"Sobald Sie eine gewisse Anzahl von Blättern gesammelt haben, gelangen Sie zur nächsten Stufe." Bierernst erörtert die Insight-Bedienungsanleitung weitere Regeln: "Ist die dritte Stufe erreicht, wird ein Pokal angezeigt."
Honda Insight: Günstigster Hybrid am Markt
Nicht nur, dass Honda mit dem Honda Insight den günstigsten Hybrid am Markt anbietet: Über ein Video-Spiel im Zentraldisplay erziehen die Japaner gleich noch zum Spritsparen. Das mobile Tamagotchi lässt die begehrten Blätter nämlich nur bei ökonomischer Fahrweise sprießen, was das Spiel pädagogisch wertvoll macht. Schließlich profitiert auch ein Hybrid vom leichten Gasfuß. Um die Öko-Technik unter 20.000 Euro für das Basismodell zu drücken, nahm Honda beim Antrieb bewusst Abstriche vor: Im Gegensatz zu Konkurrent Toyota Prius kann der Honda Insight (Honda Insight Fahrbericht) nicht elektrisch anfahren. Sein an das CVT-Getriebe geflanschter Zehn-kW-Elektromotor dient in erster Linie zur Unterstützung des Benziners.
Honda Insight mit Batterie-Turbo und 167 Nm
Aus einer 38 Kilogramm schweren Nickel-Metallhydrid-Batterie im Kofferraum gespeist, verhilft er dem 1,3-Liter zu respektablen 167 Nm Gesamt-Drehmoment. Nur bei gleichmäßigem Dahinrollen unter 50 km/h übernimmt der 3,5 Zentimeter flache Scheibenmotor das alleinige Kommando, um beim Bremsen als Generator seinen Akku neu aufzuladen. Dank Batterie-Turbo kommt der Honda Insight recht flott aus den Startblöcken und bietet vor allem im Stadtverkehr ausreichend Temperament. Mit knapp 0,6 kWh Kapazität reicht der elektrische Rückenwind jedoch nur für kurze Zeit, weshalb sich der Insight auf der Autobahn träge wie ein konventioneller 1,3-Liter fährt. Daran ändert auch der Griff zu den Lenkradpaddeln nichts, mit denen die stufenlose Automatik sieben feste Gänge simuliert.
Verbrauch des Honda Insight liegt bei 6,1 Liter
An der Wirksamkeit der abgespeckten Spartechnik lässt der Honda Insight jedoch keinen Zweifel: Im Schnitt genehmigt er sich gerade mal 6,1 Liter auf 100 Kilometer. Noch spektakulärer lesen sich ein Minimal-Konsum von 4,9 Litern sowie der nur geringfügig höhere Stadtverbrauch.
VW Golf Bi-Fuel im Gas-Betrieb günstiger
Mit einem Testverbrauch von neun Litern auf 100 Kilometer im Gas-Betrieb mag der VW Golf Bi-Fuel auf den ersten Blick enttäuschen. Doch durch die geringere Energiedichte von LPG lassen sich die Trinksitten nicht direkt mit denen eines Benziners vergleichen. Die Kosten jedoch schon: Dank Steuerbegünstigung verlangen die rund 4.500 Autogas-Tankstellen in Deutschland für LPG nur knapp halb so viel wie für Benzin. Deshalb fährt der VW Golf Bi-Fuel im reinen Gas-Betrieb nicht nur günstiger als der Hybrid-Honda, sondern unterbietet sogar die sparsamsten Kompakt-Diesel.
Die Bordcomputer-Anzeigen im VW Golf Bi-Fuel stimmen nur im Benzin-Modus
Display-Spielereien à la Honda Insight (Honda Insight Einzeltest) dürften VW Golf-Fahrer zwar weniger vermissen, die Integration der Autogas-Anlage fiel dennoch reichlich lieblos aus: So informiert nur eine grobe LED-Anzeige über den Füllstand des 41-Liter-Gastanks in der Reserveradmulde - sämtliche Bordcomputer-Angaben über Verbrauch und Reichweite stimmen hingegen nur im Benzin-Modus. Zu einem Sparauto will auch der Verzicht auf Schaltanzeige und Sechsganggetriebe nicht so recht passen. Im Fünften röhrt der VW Golf Bi-Fuel 1,6-Liter bereits bei 120 km/h mit knapp 4.000/min vor sich hin. Davon abgesehen fährt es sich mit Autogas völlig problemlos. Dank spezieller Auslegung auf LPG liegen nur vier PS zwischen Gas- und Benzin-Betrieb, der während der Fahrt per Schalter gewechselt werden kann.
VW Golf Bi-Fuel mit 1,6-Liter-Sauger wirkt recht schlapp
Auch das bei Nachrüstanlagen mitunter auftretende leichte Ruckeln beim Umschalten der Kraftstoffart kennt der VW Golf Bi-Fuel nicht. Im Vergleich zu seinem größeren Erdgas- Bruder VW Passat Eco-Fuel mit drehfreudigem TSI-Motor wirkt der 1,6-Liter-Sauger jedoch reichlich schlapp und wird bei hohem Tempo brummig. Ansonsten begeistert der VW Golf auch als Bi-Fuel mit seiner Reife und beweist, dass die Kompaktklasse immer noch zu recht nach ihm heißt.
Höhere Qualität im VW Golf Bi-Fuel
Mit hochwertigen Materialien im Innenraum, wirkungsvoller Geräuschisolierung, bequemen Sitzen und schmucken Instrumenten stellt er selbst viele Mittelklässler in den Schatten. Zudem eliminiert er Fahrbahnunebenheiten geschickt und ohne Einbußen an Agilität. Mit seiner präzisen und stoßfreien Lenkung umrundet er Biegungen im Vergleichstest spurstabil und entschärft selbst extreme Manöver durch sein sensibel agierendes ESP.
Beim Honda Insight verrät hingegen bereits das Hartplastik-Interieur, welche Schneise der Hybrid-Antrieb ins Budget gerissen haben muss. Unverständlich jedoch, warum der als vollwertiger Familienwagen gepriesene Honda Insight Mitfahrer in Reihe zwei ab einer Größe von 1,80 Meter zum Ducken zwingt. Das aerodynamisch flache und lange Heck kostet zudem Übersicht, schluckt aber immerhin reichlich Gepäck.
Honda Insight: Mehr Ausstattung für weniger Geld
Auch das Fahrverhalten scheint die Spar-Philosophie verinnerlicht zu haben: In zügig angegangenen Kurven mahnen starke Karosseriebewegungen sowie kopflastiges Untersteuern des Honda Insight zur Mäßigung. Nicht nötig gewesen wäre allerdings, dass Honda Insight-Passagiere selbst bei gemächlicher Gangart von kurzen Stößen durchgerüttelt werden. Lange Wellen verarbeitet das vom Honda Jazz übernommene Fahrwerk gekonnter. Trotz besserer Ausstattung (etwa mit Tempomat, Sitzheizung und Alufelgen) liegt der Honda Insight Elegance in der Anschaffung unter dem VW Golf Bi-Fuel Comfortline. Mit dem sparsamen und CO2-armen Mild-Hybrid befindet sich Honda Insight klar auf dem richtigen Weg. Dank preiswertem Autogas fährt der VW Golf Bi-Fuel auf 100.000 Kilometer jedoch über 2.500 Euro günstiger. Von allen Antriebs-Philosophien abgesehen stellt er zudem das mit Abstand reifere Auto dar.




