Opel Tigra Twin Top gegen Peugeot 206 CC: Unbegrenzt faltbar

Der Vorreiter in Sachen Klapp-Blechdach in der Kleinwagen-Klasse bekommt Konkurrenz aus Rüsselsheim. Ist der Nachahmer empfehlenswerter als der Trendsetter?

Der Peugeot 206 CC kopierte als erster in der Kleinwagen-Klasse die Klappdach-Idee des Mercedes SLK und das zu erschwinglichen Preisen. Das 109 PS starke Sondermodell Quiksilver kann man sich ab 20.100 Euro gönnen, inklusive Klimaanlage und Alufelgen. Opels Tigra Twin Top ist sogar noch günstiger. Für die 125-PS-Sport-Variante werden 18.895 Euro berechnet, wobei die Klimaanlage für 1110 Euro unbedingt dazu bestellt werden sollte.

Dach auf in 20 Sekunden

Die Metamorphose vom Coupé zum Cabrio vollziehen beide in jeweils 20 Sekunden. Die Scheibenrahmen übernehmen die Funktion eines Überrollbügels. Sie sind entsprechend muskulös und versperren teilweise die Sicht nach vorn. Mehr noch stören die flach stehenden Windschutzscheiben den Offenfahrspaß.

Mehr Spaß vermittelt da der 1,6-Liter-Motor des 206 CC. Er schlägt sich auch jenseits der Richtgeschwindigkeit wacker, lässt sich vom deutlich stärkeren Opel kaum abhängen. Dessen 1,8-Liter tritt fleischiger an, wirkt beim Ausdrehen aber zugeschnürt. Der quirlige Peugeot-Vierzylinder dagegen jubiliert fast spielerisch die Drehzahlleiter hinauf.

Nervös dagegen ist die Peugeot-Federung; sie hält die Karosserie auf Bodenwellen ständig in Bewegung. Und bei Lastwechseln agiert die Hinterachse stärker, als es den meisten Fahrern lieb ist. So muss ESP zuweilen eingreifen. Die Fahrspaßwertung entscheidet schließlich der Opel für sich. Doch ist er auch der bessere Begleiter im Alltag?

Opel gewinnt Eigenschaftswertung

Immerhin bietet der Peugeot zwei Sitze mehr. Doch der mickrige Fond des 206 CC ist ein als Rücksitzbank getarnter Gepäckraum. Den nutzt man gern, schrumpft das eigentliche Kofferabteil bei geöffnetem Dach doch auf die Größe eines besseren Handschuhfaches. Da ist der Tigra ehrlicher, tritt nur als Zweisitzer an. Im Cabrio-Modus nimmt sein Kofferraum nur wenig mehr auf als der des Peugeot; alternativ muss das gut nutzbare 70-Liter-Fach hinter den Sitzen für Gepäck herhalten.

Unfug dagegen ist die ausschließlich elektrische Betätigung seines Kofferraumdeckels. Der Knopf (außen!) will gehalten werden, bis die Klappe geschlossen ist – vor allem bei Regen eine unangenehme Sache.

Und dennoch: Der Tigra Twin Top gewinnt die Eigenschaftswertung. Im Kostenkapitel dagegen gibt es für ihn zunächst einen Rückschlag. Grund: der höhere Preis. Ihn gleicht der 206 CC mit seiner fast kompletten Ausstattung aus, erringt mit niedrigeren Unterhaltskosten einen Vorteil.

Zudem spricht für den Peugeot der um 0,8 Liter pro 100 km geringere Verbrauch. Den enteilten Opel holt er dennoch nicht mehr ein.

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Marcus Peters

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