Porsche 911 Sport Classic, Porsche 911 Carrera RS 2.7 29 Bilder Zoom

Porsche 911 Sport Classic trifft Porsche 911 Carrera RS 2.7: Bürzeltreffen beim Test des Sondermodells

Beim Test des Porsche 911 Sport Classic in Hockenheim stand der Porsche 911 Carrera RS 2.7 von 1973 zur Seite. In den Genuss des auf 408 PS erstarkten Porsche 911 Sport Classic im nostalgischen Kleid kommen nur 250 Porsche-Kunden. Zu haben ist keiner mehr.

Die beiden Test-kandidaten passen perfekt zusammen und sehen sich von hinten betrachtet sogar erstaunlich ähnlich. Trotzdem sind der aktuelle Porsche 911 Sport Classic und der dem Jahr 1973 entstammende Porsche 911 Carrera RS 2.7 eher ungleiche Brüder.

Entenbürzel verbindet die Generationen

Streng genommen hätte die Modellhistorie nämlich eine ganz andere Paarung erfordert: "Der RS 2.7 ist - wie die Buchstabenkennung schon sagt - eigentlich ein legitimer Vorgänger des Porsche 911 GT3 RS", so Armin Burger, im Porsche-Museum für die Organisation und Disposition der Fahrzeugsammlung verantwortlich. "Er wird nur deshalb so gern mit dem Sport Classic verglichen, weil jener ebenfalls den damals populär gewordenen Entenbürzel trägt."

Porsche 911er mit 210 PS und 408 PS

Stimmt. Deshalb sind die beiden ja so ein hübsches Paar. Und - seien wir ehrlich - fahrdynamisch beißt sich der mit der Kraft von 210 Pferden antretende Oldie schon am 408-PS-Elfer die Zähne aus. Was sollte der alte Porsche, der in vielen Details eine aus heutiger Sicht durchaus erstaunliche Nähe zum VW Käfer aufweist, da gegen das bedingungslos dem Sport verschriebene jüngste GT-Eisen ausrichten. Nein - das geht schon in Ordnung so. Lassen wir die optischen Gemeinsamkeiten ruhig über die historische Akkuratesse siegen. Schließlich wird der einst liebevoll "Entenbürzel" getaufte, fest stehende Spoiler am Heck von den Porsche-Designern ja ganz unverhohlen als Reminiszenz an das damals messerscharfe Sportgerät verkauft.
 
Nur dass er heute halt die inzwischen obligatorische dritte Bremsleuchte trägt. Und - offen gestanden - er steht dem aktuellen Carrera deutlich besser zu Gesicht als der im aus-gefahrenen Zustand wenig ansehnliche Blasebalg-Flügel, der den Basis-Elfer und den Carrera S am Boden hält. Dies gilt auch und besonders, weil der mit mächtigen 305-Millimeter-Gummis an der Hinterachse bestückte Porsche 911 Sport Classic im Test richtig dicke Backen machen darf. Seine Heckpartie ist um 44 Millimeter in die Breite gegangen und wartet mit markanten Luftauslässen auf.

Neues Design für den Porsche 911er-Auftritt

Ein schärfer geschnittenes Antlitz hat der grundsätzlich in dezentem Grau in Grau auftretende zukünftige Klassiker zudem: Eine neu gestaltete Bugverkleidung mit integrierten, schwarz vergitterten Kühlluftöffnungen und modifizierter Spoilerlippe in Wagenfarbe gibt dem Sondermodell Porsche 911 Sport Classic ein eigenes Gesicht. Was man für 201.682 Euro Grundpreis ja wohl auch erwarten kann - wird der eine oder andere denken oder sagen. Der Preis des Porsche 911 Sport Classic ist tatsächlich eine Ansage. Die Sport- und Designorientierte Klientel scheint das indes nicht zu schrecken. Das limitierte Schmuckstück, das etliche Features, die beim normalen 911 Aufpreis kosten, serienmäßig an Bord hat, war binnen 48 Stunden ausverkauft.
 
Auch die beiden derzeit im Pressefuhrpark befindlichen Null-Nummern sollen bereits versprochen sein. Eine davon - so hört man munkeln -, könnte in nicht allzu ferner Zukunft den Fuhrpark von Rallye-Urgestein Walter Röhrl bereichern. Dass der Porsche 911 Sport Classic neben der betörenden äußeren Gestalt auch handfeste Vorteile in die Waagschale werfen kann, liegt demnach auf der Hand. Zuerst einmal wäre da der überaus wertige Eindruck des in espressofarbenes Leder gehüllten Cockpits zu nennen. Das aufgepolsterte Lenkrad liegt besser in der Hand, die mit einem Mix aus Flechtleder und Teppich verkleideten Türinnenseiten wecken Erinnerungen an längst vergangene Autofahrertage.
 
Wie spartanisch mutet dagegen ein fast 40 Jahre alter Porsche an. Die kugelbewehrten Kipphebel zur Regelung von Heizung und Belüftung und die das Außenlicht aktivierenden Zugknöpfe am Instrumentenbrett sahen im Käfer nicht anders aus. An heiße Rennstreckenritte mag man aufgrund der kopfstützenlose Sitzschalen erst gar nicht denken. Dabei hätte der Oldie zweifellos ebenso das Zeug dazu wie der Newcomer im alten Kleid. 

Hockenheim-Rundenzeit bestätigt Sonderstellung

Klar: In 1.12,8 Minuten würde der 73er Elfer nicht um den Kleinen Kurs in Hockenheim preschen - RS im Namen hin oder her. Dazu fehlen dem Porsche 911 Carrera RS 2.7 neben rund 200 PS und einer zupackenden Bremsanlage mit ABS noch ein, zwei weitere High-Tech-Schmankerl. Doch seinerzeit dürfte das binnen 5,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 spritzende 2,7-Liter-Leichtbaumodell dem Standard-Elfer im Test mindestens ebenso überlegen gewesen sein wie heute der Porsche 911 Sport Classic dem Basis-Auto.
 
Sechs Zehntelsekunden Vorsprung des Porsche 911 Sport Classic im Test gegenüber dem Carrera S auf dem Kleinen Kurs können sich schließlich sehen lassen - (Hier finden Sie alle Rundenzeiten in Hockenheim). Ob Porsche bei der Preiskalkulation damals ähnlich selbstbewusst vorging wie heute, darf angesichts der anno 1973 für den Porsche 911 Carrera RS 2.7 aufgerufenen 34.000 Mark dagegen bezweifelt werden.

So testet sport auto
Messprozedere
Teil 1 Die Standardmessung in Hockenheim: Beschleunigungs- und Bremsprüfung, Elaszitätsmessung
Teil 2 Fahrdynamik-Tests und Rundenzeit auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim
Teil 3 Das Testprogramm auf der Nürburgring-Nordschleife
Überblick Rundenzeiten Hockenheim (Einzel-/ Vergleichstests)
Überblick Rundenzeiten Supertests (Nürburgring, Hockenheim)
0-300-0 Extrem-Leistungstest: Beschleunigungs- und Bremsduell 0-300-0 km/h

Autor

Foto

Rossen Gargolov

Datum

25. August 2010
Dieser Artikel stammt aus Heft sport auto 01/2010.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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