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Opel Astra gegen VW Golf im Test

Kompaktmodelle mit Basismotoren

Opel Astra, VW Golf Foto: Hans-Dieter Seufert 20 Bilder

Der VW Golf trifft im Vergleichstest der Basismodelle der beiden Kompaktklässler mit 1,2 Liter Hubraum und Turbolader auf den kaum stärkeren Opel Astra 1.4. Kann dessen Sauger bei Verbrauch und Leistungsentfaltung mithalten?

09.01.2011 Christian Bangemann

Vierzylinder mit nur 1,2 Liter Hubraum haben bei VW ein historisches Vorbild: den Boxermotor des Käfers. Der entwickelte aus 1.192 Kubikzentimetern maximal 34 PS. Jetzt steht sein Nachfahre VW Golf VI als 1.2 TSI mit 1.197 Kubikzentimetern und 85 PS beim Händler. Die Benzindirekteinspritzung kombiniert mit Turbo-Aufladung macht den Leistungssprung möglich und wird schon bald den letzten Saugmotor im VW Golf-Programm ersetzen. Damit will VW seinen Bestseller auch an der Basis fit für die Zukunft machen, wenngleich der Einstiegspreis für den kleinen Turbo als Viertürer bei 19.700 Euro liegt. Glatte zwei Tausender weniger sind es beim vergleichbaren Opel Astra 1.4 Ecoflex.

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Vergleichstest Opel Astra 1.4, VW Golf 1.2 TSI
auto motor und sport 22/2010
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Unterschiedlichen Charaktere unter der Motorhaube

Bereinigt man die Ausstattungsunterschiede, schrumpft der Abstand der Kontrahenten im Test auf gut 1.200 Euro. Denn die VW Golf Comfortline-Ausstattung umfasst Extras wie beispielsweise die Komfortsitze, die beim Opel Astra Aufpreis kosten. Das wichtigste Zubehör wie Klimaanlage, CD-Radio, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung oder Leichtmetallfelgen ist jedoch bei beiden an Bord.

Der Opel Astra schöpft aus 1.398 Kubikzentimetern 87 statt 85 PS. Dafür muss er 6.000/min drehen, während im VW Golf die maximale Kraft bei 4.800/min anliegt. Das lässt bereits ihre unterschiedlichen Charaktere erahnen. Allerdings ist beim Fahren weniger die Spitzenleistung, sondern vor allem das Drehmoment fühlbar. Ein Blick auf die Daten offenbart große Unterschiede. Der Opel Astra mobilisiert 130 Newtonmeter bei 4.000/min, der VW Golf jedoch 160 Newtonmeter bereits bei 1.500/min. Der VW-Fahrer surft im Test also schon kräftig auf der Drehmomentwelle, während der Opelaner noch wartet, dass spürbarer Schub einsetzt.

Golf kämpft  mit Turbloch, Astra mit langer Übersetzung

In der Stadt erlebt man diesen Unterschied gar nicht so krass. An der Ampel kämpft sich der aufgeladene VW Golf zunächst aus einem kleinen Turboloch heraus, bevor er tapfer nach vorn stürmt. Dabei bleibt der VW Golf sehr leise und liefert für einen Vierzylinder eine prima Laufkultur. Der Opel Astra kommt an der Ampel ein wenig träger in Gang, auch weil ihn 153 zusätzliche Kilogramm hemmen. Doch selbst beim Ausdrehen der Gänge wird aus dem Opel Astra im Test kein Sprinter. Außerdem erhebt er oberhalb von 5.000/min seine Stimme kräftig, darunter gibt es jedoch keinen Grund zur Klage.

Das Ortsausgangsschild ist erreicht und wird im Rückspiegel kleiner. Im VW Golf läuft diese Miniaturisierung ähnlich schnell ab wie in den üppiger motorisierten Schwestermodellen. Auch auf der Autobahn schwimmt er fleißig mit, Überholvorgänge sind im Test mit dem VW Golf kein Problem. Dass hier nur 1.200 Kubikzentimeter wirken, ist kaum zu glauben. Der Opel Astra-Fahrer braucht dagegen Langmut. Im vierten Gang ist der Zuwachs von Stadt- auf Landstraßentempo nur sehr moderat, der dritte sollte die richtige Alternative sein. Aber selbst wenn er eingelegt wird, kommt kein Gefühl von Spritzigkeit auf. Beschleunigen braucht im Opel Astra 1.4 einfach seine Zeit, auch wegen der sehr langen Getriebeübersetzungen.

Seine Abstufungen garantieren zwar auf der einen Seite ein niedriges Drehzahlniveau, was dem Verbrauch theoretisch entgegenkommt. Andererseits ist der fünfte und letzte Gang des Opel Astra so lang, dass er auf einer hügeligen Landstraße kaum zum Einsatz kommen kann. Selbst auf der Autobahn muss an kleineren Steigungen früh zurückgeschaltet werden, will man seine Geschwindigkeit halten. Damit erhöhen sich Drehzahlniveau und Verbrauch.

Golf mit besserer Elastizität bei weniger Verbrauch

Ausgerechnet der Turbo scheint der Ausweg aus dieser Zwickmühle. Früher als Kraftförderer und großer Durstmacher verschrien, gilt er heute als unverzichtbares Attribut genügsamer Motoren. Auch beim VW Golf 1.2 TSI, denn der hat nicht nur die wesentlich bessere Elastizität, sondern ist auch noch sparsamer. Während der Opel Astra nach 100 Kilometer Fahrt 7,4 Liter weniger im Tank hat, konsumiert der VW Golf im Mittel nur sieben L/100 km (sogar der eine halbe Tonne leichtere Käfer hat um neun L/100 km verbraucht) im Test. Das Antriebskapitel gewinnt der Turbo-Golf gegen den Opel-Sauger mit frappierender Überlegenheit.

Astra mit leistungsfähigeren Bremsen

Im Sicherheitskapitel kann sich der Opel Astra deutlich besser behaupten. Dank seiner leistungsfähigeren Bremsen und der Scheinwerfertechnik liegt er hier sogar vorn. Zudem bietet er eine wesentlich umfangreichere Garantie und kommt in der Versicherung ebenfalls günstiger. Viele Ähnlichkeiten und Überschneidungen gibt es dagegen in anderen Kapiteln. Beim Komfort herrscht nahezu Gleichstand, lediglich auf kleinen Verwerfungen federt der 16-Zoll-bereifte VW Golf im Test besser. Auch in Sachen Handling liegen beide eng beieinander, erneut liegt der VW Golf mit seiner präziseren Lenkung nur minimal vorn, der Opel patzt jedoch mit seinem großen Wendekreis.

Zukunft gehört dem Turbomotor

Klare Unterschiede offenbart das Karosserie-Kapitel, denn Opel Astra und VW Golf bieten zwar ein nahezu identisches Raumangebot, aber der Opel Astra verpackt es in einer wesentlich ausladenderen und sehr unübersichtlichen Karosserie. Man tut gut daran, die Einparkhilfe für ihn mitzubestellen. Der VW Golf braucht sie weniger, bei ihm ist sie jedoch Standard.

Wenn sich beim Basis-Golf nun auch noch standardmäßig die Turbo-Aufladung für alle Motoren durchsetzt, wird es für die Saugmotor-Konkurrenten offensichtlich nahezu unmöglich, Schritt zu halten. Der Opel Astra 1.4 ist der erste Mitbewerber, der diese schmerzliche Erfahrung macht. Er muss vorausichtlich noch zwei Jahre auf einen kleinen Turbo warten.

Fazit

1. VW Golf 1.2 TSI
517 Punkte

Erneut hat der VW Golf trotz leichter Schwächen im Sicherheitskapitel die Nase vorn und gewinnt den Vergleichstest souverän. Denn selbst mit dem kleinvolumigen Vierzylinder ist er enorm ausgewogen. Warum Volkswagen die eigenen Qualitäten nicht offensiver ausspielt und lediglich zwei Jahre Garantie gewährt, bleibt rätselhaft.


2. Opel Astra 1.4 Ecoflex
486 Punkte

Zweiter oder Letzter - es kommt auf den Standpunkt an. Denn der Opel Astra gehört fraglos zu den Spitzenautos im Kompaktsegment. Bei ihm gehen Komfort und Agilität, Sicherheit und Preis eine sehr harmonische Verbindung ein. Das gilt selbst für den Basismotor, wenn man von ihm nicht mehr erwartet als ruhige Shuttle-Fahrten von A nach B.

Technische Daten
Opel Astra 1.4 ecoFLEXVW Golf 1.2 TSI
Grundpreis17.700 €23.125 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4419 x 1831 x 1510 mm4255 x 1799 x 1452 mm
KofferraumvolumenVDA370 bis 1235 L380 bis 1270 L
Hubraum / Motor1398 cm³ / 4-Zylinder1197 cm³ / 4-Zylinder
Leistung64 kW / 87 PS (130 Nm)77 kW / 105 PS (175 Nm)
Höchstgeschwindigkeit168 km/h192 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h15,1 s10,2 s
Verbrauch5,5 L/100 km4,8 L/100 km
Testverbrauch7,4 L/100 km
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