Opel Insignia 1.8 und 2.0 CDTi: Ecotec und Ecoflex im Spargefecht

Opel Insignia 1.8 und 2.0 CDTi

Das Eco-Siegel tragen beide Opel-Vierzylinder, sowohl Benziner als auch Diesel gehören zur Ecotec-Familie. Der Insignia mit Dieselmotor tritt zudem als besonders sparsame Ecoflex-Version an. Mit welchem fährt man besser?

Glatte 1.000 Euro. So viel stehen zwischen einem Opel Insignia mit 140 PS starkem 1,8-Liter-Benzinmotor und dem Dieselmodell, das aus zwei Liter Hubraum 130 PS generiert. Das ist ein vergleichsweise geringer Diesel-Aufpreis, zumal die Ausführung mit dem Beinamen Ecoflex noch einen ganzen Strauß weiterer Zutaten zur Reduzierung des Verbrauchs anbietet: rollwiderstandsarme Michelin-Reifen beispielsweise, längere Achsübersetzung sowie eine die Aerodynamik verbessernde Verkleidung des Unterbodens.

Der Opel Insignia Diesel lohnt sich erst bei hoher Kilometerleistung

Dem gleichen Zweck dienen auch ein geschlossener Kühlergrill und eine flexible Frontspoilerlippe. Wenn sich der Fahrer an die ebenfalls zum Paket gehörende Schaltanzeige hält, geht der Insignia äußerst knauserig mit dem Inhalt seines Tanks um. Im normalen Alltagsbetrieb steht bei der Verbrauchsanzeige im Bordcomputer regelmäßig eine sechs vor dem Komma, der Testverbrauch pendelt sich bei 6,8 Liter/100 km ein. Der Benziner dagegen darf selbst unter seinesgleichen nicht als Spar-Spezialist gelten, denn er zieht bei vergleichbarer Fahrweise über zwei Liter mehr durch seine Brennräume. Die finanzielle Abrechnung geht jedoch wegen der höheren Steuerbelastung des Diesels erst bei überdurchschnittlicher Jahresfahrleistung zugunsten des sparsameren Motors aus.

Brummen und Nageln im Opel Insignia Diesel

Doch spricht einiges für ihn - vor allem das weit kräftigere Drehmoment. Im Diesel ist man mit sehr niedrigen Drehzahlen unterwegs, was auch in akustischer Hinsicht einen Vorteil bringt. Auf der Autobahn tritt das Motorgeräusch fast vollständig in den Hintergrund. Allerdings wird im höchsten Gang der Vorteil des Drehmoment-Plus weitgehend von der extrem langen Übersetzung aufgezehrt, wie auch die bei den Elastizitätsmessungen erzielten Werte zeigen. Wenn auf der Landstraße der extrem lange sechste Gang weitgehend außen vor bleibt, merkt man allerdings, dass dieser Selbstzünder kein Muster an Laufkultur ist. Mit seinem kernigen Brumm- und Nagelgeräusch erinnert er stattdessen an fast schon überwunden geglaubte Diesel-Zeiten.

Mit dem Ecoflex-Paket im Opel Insignia Diesel sinkt der Fahrkomfort

Den traditionellen Vorteil des sanfteren, ruhigeren Laufs kann der konkurrierende Benziner allerdings nur unvollkommen ausspielen. Der 1,8-Liter-Vierzylinder präsentiert sich als höchst konventionelle Konstruktion, die ohne die Unterstützung eines Turboladers auskommen muss. Er läuft nur bis zum mittleren Drehzahlbereich angemessen ruhig. Wer ihn ausdreht - und das ist angesichts des wenig beeindruckenden Durchzugs im unteren Bereich des Drehzahlbandes bei einigermaßen zügiger Fahrweise relativ oft notwendig - entlockt ihm ordinäre Brummtöne. Trotzdem bietet er insgesamt den besseren Fahrkomfort, was in erster Linie dem Ecoflex-Paket des Opel Insignia  Diesels zuzuschreiben ist. Denn dessen Karosserie ist um einen Zentimeter tiefergelegt. Das bringt aerodynamische Vorteile, geht aber auf Kosten der Federung. Auch das höhere Gewicht des Dieselmotors und die daraus resultierende stärkere Vorderachsbelastung spielt bei der Fahrwerksabstimmung eine Rolle - jedenfalls wird der Diesel-Insignia von Querfugen auf der Autobahn zu wenig angenehmen Stuckerbewegungen angeregt.

Ohne das Ecoflex-Paket steigt der Verbrauch des Opel Insignia um 0,6 Liter

Dem Insignia mit der Benzin-Maschine sind solche Unzulänglichkeiten fremd - er bietet einen sehr ausgewogenen, der Klasse entsprechenden Federungskomfort, und er lässt sich eine Spur leichter lenken. Wer beim Opel Insignia Diesel (der Opel Insignia Ecoflex im Fahrbericht) geschmeidigere Fahrwerkseigenschaften will, kann auf Ecoflex verzichten und 350 Euro sparen. Damit steigt aber wieder der Verbrauch, unter Normbedingungen um immerhin 0,6 Liter. In der Öko-Bilanz freilich lässt man damit den Benziner immer noch weit hinter sich.

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Götz Leyrer

Autor:

auto motor und sport, Heft 02 / 2010

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