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Seat Leon ST X-Perience und Skoda Octavia Scout

Robuste Power-Kombis im Bruderduell

Seat Leon ST X-Perience 2.0 TDI, Skoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4, Frontansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 24 Bilder

Viel Platz, viel Druck, viel Traktion - die Allrad-Kombis Seat Leon ST X-Perience sowie der Skoda Octavia Scout sind mit ihren 184 PS starken TDI-Motoren nicht nur sparsam und schnell. Sie bieten zusätzlich einen robusten Auftritt. Welcher gewinnt den Vergleichstest?

16.03.2015 Michael von Maydell Powered by

Es gibt so Tage, da spielt das Wetter einfach nicht mit. Die Sonne scheint, die Straßen sind trocken, und bei frühlingshaften 15 Grad liegt selbst im alpin angehauchten Allgäu kein Schnee. Gleichgültig ob nun Januar ist oder nicht. Schade für uns, denn exakt für solche Momente sind die robusten Kompakt-Kombis Seat Leon X-Perience und der neue Octavia Scout ideal – insbesondere wenn sie mit dem bärigen Zweiliter-Diesel ausgestattet sind. Macht aber nichts. Wofür gibt es die Schwäbische Alb mit all den kurvigen Aufstiegen samt gut durchgeweichtem Laub?

VW-Triebwerk EA288 macht beiden mächtig Dampf

In beiden Kombis arbeitet der derzeit stärkste Zweiliter-TDI (intern: EA288) von Volkswagen, auch bekannt aus dem Golf GTD. 184 PS oder, wichtiger, 380 Newtonmeter stehen ab 1.750 Touren parat. Der Diesel wird mit 2.000 bar eingespritzt. NOX-Speicherkat und Partikelfilter sorgen für Euro-6-Einstufung, zwei Ausgleichswellen für Laufruhe. Daran angekoppelt: ein meist problemlos und schnell waltendes Sechsgang-DSG, das beim Seat sogar über Wippen am Lenkrad die Gänge wechselt.

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Vergleichstest Seat Leon ST X-Perience, Skoda Octavia Scout
auto motor und sport 03/2015
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Also los. Der Octavia zieht ohne Zögern davon, den subjektiv noch williger zupackenden Leon im Heck. Überholen? Keine Chance. Die beiden schenken sich nichts. Nullhundert erledigen die Kombis in sportlichen 7,4 Sekunden, bis 180 km/h gleichen sich die Messwerte. Auch im Zwischenspurt keine Unterschiede, bei den angemessenen Verbrauchswerten kaum (6,3 bis 9,6 l/100 km). Wer genauer hinhört, wird aber registrieren, dass der TDI des Seat etwas lauter und knurriger klingt als der offensichtlich sorgfältiger abgekapselte Diesel des Skoda. Wobei beide kernige Typen sind. Immerhin: Zu dem robusten Auftritt passt der Sound bestens. Zusammen mit dem Sechsgang-DSG ergibt sich so ein mächtiger Antrieb, den man kaum mehr hergeben möchte.

Und das Beste: Trotz des mächtigen Schubes scharrt nichts und niemand. Längst in den spitzen Kehren der Alb angekommen, sorgen Haldex-Kupplungen der fünften Generation ohne spürbaren Zeitverzug für Traktion auf allen Achsen. Zudem unterstützen elektronische Differenzialsperren sowie obligatorische Anfahrhilfen das ungestörte Vorwärtskommen.

Seat Leon ST X-Perience trotz Höherlegung ein kurvenfreundlicher Kombi

Großartige Geländegängigkeit gilt es dennoch nicht zu vermelden. Der Leon ST ist als X-Perience nun 27 Millimeter, der Skoda Octavia Scout 31 Millimeter höher. Daraus ergibt sich für beide eine Bodenfreiheit von 171 Millimetern. Zum Vergleich: Ein Skoda Yeti bringt es auf 180, ein Range Rover auf 292 Millimeter. Neben grauer Beplankung, angetäuschten Unterfahrelementen und passenden Emblemen bieten die Kombis immerhin zusätzliche Abdeckungen im Unterboden, die Brems- und Kraftstoffleitungen bei allzu wilden Ausflügen schützen sollen.

Also lieber auf der Straße bleiben. Hier präsentiert sich der Leon trotz seiner Höherlegung als kurvenfreundlicher Kombi, der sich mittels direkter Lenkung und straffen Fahrwerks agil und mit wenig Seitenneigung wie gewohnt flott bewegen lässt. Später im Jahr erweitert Seat sein Fahrwerk zudem mit Adaptivdämpfern.

Der deutlich gemütlicher abgestimmte Scout belässt es da bei einem klassischen Fahrwerk und lenkt präzise, aber längst nicht so flink ein. Wer vermutet, der Skoda sei im Gegenzug komfortabler, der irrt. Auf Querfugen und kurzen Wellen ähnlich stößig wie der Seat Leon ST X-Perience, macht der Skoda Octavia Scout so seinen eigentlich komfortablen Auftritt zunichte. Während der Leon ST mit bestens geschnittenen Sportsitzen und einem klassengemäßen Raumangebot aufwartet, lockt der hochwertiger ausstaffierte und 14 Zentimeter längere Scout mit einem ansprechenden Cockpit, bequemen Sitzen, mehr Ablagen sowie der bekannt überragenden Beinfreiheit im Fond.

Ebenfalls klasse: sein üppiger Laderaum. 1.740 Liter maximales Volumen stechen die 1.470 Liter des Seat locker aus. Kaum Unterschiede hingegen bei der Ausgestaltung der Laderäume. Hier wie dort kantig geschnitten, warten sie mit großen Unterbodenfächern, zusätzlichen Durchladen und einer praktischen Fernentriegelung für die Rücksitzlehnen auf.

Mehr Ausstattung im Skoda Octavia Scout

Trotz aller Vorteile ist der Octavia mit einem Preis von 32.650 Euro aber dennoch günstiger und zugleich besser ausgestattet als der 33.060 Euro teure Leon ST. Für Extras wie Sitzheizung, Parkpiepser hinten sowie Licht- und Regensensor verlangt Skoda keinen Cent mehr. Und wer noch etwas drauflegen möchte, findet nützliche Optionen wie einen umklappbaren Beifahrersitz, eine verschiebbare Ablage unter der Kofferraumabdeckung, Abfalleimer und vieles mehr. Sicherheitsrelevante Systeme wie ACC, City-Notbremse oder Spurverlassenswarner bieten indes beide.

Auf der Alb ist die Sonne längst untergegangen, und beim letzten Fahrerwechsel wird klar: Gut gemachte adaptive Bi-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht (1.115 Euro) sind kaum zu toppen. Denn während wir über die kurvigen Sträßchen runter ins Tal abfahren, verschreckt der Seat mit seinen sehr hellen LED-Scheinwerfern (1.090 Euro) nur die Tiere in den dunklen Büschen, der Skoda leuchtet hingegen jede Kurve perfekt aus.

Auch sonst ist beim Octavia Scout viel Licht und wenig Schatten: Er ist zwar kein Sportler, bietet dafür aber mehr Platz und ebenbürtige Fahrleistungen. Zusammen mit der kernigen Optik könnte er für manch einen der reizvollste Octavia überhaupt sein.

Fazit

1. Skoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4
438 Punkte

Das enorme Raumangebot und die bessere Ausstattungspolitik verhelfen dem straff abgestimmten, aber edleren Skoda Octavia Scout 2.0 TDI zu einem Punktevorsprung. Er ist deutlich länger, aber nicht langsamer als der Leon.

2. Seat Leon ST X-Perience 2.0 TDI
429 Punkte

Der Seat Leon ST X-Perience 2.0 TDI bewegt sich agiler, vermittelt zusammen mit dem bärigen Diesel mehr Fahrspaß und ist dem Octavia in vielen Eigenschaften ebenbürtig. Toppen könnte er den geräumigen Skoda nur durch einen Dumpingpreis.

Technische Daten
Seat Leon X-Perience 2.0 TDISkoda Octavia Scout 2.0 TDI 4x4
Grundpreis34.170 €32.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4543 x 1816 x 1481 mm4685 x 1814 x 1531 mm
KofferraumvolumenVDA587 bis 1470 L610 bis 1740 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung135 kW / 184 PS (380 Nm)135 kW / 184 PS (380 Nm)
Höchstgeschwindigkeit224 km/h219 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,1 s7,8 s
Verbrauch5,4 L/100 km5,0 L/100 km
Testverbrauch8,3 L/100 km8,4 L/100 km
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