Roomster, Berlingo, Kangoo: Raumreiche Zeiten

Der brandneue Skoda Roomster bringt frischen Schwung in die Klasse der bisher eher kastenförmigen Raumfahrzeuge. Er tritt gegen den Citroën Berlingo und den Renault Kangoo an - zwei Vertreter der eher klassisch französischen Interpretation dieser Autogattung.

Multitalente vom Schlage eines Citroën Berlingo, Renault Kangoo oder Skoda Roomster bleiben im Bermudadreieck zwischen Pkw, Kombi und Van seltsam namenlos. Hochdachkombi wäre ein passender, wenn auch sperriger Begriff.

Dessen Wurzeln weisen nach Frankreich. Vorgänger wie Citroën Kastenente, Acadiane und C15 oder Renault Rapid boten auf der Grundfläche eines Kleinwagens ein Plus an Raum, das Kleingewerbetreibende schätzten. Inzwischen ist Raum auch in der mobilen Freizeitgesellschaft ein gefrages Gut. Golfer, Mountainbiker und Kletterer brauchen ebenso Platz für ihre Ausrüstung wie Schrebergärtner und Heimwerker. Variabilität ist also zusätzlich gefordert. Zudem sollte das passende Auto Pkw-Qualitäten bieten. Ihre äußere Erscheinung verrät die beiden Franzosen als Vertreter konsequenter Nutzung des umbauten Raums. Schicke Gestaltung hat die Designer kaum bewegt, Rationalität obsiegte.

Hingegen offenbart der neue Roomster schon optisch das Zwitterwesen. Vorn der Fahrerraum, dahinter ein Koffer, Motto: „quadratisch, praktisch, gut“. Dazu ist der Skoda gut 20 cm flacher und wirkt im Innenraum limousinenhafter als seine Kontrahenten. Tiefer liegende, ordentlich konturierte Sitze tragen zum Wohlbefinden bei, das höhenverstellbare Lenkrad macht den Blick auf die klar gegliederte Instrumentierung leicht. Die freie Sicht nach draußen schränken freilich stämmige A- und B-Säulen ein. Viel Glas und großzügige Kopffreiheit schaffen dagegen für Fahrer und Beifahrer der beiden Franzosen das üppige Raumgefühl eines Kommandostandes. Hier sitzt man nicht, man thront erhöht. Beide pflegen jedoch das Klischee weicher gallischer Sitzkultur ohne ausgeprägten Seitenhalt. Die Rundinstrumente sind leicht abzulesen, im Berlingo hilft die Lenkradhöhenverstellung beim individuellen Justieren. Nicht weniger wichtig sind Funktionalität und Variabilität des Interieurs. Da legt der Citroën die Messlatte schon mal hoch. Er ködert mit einem Maximum an Raum und nutzt ihn mit einer kaum zu überbietenden Vielzahl von Ablagemöglichkeiten: XL-Taschen in den Seitentüren, Überkopf-Fächer vorn, aus denen heraus unterm Dach ein weiterer riesiger Ablagetunnel nach hinten wächst.

 Zwei weitere große Fächer mit Klappdeckel schließen sich an, in denen Fond-Sitzer ihre Reiseutensilien verstauen können. Selbst für eine Messie- Truppe bietet sein Stauraum ein wahres Dorado. Die Fondsitze im Berlingo verfügen über viel Oberschenkelauflage, für die Füße ist unter den Vordersitzen aber kaum Platz. Die im Verhältnis 1:2 teilbare Bank ist längs fixiert, kann aber nach vorn geklappt werden. Das gibt eine üppige Ladefläche frei.

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Klaus Ulrich Blumenstock

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