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Range Rover Sport V8, BMW X5 4.8i, Mercedes ML 500

Acht Ansage

Foto: Achim Hartmann 25 Bilder

Zugegeben, diese drei bieten nicht die vernünftigste Art der Fortbewegung, aber eine der erhabensten. BMW X5 4.8i, Mercedes ML 500 und Range Rover Sport Supercharged streiten sich um die Achtzylinder-Krone im Reich der SUV.

27.09.2007 Alexander Bloch

Klar, 82 PS und 90 Newtonmeter Drehmoment reichen normalerweise locker, um einen Kleinwagen beschwerdefrei die Berge hinaufzuscheuchen. Beim neuen ML 500 dienen sie aber allein dazu, dem Mercedes-SUV zusätzlichen Dampf gegenüber dem 306 PS starken Vorgänger zu geben.
Dabei war der Alte noch eine ehrliche Haut: Wo 500 draufstand, waren auch fünf Liter Hubraum drin. Der neue, schon 2005 in der S-Klasse präsentierte 90-Grad-Aluminium-V8 ist mit seinen 5,5 Litern dagegen ein zurückhaltender Etikettenschwindler.

Mit 6,2 Sekunden verfehlt der ML sein ehrgeiziges Beschleunigungsziel (5,8 s von null auf 100 km/h) im Test zwar knapp, doch darüber beschweren wird sich wohl niemand.
Schließlich lässt der ML den BMW X5 4.8i und den Range Rover Sport Supercharged beim Spurt nicht nur seine schnell kleiner werdende Heckansicht bewundern. Auch die Leichtfüßigkeit, mit der seine 530 Nm mit den 2,25 Tonnen Kampfgewicht in jedem Drehzahlbereich spielen, begeistert.

Zur Dynamik- und Effizienzsteigerung überbrückt seine vorbildlich sanft schaltende Automatik über alle sieben Gänge hinweg den Wandler. Dazu schnurrt der große Achtzylinder mit variablen Steuerzeiten leise und sanft wie ein junges Kätzchen beim Kraulen.
Der 4,8-Liter-Motor im X5 gebärdet sich wilder und mit betont sportlicher Attitüde. Beschleunigungsvorgänge leitet das Valvetronic-Triebwerk mit klassisch röhrendem Achtzylinder-Gebrüll ein, die Gier nach

Drehzahl ist allgegenwärtig. Auf Gasstöße zuckt das 355-PS-Aggregat willig, und wer nicht direkt aus dem ML aussteigt, wird im fast gleich schweren X5 kaum ein Leistungsdefizit ausmachen. Unauffällig und wie der Mercedes nur bei betont sportlicher Fahrweise etwas zu hektisch, gibt die Sechsgang-Automatik von ZF hierzu den idealen Antriebspartner ab.

Dem Range Rover Sport fällt es schwer, dagegen zu bestehen.

Sein um fünf Zentner höheres Gewicht und die Stirnfläche eines großen Bauernschranks sind eine echte Hypothek. Selbst 390 PS bewahren den englischen Landlord nicht davor, auf Steigungen starken TDI-Gölfen den Vortritt lassen zu müssen.
Dazu jault sein Kompressor so eindringlich und jammernd, als wollte er sagen: Quäl mich nicht. Wer das aber trotzdem tut, erlebt eine Spritverbrennungs-Orgie sondergleichen. Über 20 Liter Super sind dann locker drin, während sich der BMW knapp drei Liter Super Plus weniger genehmigt.
Als Asket unter den schweren Trinkern erweist sich der Mercedes. Trotz 27 Prozent mehr Leistung konsumiert der neue 500er mit 16 Litern pro 100 Kilometer drei Prozent weniger als sein Vorgänger – ein Fortschritt, für den er nüchtern betrachtet trotzdem keine Öko-Medaille verdient. Vorbildlich für solche Brummer sind bei allen Dreien jedoch die absolut standfesten Bremsen.

Der Range patzt allerdings beim Bremsen auf unterschiedlich griffigem Belag (μ-Split) mit viel zu langem Anhalteweg. Klassische Mercedes-Tugenden bringen die Passagiere voran. Wehrt sich der ML auf kurvigen Passagen noch mit seiner schwergängigen Lenkung gegen allzu große Hektik, so trägt er seine Insassen mit der serienmäßigen Luftfederung besonders ruhig und in der Comfort-Einstellung leicht wiegend über schlechte Straßen.
Er ist kein feuriger Handlings- Entertainer, aber ein unaufgeregter und sicherer Partner auch in kritischeren Situationen. Im Alltag erfreut er mit dem größten Ladevolumen, der höchsten Zuladung, den bequemsten Fondsitzen und der schnellsten Bedienung. Jedoch kann seine etwas klinisch-reduzierte Interieur-Anmutung nicht mit der feinen Eleganz des X5 mithalten.
Der X5 jagt mit seiner Aktivlenkung (1300 Euro) und dem Adaptive Drive-Fahrwerk (3290 Euro) mit aktiver und dank moderner Flex-Ray-Datenvernetzung ultraschneller und präziser Wankstabilisierung so agil, direkt und packend um die Ecken, dass den beiden Konkurrenten schon vom Zusehen schwindlig werden dürfte.
Gingen solche Handlingsqualitäten früher noch mit brettharten Fahrwerken einher, so beweist der X5 dank seinem cleveren elektronischen Dämpfersystem besonders im beladenen Zustand erstaunlichen Komfort – nur ab und zu ungebührlich gestört von plötzlichen Katapult-Stößen auf harten Kompressionen.
Die Komfortsitze mit aktiven Wangen (910 Euro) lassen sich schwer verbessern und zeigen doch ein Manko auf: All das, was beim X5 besonders Spaß macht, kostet kräftig Aufpreis.

Serienmäßig sind dafür die praktischen Befestigungsmöglichkeiten im Kofferraum und der mit etwas Training inzwischen unkompliziert zu bedienende i-Drive. Die Aufpreisliste können Range Rover Sport-Käufer beim Supercharged getrost zur Seite legen. Wenn ein Auto das Prädikat voll ausgestattet verdient, dann er.
DVD-Navigation, Leder, Bi-Xenon, Soundsystem, Eirnparkhilfe, Luftfederung und Wankstabilisierung hat der große Brite serienmäßig an Bord. Vor allem aber verfügt er ab Werk über hervorragend funktionierende, computergesteuerte Geländeprogramme (All Terrain Response), die der ML nur für viel Geld in sehr abgespeckter Form und der X5 erst gar nicht bietet.

Auf normalen Straßen beweist er trotz sportlicher, geduckter Optik ein nur durchschnittliches Talent.

Schon früh schiebt seine Front ausladend zum Kurvenrand, und die 20-Zoll-Niederquerschnittreifen helfen spürbar wenig bei der Linderung von Querfugen-Pein. Wer ihn nicht übermäßig fordert, erlebt jedoch das besonders erhabene Range Rover-Fahrerlebnis.
Objektiv hat der Sport keine Chance gegen die deutschen Premium-Konkurrenten, aber subjektiv fällt es nicht schwer, seinem edel-robusten Charme zu verfallen. Vorausgesetzt, man hat das nötige Geld zur Verfügung, denn mit einem Basispreis von 83 800 Euro ist der Range auch ausstattungsbereinigt deutlich teurer als seine beiden Konkurrenten, die mehr als 10 000 Euro weniger kosten.

Immerhin gibt es dafür eine vierjährige Garantie. Beim X5 schlägt dagegen die hohe Kasko-Einstufung zu Buche. Mit Abstand den geringsten Aufwand fordert der ML. Schön, dass das günstigste Auto in diesem Fall auch das beste ist.

Fazit

1. Mercedes ML 500
497 Punkte

Mit dem neuen Achtzylinder ist der ML mehr denn je der Maßstab in der großen SUV-Klasse. Selbst die Kosten sind am niedrigsten.

2. BMW X5 4.8i
461 Punkte

Exzellentes Handling ohne große Komforteinbußen: Der X5 spielt die Elektronik-Trumpfkarte voll aus. Sein V8 kann aber nicht mit dem des ML mithalten.

3. Range Rover Sport V8 Supercharged
410 Punkte

Er ist ein automobiles Statement und stilsicher bis ins Detail. Sein Fahrwerk verlangt aber nach Feinschliff und der Motor nach Erneuerung.

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Technische Daten
BMW X5 xDrive48iMercedes ML 500Land Rover Range Rover Sport Supercharged
Grundpreis70.900 €70.508 €83.800 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4854 x 1933 x 1739 mm4780 x 1911 x 1779 mm4788 x 1983 x 1812 mm
KofferraumvolumenVDA620 bis 1750 L551 bis 2010 L450 bis 2013 L
Hubraum / Motor4799 cm³ / 8-Zylinder5461 cm³ / 8-Zylinder4196 cm³ / 8-Zylinder
Leistung261 kW / 355 PS (475 Nm)285 kW / 388 PS (530 Nm)287 kW / 390 PS (550 Nm)
Höchstgeschwindigkeit240 km/h250 km/h225 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h6,5 s5,8 s7,6 s
Verbrauch12,1 L/100 km12,8 L/100 km15,9 L/100 km
Testverbrauch17,2 L/100 km16,0 L/100 km20,6 L/100 km
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