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Vier Mittelklasse-Kombis im Test

Nissan Primera Traveller 2.0, Opel Vectra Caravan 2.0 16 V, Peugeot 406 Break 2.0 16 V, Renault Laguna Grandtour 2.0 16 V

Die Mittelklasse-Kombis sind auf dem besten Weg, die entsprechenden Limousinen in der Gunst der Kunden zu überholen. Im Vergleich vier Exemplare, die sich durch besonders hohen Gegenwert auszeichnen.

02.04.2003

Wer es schafft, beim Autokauf der Vernunft den Vorrang zu geben, der landet fast zwangsläufig beim Kombi. Kein Konzept bietet einen besseren Kompromiss zwischen Nutzwert, Fahrleistung und Ökonomie.

Hinzu kommt, dass die Autos mit dem praktischen Kastenheck meist nur wenig mehr kosten als die entsprechenden Limousinen. Besonders vernünftig ist es, sich in der 40 000-Mark-Klasse umzusehen, denn hier erwarten den Kombi-Interessenten bereits ausgewachsene Exemplare, die sich durch hohen Gegenwert auszeichnen. Die für diesen Vergleich getroffene Auswahl belegt das. Zum Listenpreis von nur 40 900 Mark bekommt man bereits den stattlichen Peugeot 406 Break in der mittleren Ausstattungsvariante Prémium und mit dem 135 PS starken Zweilitermotor. Konkurrent Renault fährt den Laguna Grandtour auf, der als Zweiliter mit 139 PS schon etwas mehr kostet (45 000 Mark), aber mit der besonders üppigen Concorde- Ausstattung gekoppelt ist. Wie gewohnt locken auch die japanischen Anbieter mit attraktiven Angeboten. Beispiel Nissan: Den frisch überarbeiteten Primera gibt es als 2.0 Traveller (Kombi) mit 140 PS schon für 40 390 Mark.

Preiswerte Kombis kommen aber auch aus deutschen Landen: 44 s240 Mark berechtigen zum Erwerb eines Opel Vectra Caravan 2.0 (136 PS) in der gehobenen Comfort-Version. Schon der erste Blick auf die Runde offenbart, dass sich die französische Abordnung in anderen Dimensionen bewegt. Peugeot und Renault sind nicht nur außen deutlich größer als ihre Konkurrenten, sondern auch innen. Das gilt ganz besonders für den Laguna, dem man seinen Raumvorteil schon ansieht. Das Ladevolumen erfüllt denn auch die Erwartungen: Das hohe, steil abgeschnittene Heck des Grandtour schluckt bis zu 1782 Liter, die sich dank der großzügigen Innenhöhe und der minimalen Intrusionen der Radhäuser in den Laderaum bestens nutzen lassen. Auch sonst meint es Renault gut mit seinen Kombi- Kunden. Da dürfen es auch schon mal ein paar Weinfässer sein, die im Heck verstaut werden, denn mit seiner enormen Zuladung von 773 Kilogramm verkraftet der Laguna auch Schwerlasten.

Im Kombivergleich ist er damit einsame Spitze und deklassiert selbst den ladefreundlichen Peugeot, der immerhin 695 Kilogramm erlaubt. Im Normalfall dürfte das freilich ebenso ausreichen wie der bis zu 1741 Liter große Laderaum des 406. Allerdings ist die Nutzbarkeit des Volumens wegen der geringeren Innenhöhe und der weniger steil abfallenden Heckpartie etwas eingeschränkt. Dafür gibt es den Peugeot als Einzigen in dieser Klasse auf Wunsch mit einer zusätzlichen, im Ladeboden versenkbaren Sitzbank (Aufpreis: 1000 Mark), die ihn bei Bedarf in einen Siebensitzer verwandelt. Im Vergleich zu den französischen Großraumspezialisten nimmt sich das Ladepotenzial der Konkurrenten bescheiden aus, auch wenn es in den meisten Fällen vollauf genügen dürfte. Das trifft besonders auf den Opel zu.

Obgleich er nur 1490 Liter schafft, lässt er sich dank seiner vorteilhaften Laderaumabmessungen gut bestücken und knausert auch mit der Zuladung (555 Kilogramm) nicht.

So unterscheidet er sich positiv vom Nissan, der zwar auf dem Papier im Vorteil ist, aber mit einem niedrigen, zerklüfteten Ladeabteil aufwartet und schon mit 421 Kilogramm die Grenzen des Zulässigen überschreitet.

Der Platzvorteil von Peugeot und Renault zeigt sich auch, wenn die Kombis im Familienmodus mit aufgestellter Rückbank benutzt werden. Im Laguna verbleibt dann unter der soliden Kofferraumabdeckung ein ordentliches Restvolumen von 520 Liter, und die Fondpassagiere genießen eine Raumfülle wie in keinem der Konkurrenten. Auch sonst sitzt es sich gut, denn die großzügig bemessenen Sitze sind ausgesprochen komfortabel. Nur an die hohe Sitzposition hinter dem Lenkrad muss man sich erst gewöhnen. Der Peugeot-Innenraum,obgleich keineswegs beengt, ist spürbar knapper geschnitten, vor allem was die Kopffreiheit betrifft.

Auch der Sitzkomfort erreicht nicht ganz das Niveau des Renault. Einige Testfahrer klagten über Rückenschmerzen infolge der ungünstig geformten Rückenlehne. Gegenüber der zierlicher dimensionierten Konkurrenz ist der 406 in Sachen Karosseriekomfort aber immer noch klar im Vorteil. Im Fond, aber auch vorn, wirken Nissan und Opel eine ganze Nummer kleiner. Beide taugen nur im Notfall als Fünfsitzer. Was den Sitzkomfort betrifft, so bieten sie ein akzeptables Mittelmaß: hinten eher bescheiden, vorn ganz manierlich. Beim Opel stört allerdings die zu hohe Sitzposition auf den etwas schmal geratenen Vordersitzen. Der Nissan irritiert mit seiner umständlichen Sitzhöhenverstellung und dem für Großgewachsene zu geringen Verstellbereich. Ansonsten präsentieren die vier Kombis das, was man in der Mittelklasse heute als guten Durchschnitt bezeichnen kann. Sie sind sauber und solide verarbeitet und überzeugen durch hohe Funktionalität und problemlose Bedienbarkeit. Die Unterscheide beschränken sich auf Details. So neigte die Karosserie des Laguna- Testwagens auf schlechten Straßen zu Knarzgeräuschen.

Auch die triste Plastiklandschaft im Cockpit wirkt nicht gerade einladend, ein Vorwurf, den sich auch der Nissan gefallen lassen muss. Im Opel und im Peugeot geht es etwas wohnlicher zu. Lästig bei allen: Nach dem Vorklappen der Rücksitzlehnen liegen die demontierten Fondkopfstützen mangels Ablagemöglichkeit lose im Laderaum. Dass sich der oben erwähnte gute Durchschnitt in puncto Ausstattung in letzter Zeit erheblich verschoben hat, beweist die Liste der serienmäßigen Extras. Dachreling, elektrische Fensterheber vorn und die Zentralverriegelung mit Fernbedienung gehören bei den Mittelklassekombis inzwischen zum guten Ton.

Auch die Klimaanlage wird nicht mehr gesondert berechnet, wobei Peugeot, Renault und Nissan sogar mit einer automatischen Regelung aufwarten. Die beiden Franzosen offerieren außerdem noch Cassettenradios mit Fernbedienung am Lenkrad. Front- und Seitenairbags vorn sind bei allen vorhanden, auf zusätzliche Sicherheitsvorrichtungen wie Seitenairbags hinten, Windowbags oder ESP fürs Fahrwerk muss die Kundschaft allerdings verzichten. Immerhin gibt es beim Vectra als einzigem die Antriebsschlupfregelung, und der Primera glänzt mit einem Bremsassistenten à la Mercedes, der das Ansprechen der Bremsen beschleunigt.

Kindersitze stehen bei Opel und Renault in der Aufpreisliste, Nissan bietet serienmäßig Verankerungspunkte gemäß Isofix-Norm. Fahrdynamisch beschränken sich die vier Konkurrenten auf Hausmannskost, die aber im Einzelfall durchaus schmackhaft sein kann. Am Peugeot gefällt vor allem die geschmeidige Federung, die auch mit voller Beladung gut fertig wird.

Außerdem wirkt er in Kurven angenehm handlich und neigt nur wenig zum Untersteuern.

Die 406-Lenkung könnte jedoch etwas präziser sein, und der mit zunehmender Beladung stärker werdende Drang, beim Gaswegnehmen mit dem Heck nach außen zu schwingen, erfordert Bedacht. Für das Kontrastprogramm ist der Renault zuständig. Mit seiner präzisen Lenkung, kombiniert mit agilem Handling und hoher Fahrstabilität, reizt er zum sportlichen Fahren. Dafür rumpelt er mit seiner straffen, auf hohe Zuladung ausgelegten Federung hölzern über Schlaglöcher und Bodenwellen, untermalt von lauten Abrollgeräuschen. Ohne Höhen und Tiefen dagegen der Nissan: In Kurven schiebt er etwas stärker über die Vorderräder, lenkt sich aber präzise und bleibt im Extremfall gutmütig. Auch mit dem Federungskomfort lässt es sich leben. Lotet man die bescheidene Zuladung aus, ist es mit dem Schluckvermögen allerdings nicht mehr weit her. Da ist dem Nissan selbst der Opel noch etwas überlegen, dessen Fahrwerksqualitäten ansonsten bescheiden ausfallen.

Vor allem das fortwährende Stuckern beim Überfahren kurzer Bodenwellen, besonders lästig auf Autobahnen, und die teigige, unpräzise Lenkung sorgen dafür, dass im Opel beim Fahren wenig Freude aufkommt. Auch wenn es an Fahrsicherheit nicht mangelt. Letzteres gilt auch im Hinblick auf die ordentlichen Verzögerungswerte des Opel beim Bremsentest.

Die französischen Konkurrenten liegen hier an der unteren Grenze des Vertretbaren, während sich Nissan beim neuen Primera keine Blößen mehr gibt. In puncto Vorwärtsdynamik sind die Unterschiede dagegen denkbar gering, was angesichts der nahezu identischen PSAngebote auch kein Wunder ist. Die Zweilitermotorisierung sollte man sich in dieser Klasse schon gönnen, bietet sie doch auch bei voller Beladung noch genügend Reserven. Am kräftigsten wirkt der Renault, der auch in den großen Gängen noch wacker durchzieht. Bei den anderen muss häufiger geschaltet werden, was nur im Peugeot leicht fällt. Im Nissan und im Opel müssen sich die Fahrer dagegen mit hakeligen Schaltungen abmühen. Dafür kann der Vectra für sich in Anspruch nehmen, als einziger mit gehobener Laufkultur aufzuwarten.

Der leise und vibrationsarm laufende Motor ist zweifellos der größte Vorzug des Opel, während die Konkurrenz und da besonders der Renault spätestens bei Drehzahlen über 5000/min die Insassen mit durchdringenden Dröhngeräuschen belästigt. Die Rolle des Sparmeisters fällt an den Peugeot. Mit durchschnittlich nur 9,2 L/100 km verbraucht er im direkten Vergleich rund einen halben Liter weniger als die Konkurrenz, was schon der Rede wert ist. Außerdem bietet er mit 70 Liter den größten Tank und damit den besten Aktionsradius. Damit ist an der Endwertung in diesem Vergleich nicht zu rütteln: Die besseren Kombis kommen aus Frankreich. Ob man ihn bei Peugeot oder Renault einkauft, das ist angesichts des minimalen Punkteunterschieds Geschmacksache.

Fazit

1. Peugeot 406 Break
569 Punkte

Bei Peugeot bekommt man viel Kombi fürs Geld. Der 406 ist geräumig, komfortabel und sparsam. In der Premium- Version für knapp 41 000 Mark bietet er obendrein eine üppige Serienausstattung. Mängel? Die Bremsen könnten besser sein und das Fahrverhalten bei Beladung gutmütiger.

2. Renault Laguna Grandtour
568 Punkte

Er ist das Raumschiff in der Mittelklasse. Laderaum und Zuladung erfüllen verschärfte Anforderungen, aber auch in den Fahreigenschaften macht der besonders reichhaltig ausgestattete Laguna eine gute Figur. Federung und Bremsen sind aber bescheiden.

3. Nissan Primera Traveller
556 Punkte

Gemessen am Preis ein akzeptables Angebot. Viel Platz bietet der Primera allerdings nicht, und die Zuladung ist eines Kombis nicht würdig. Die Fahreigenschaften bergen keine unangenehmen Überraschungen, und der Komfort ist manierlich. Besondere Vorzüge sucht man jedoch vergebens.

4. Opel Vectra Caravan
554 Punkte

Das Beste am Vectra ist der leise und vibrationsarme Motor. Ansonsten hat er höchstens Durchschnittliches zu bieten. Im Vergleich zu den Franzosen hat er wenig Platz, die unpräzise Lenkung und der eingeschränkte Komfort trüben den Fahreindruck. Und besonders preiswert ist er auch nicht.

Technische Daten
Nissan Primera 2.0 TravellerPeugeot 406 Break 2.0 16VOpel Vectra Caravan 2.0 16VRenault Laguna Grandtour 2.0 16V
Grundpreis21.790 €21.883 €22.620 €23.008 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4579 x 1715 x 1450 mm4736 x 1760 x 1500 mm4490 x 1707 x 1490 mm4620 x 1748 x 1448 mm
KofferraumvolumenVDA430 bis 1650 L526 bis 1741 L460 bis 1490 L520 bis 1782 L
Hubraum / Motor1998 cm³ / 4-Zylinder1997 cm³ / 4-Zylinder1998 cm³ / 4-Zylinder1948 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (181 Nm)99 kW / 135 PS (190 Nm)100 kW / 136 PS (188 Nm)102 kW / 139 PS (182 Nm)
Höchstgeschwindigkeit205 km/h201 km/h207 km/h200 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s11,5 s10,5 s9,9 s
Verbrauch8,3 L/100 km8,4 L/100 km8,7 L/100 km9,1 L/100 km
Testverbrauch10,0 L/100 km9,2 L/100 km9,7 L/100 km9,9 L/100 km
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