Wer in der Klasse bis etwa 4,40 Meter Außenlänge nach einem Transportmittel für sieben Personen sucht, der landete bisher unweigerlich beim Opel Zafira. Doch Erz-Konkurrent VW kontert mit dem fünfsitzigen Touran. Und für 595 Euro extra gibt es zwei zusätzliche Sitzgelegenheiten.
Aber auch die Ladekapazität und die Variabilität spielen eine Rolle. In beiden Disziplinen punktet der Touran. Mit weggeklappten Sitzen in der dritten Reihe passen beim Touran 695 Liter unter die Gepäckraumabdeckung, beim Zafira 600. Maximal schluckt der VW 1913 Liter, der Opel nur 1700.
Flexibler als mit dem von Opel Flex-7 getauften Sitzsystem ist man mit dem Touran. Drei Einzelsitze in Reihe zwei machen es möglich. Jeder Sitz lässt sich individuell längs verschieben, zusammenfalten, hochklappen oder ausbauen.
In Sachen Fahrwerk ist die Abstimmung von Federung und Dämpfung beim Touran deutlich komfortabler und ausgewogener. Bei Ausnutzung der vollen Zuladung verbessert sich das Ansprechverhalten auf kurzen Wellen. Die Federwege stoßen nur bei maximaler Beladung und sehr großen Amplituden gelegentlich an ihre Grenzen.
Deutlich weniger Reserven in dieser Hinsicht bietet der Zafira. Schon im leeren Zustand ist der Opel durch eine Kombination aus straffen Federn und weichen Dämpfern gehandikapt. Mit voller Zuladung (479 kg) spricht die Federung zwar besser an, aber mehrere Bodenwellen hintereinander regen den Zafira schnell zu heftigen Auf-und-ab-Bewegungen an. Als Folge dessen schlägt die Federung bis auf die Anschlagpuffer durch.
Ähnlich unharmonisch im direkten Vergleich mit dem VW sind die Fahreigenschaften des Opel. Er untersteuert und wankt stärker, seine Lenkung ist indirekt und gefühllos. Das ESP greift spät ein, dafür dann umso heftiger, was zu Fahrwerksunruhen führt.
Echten Fahrspaß vermittelt dagegen der Touran. Die neue elektromechanische Lenkung arbeitet direkt und exakt und vermittelt eine gute Rückmeldung. Das Kurvenverhalten ist agil und weitgehend neutral. Und wenn das (wie im Zafira serienmäßige) ESP eingreift, dann so früh und sanft, dass der Touran erst gar nicht vom Sollkurs abweicht und dem vorgegebenen Lenkeinschlag folgt.
Auch das Antriebskapitel entscheidet der Touran für sich. Der neue Zweiliter-Vierventil-TDI mit 136 PS und 320 Nm ist zwar auch kein Leisetreter, schickt aber weniger Vibrationen in den Innenraum als der 2,2-Liter von Opel mit 125 PS und 280 Nm. Der Touran tritt kräftig und spontan an. Außerdem harmoniert der TDI sehr gut mit dem leicht und exakt schaltbaren, passend abgestuften Sechsganggetriebe. Subjektiv leidet auch der Zafira nicht unter Leistungsmangel. Er erkauft dies zum Teil aber mit einer kurzen Übersetzung der Fünfgang-Schaltung mit entsprechend hohem Drehzahlniveau.
Der Touran geht als eindeutiger Sieger aus diesem Vergleich hervor - kein Wunder, schließlich hatte VW lange genug Zeit, die Konkurrenz zu studieren und vieles besser zu machen.




