einer Zei... Das Gesamtpaket aus Allradantrieb, Stabilitätsprogramm u... Sportbereifte 20-Zöller. Monster-Endrohre in vierfacher Ausfertigung am Heck. Harmonisch: 3,8-Liter mit Doppelkupplungsgetriebe. Bequeme, zu hoch montierte Vordersitze. Nissan Cockpit mit wenig Sportwagen-Flair aber solider Ve... Der nach Wunsch konfigurierbare, einfach zu bedienende Be... Auf der Rückbank bietet der Nissan Kleingewachsenen etwa... Das Kofferraumvolumen liegt mit 315 Litern deutlich über... Die Zuffenhausener Sportwagen-Ikone schöpft aus 3,6 Lite... Das maximale Drehmoment von 620 Nm liegt bei 1.950 Touren... Für den Sprint auf Tempo 100 benötigt der Tubro 3,7 Sek... Auf der Nordschleife muss er die Konkurrenz aus Japan zie... Dennoch hat der Porsche Turbo in jeder Lebenslage mehr al... Die 19-Zöller sind mit Michelin Pilot Sport bespannt. Aufpreispflichtige Sportsitze mit elektrischer Wangenvers... Gepflegte Tradition mit perfekter Ergonomie im Porsche. Klassisches Runduhren-Layout mit digitalem Zusatztacho un... Der Kofferraum ist im Vergleich zum Nissan winzig: 105 Li... 3.600-Kubik-Boxer mit Trockensumpfschmierung und VTG-Ladern.

Wäre der Nissan GT-R ein Schuh, bräuchte er eine verstärkte Spitze. Warum? Na, damit er möglichst vielen Supersportlern schmerzfrei in den Hintern treten kann. Mit 486 PS, Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb. Für 83.500 Euro inklusive Vollausstattung mit Stereoanlage (ab September zusätzlich mit Navigation), Lederausstattung und Adaptiv-Dämpfern. Ein genauso gut ausgestatteter Porsche 911 Turbo kostet rund 60.000 Euro mehr - bei vergleichbaren Leistungsdaten. Aber in Top-Zirkeln zählen nicht nur Daten, sondern auch Emotionen. Und die sollen beim GT-R laut Designchef Shiro Nakamura an einen animierten Roboter erinnern: "Es scheint, als ob man mit dem GT-R ein Videospiel bestreitet."

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Doppelkupplungsgetriebe im Nissan GT-R

Ein Statement, das bei Porsche nicht einmal die erste Filterstufe der Presseabteilung passiert hätte. Die Japaner pflegen halt ein unverkrampfteres Verhältnis zum Mikroprozessor. Buchstäblich ablesbar am Info-Bildschirm in der Mittelkonsole. Dort durften die Schöpfer der Gran Turismo-Videospiele ein Bildschirmmenü kredenzen, das traditionellen Sportwagen-Fans den Magen herumdreht. Doch der Playstation-Generation - zum Teil bereits mit grauen Schläfen ausgestattet - schmeckt es.

Sie dreht wissenshungrig am Regler, tippt auf den Berührungsbildschirm, jauchzt über die Anzeige von Quer,- Beschleunigungs- und Verzögerungskräften (G-Force), Getriebeöl-Temperatur oder Ladedruck. Wesentliches bekommt der etwas hoch auf seinen ausladenden Sitz gebettete Fahrer von übersichtlichen Rundinstrumenten geboten. Allerdings scheint es schwieriger, übersichtliche Markierungen bis jenseits 300 km/h auf eine Skala zu bekommen, als das Tempo selbst zu erreichen. Denn hat der Nissan erst einmal das ruckartige Einkuppeln des Doppelkupplungsgetriebes (Borg Warner) inklusive mechanischen Spiels hinter sich, wandelt er sanft wie mit einem konventionellen Automaten durch die sechs Stufen. Nur schneller - und manuell mit griffigen Paddeln an der Lenksäule schaltbar.

Der Nissan GT-R zeigt optische Präsenz

Und der von einem Mechaniker per Hand montierte 3,8-Liter-V6 spielt leise summend mit, dröhnt höchstens um 2.500/min tiefbassig mit seinen Gassäulen. Dafür beweist das Getriebe beim festen Tritt aufs Gaspedal die Lernfähigkeit eines Border-Collies. Hat es den Nissan eben noch mit zweitausendundeinpaar Umdrehungen dahindämmern lassen, schaltet es nun so fix runter, dass es den 1,8-Tonner wie am Bungeeband davonreißt.

Bei vergleichbarer Geräuschkulisse: Denn obwohl die vier Monster-Endrohre links und rechts vom Diffusor wie der Rest der GT-R-Karosserie an jeder Nacht-Tanke den Chef geben, bleibt der Sound im solide gemachten, aber etwas aseptisch wirkenden Innenraum dezent, kommunikationsfördernd. Wenn den Passagieren nicht gleich die Luft wegbleibt. Denn so geschmeidig die sechs Kolben durch ihre plasmabeschichteten Buchsen flitzen, so vehement nimmt der ganze Nissan selbst vertrackte Landstraßen in Angriff

Der Porsche Turbo ist leichter als der Nissan GT-R

Aber halt: So leicht gibt sich ein Turbo-Elfer nicht geschlagen. Schließlich hat er einen Ruf zu verteidigen. Tanzte er zu Beginn seiner Karriere noch mit einem Viergang-Schaltstock ums tiefschwarze, bitterböse KKK-Turboloch herum, mimt der aktuelle den 480 PS starken Grandseigneur. Nicht nur wegen der sportlich-geschmackssicheren Innneinrichtung und der perfekten Sitzposition. Auch die angeraute Stimme mit dem hypnotischen Pfeifen bemüht sich im Porsche 911 Turbo um Atmosphäre.

Trotz verstellbarer Laderschaufeln konnte der trockensumpfgeschmierte 3.600-Kubikzentimeter-Boxer seinen kleinen Durchhänger unter 3.000/ min nie ganz loswerden. Danach entschädigt er jedoch mit einer himmlischen Leistungs- und Drehmomentwolke. So kann der Porsche 911 Turbo den Angriff des Nissan GT-R mit mehr Drehmoment bei weniger Gewicht kontern. Wobei der Porsche auch vom zögerlichen Volllast-Anfahrverhalten des GT-R profitiert. Ursprünglich mit einer Launch Control sowie der Aussicht auf Zeiten um 3,6 Sekunden bis Tempo 100 konzipiert, strapazierten einige Fans den Sprint-Modus samt Antriebsstrang derart, dass Nissan dieses Feature wieder rauswarf.

Beiden bleiben gutmütig

Nicht weiter schlimm, wenn man die Leistung - wie auch beim 911 Turbo - fast immer und überall nutzen kann. Anders als andere, teils spitz abgestimmte, hinterradgetriebene Mitglieder der Supersport-Clique bleiben beide prinzipiell gutmütig. Mit leichten Vorteilen für den Nissan, bei dem der Allradantrieb noch schlüssiger mit Stabilitätsprogramm und Gewichtsverteilung paktiert. Auf agiles Einlenken ohne störendes Untersteuern folgt neutrales Kurvenverhalten. Erst bei starkem Leistungseinsatz und reduziertem ESP-Eingriff drückt der 4,65-Meter-Bolide kalkulierbar mit dem Heck. Selbst nasse Pisten können den Elan des mit speziellen 20-Zoll-Dunlops bereiften GT-R kaum mindern. Beim Porsche 911 Turbo missfällt hingegen die teils willkürlich wechselnde Kraftverteilung zwischen Hinter- und Vorderachse.

Dafür wirkt der GT-R auf unregelmäßig zerfurchten Oberflächen steifbeiniger. Einseitige Unebenheiten regen ihn zum Kippen um die Längsachse an, was die Lenkpräzision beeinträchtigt. Hier bleibt der Porsche komfortabler, beherrschbarer. Dem Piloten fällt es leichter, die avisierte Linie zu halten. Dafür bringen den Porsche 911 Turbo aufeinanderfolgende Wellen nachhaltig aus der Ruhe. Speziell bei hohem Tempo, wenn die insgesamt komfortabel ausgelegten adaptiven Dämpfer Richtung straff stellen, dringen Stöße nicht nur zu den Insassen durch, sondern bringen Unruhe in die ganze Fuhre.

Nissan GT-R und Porsche Turbo auf der Nordschleife

Beispiel Nürburgring-Nordschleife: Auf der Kuppe an der Quiddelbacher Höhe etwa entlastet die Hinterachse des Porsche derart, dass die Insassen bis zur folgenden Rechtskurve bei Tempo 210 eine mehrsekündige Praxis-Vorlesung zum Thema kammscher Kreis erhalten. (Zusammenhang zwischen Brems- und Seitenführungskraft).

Der Nissan versucht dagegen, die Gesetze über die Massenträgheit zu widerlegen, scheint mehrere Zentner abgeworfen zu haben. Dabei hat er mit seinem Transaxle-Prinzip (Getriebe vor der Hinterachse samt Kohlefaser- Kardanwelle) nur an der Verteilung gearbeitet. Der GT-R klebt förmlich am Boden, schiebt in Kurven erst spät über alle vier Räder, baut massig G-Kräfte auf. Porsche-Piloten müssen das Lasso bei deaktiviertem ESP früher auswerfen, um das spontan drängende Heck einzufangen. Andererseits bremst der Turbo mit seiner 8.711 Euro teuren Keramikbremse nach mehreren Runden Nordschleife noch genauso wie nach der ersten.

Der Nissan GT-R überholt den Porsche 911 Turbo

Nissan-Piloten müssen ihre Bremspunkte unter Extrembedingungen fadingbedingt nach vorn verlegen und sonst lediglich die bis in ungesunde Regionen steigende Getriebeöl-Temperatur im Blick behalten. Den Porsche Turbo haben sie ja bereits überholt - im Test und auf der Piste.

Basisdaten
Marke Nissan Porsche
Modell GT-R 911Turbo
Baujahr 01/2009 05/2006
Grundpreis 81.800 Euro 145.953 Euro
Motorbauart V-Motor
Zylinderzahl 6 6
Hubraum 3799 cm³ 3600 cm³
Leistung 486 PS (357 kW) bei 6400 U/min 480 PS (353 kW) bei 6000 U/min
max. Drehmoment 588 Nm bei 3200 U/min 620 Nm bei 1950 U/min
Schadstoffeinstufung Euro 4 Euro 4
CO2-Ausstoß 298 g/km 326 g/km
Schaltung automatisch automatisch
Gänge 6 5
Marke Dunlop SP Sport 600 Michelin Pilot Sport
Reifen (vorn) 255/40ZR20Y 235/35 ZR 19
Rädergröße (vorn) 9,5 J x 20 8,5 J x 19
Reifen (hinten) 285/35ZR20Y 305/30 ZR 19
Rädergröße (hinten) 10,5 J x 20 11 J x 19
Wertungen

1. Nissan GT-R

493 Punkte von 650 Punkten

Sein massig-poppiger Auftritt täuscht: Der schwere und durstige GT-R begeistert mit ordentlichem Komfort, agilem Handling, harmonisch-kräftigem Antrieb sowie hoher Fahrsicherheit. Ein ambitionierter Budget-Sportler für alle Tage, der nicht nur wegen des günstigen Preises, sondern auch wegen des enormen Tempo-Potenzials gewinnt.

2. Porsche 911 Turbo

465 Punkte von 650 Punkten

Teuer, aber sein Geld wert: Der 911 Turbo gibt den hochklassigen Gran Turismo. Er schiebt brachial, federt kompetent, lenkt präzise und verzögert standfest. Das passt im Alltag wie auf der Piste, obwohl die Kraftverteilung des Allradantriebs Feinschliff vertragen könnte.

Autor: Jörn Thomas
Kann der Nissan GT-R dem Porsche Turbo das Wasser reichen?


Felices | 10.02.2010, 12:29 Uhr

@lexani

Du schriebst das nur prolleten einen Turbo fahren sagst aber im selben Satz das nur auf den gt-r geachtet wird. Widerspruch in sich grade weil der Porsche nicht auffällig ist hat er so viele Fans die prolleten würden eher einen lambo oder halt deinen achsotollen gt-r fahren

der gtr ist vom Prinzip her wirklich ein tolles auto aber die qualitat lässt in der Umsetzung zu wünschen übrig damit meine ich nicht carbon hier und da sondern auch Sicherheit weil beim gtr muss man ja Angst haben das er nach 10min Vollgas auseinander bricht

jaja | 10.02.2010, 10:08 Uhr

das ist der Test, der schon letztes Jahr war es glaube ich gemacht wurde. Gleicher Text gleiches Endergebnis.
Kein Plan was AMS los ist, aber anscheinend gehen denen die Artikel aus. Hab glaube sogar noch die alte AMS rumliegen, in der der Bericht drin war. Der neue Porsche Turbo hat 500 PS und ist fahrtechnisch wieder vor dem Nissan, nur preislich hinkt er noch Meilenweit hinterher.
Und ein neuer Test müsste eh mit dem zukünftigen Porsche Turbo S gemacht werden, da dieser das neue Spitzenmodell der Zuffenhausener ist ^^

Oke. | 10.02.2010, 09:41 Uhr

Langsam wirds peinlich für AMS

man muss sich langsam fragen ob AMS irgendetwas von Nissan bekommt ?!
Zum X-ten Mal wird hier der alte Turbo zum Vergleich herangezogen.
Warum wird das immer wieder aufgewärmt und kein aktuelles 911 Turbo - Modell herangezogen?
Gerade wenn wir von der Nordschleife reden (Rennstrecke für Langstreckenrennen) müsste AMS doch viel kritischer mit der schlechten Haltbarkeit des Nissan ins Gericht gehen.
Nissan bekommt es doch nicht mal hin die Launch - Kontrol serienreif zu bekommen.. Immer wieder Berichte um eine heiss gewordene Kupplung usw..
Nein für mich stellt sich hier eindeutig klar, dass alles versucht wird um den Nissan in den Olymp zu heben.
Anders lässt sich dieses Vorgehen nicht erklären..

Benni S. | 10.02.2010, 01:35 Uhr

Sehr schade, dass der alte 911 Turbo und nicht der neue 911 Turbo 2nd Gen zum Test herangezogen wurde. AMS hat doch bereits mehrfach die Möglichkeit gehabt den 911 Turbo 2nd Gen zu Testen ...

Importcars | 09.02.2010, 13:17 Uhr

Info bezüglich langlebigket des Nissan Gt-R.
Bei Service km Stand 90.000 wurden bei über 30% starke Verschleiss erscheinungen im Verteilergetriebe sowohl auch bei Schweispunkten an der HA aufhängung festgestellt!!
Zudem hab ich die Informatio das die verwendeten Metalle einen höheren verunreigungsgrad aufweisen, dh. das ein höherer %satz an Altmetall zugemischt wird, das wiederum die korrossion und materialermüdung beschleuningt.
Sämliche Achsaufhängungen sind um ca. 17%´leichter aber auch schwächer augelegt als bei Porsche.
Allerdings wurde der Motor sehr grosszügig konstruiert, dieser hat noch grosse reserven bis zur verschleiss/nutzen grenze. Was aber im Verhältniss zur alterung der restlichen bewegende teile nicht viel nützt!
Speziell wenn das auto gefordert wird sind diese sehr rasch hervorzurufen.
Dies bergründet eine teil des preisunterschiedes, der andere teil das hart über jahre erarbeitete Image.

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