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Skoda Kodiaq 1.4 TSI gegen 2.0 TDI

Benziner mit leichten Vorteilen

Skoda Kodiaq 1.4 TSI, 2.0 TDI Foto: Hans-Dieter Seufert 11 Bilder

In Durchzug und Sparsamkeit haben moderne Turbobenziner fast zum Diesel aufgeschlossen. Lohnt es sich also noch, den teureren Selbstzünder zu nehmen? Hier klären wir diese Frage am Beispiel des Skoda Kodiaq.

02.06.2017 Heinrich Lingner 3 Kommentare

Große SUV – und mit 4,7 Metern Länge und zwei Kubikmetern maximalem Ladevolumen ist der Kodiaq einer – sind doch geradezu prädestiniert für stämmige Dieselantriebe, oder? Zumal dann, wenn als Benziner ein Downsizing- Turbo eingesetzt wird? In diesem Fall ist die Frage jedoch nicht so leicht zu beantworten, denn beide Motoren passen gut in den großen Skoda. Dass der Benziner nur 1,4 Liter Hubraum hat und bisweilen sogar als 0,7-Liter läuft, merkt man ihm auf Anhieb nicht an.

Dabei steht das Kürzel ACT für „Active Cylinder Technology“ und bedeutet, dass das Triebwerk je nach Bedarf die Hälfte seiner Brennräume stilllegt. Es passiert so übergangslos, dass im Cockpit extra auf den Zweizylinderbetrieb hingewiesen wird. Dabei hilft natürlich, dass der TSI ein ausgesprochen kultivierter Vierzylinder ist, zudem einer, der gut am Gas hängt und sämig hochdreht. Wie die meisten Downsizing-Turbos leistet er sich kleine Durchzugsschwächen im Drehzahlkeller, die das sehr schnelle und ruckfrei schaltende Sechsgang-DSG jedoch sehr flockig überspielt. Mit Schaltgetriebe fiele diese Schwäche womöglich unangenehmer auf.

Nur bei Volllast säuft der TSI

Darüber hinaus erwies sich der TSI-Antrieb als sehr sparsam, der Verbrauchsvorteil des Diesel betrug bei den Testmessungen 0,7 bis 0,9 Liter je 100 km. Da kann man für die rund 2.700 Euro Minderpreis zum 2.0 TDI mit 150 PS ziemlich viel fahren. Bei 15.000 km pro Jahr dauert es 2,5 Jahre, bis der Diesel seinen höheren Neupreis herausgefahren hat. Nicht berücksichtigt sind in diesem Szenario allerdings die sonstigen Unterhaltskosten sowie der stark ansteigende Verbrauch des Benziners bei sehr schneller Autobahnfahrt.

Skoda Kodiaq 1.4 TSI MotorFoto: Hans-Dieter Seufert
Nicht hübscher als der Diesel - dafür aber kultivierter: Der TSI mit Zylinderabschaltung. Zudem hält sich der Mehrverbrauch des Benziners für einen SUV absolut im Rahmen (+ 0,7 l/100km)

Denn auch das hat der Skoda-TSI mit anderen Downsizing-Turbobenzinern gemeinsam: das unmäßige Volllast-Trinken. Doch es gibt auch andere Gründe, dem Selbstzünder den Vorzug zu geben. Wer deutlich mehr als 30.000 km im Jahr fährt, ist natürlich mit dem TDI viel günstiger unterwegs. Und für häufigen Anhängerbetrieb ist der stämmige Diesel ebenfalls besser geeignet. Zudem mögen viele SUV-Freunde den etwas raubeinigeren und zupackenderen Charakter des Diesel. Womit sie freilich rechnen müssen: Wegen des doch ganz erheblichen Mehrgewichts von über 130 kg reagiert der Kodiaq TDI etwas träger auf Lenkbefehle und gibt sich insgesamt behäbiger, wie sich auch an den schlechteren Fahrleistungen ablesen lässt.

Fazit

Dass hier der Hightech-Benziner besser abschneidet, ist die deftigste Überraschung dieses Vergleichs. Doch der Kodiaq TSI verbraucht kaum mehr, ist erheblich leichter und um einiges günstiger. Da lohnt der Diesel wohl nur für Vielfahrer und Anhängerfreunde

Technische Daten
Skoda Kodiaq 2.0 TDI StyleSkoda Kodiaq 1.4 TSI ACT Style
Grundpreis36.690 €34.050 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4697 x 1882 x 1655 mm4697 x 1882 x 1655 mm
KofferraumvolumenVDA650 bis 2065 l650 bis 2065 l
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder1395 cm³ / 4-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS bei 3500 U/min110 kW / 150 PS bei 5000 U/min
Höchstgeschwindigkeit199 km/h198 km/h
0-100 km/h10,5 s9,8 s
Verbrauch4,9 l/100 km6,2 l/100 km
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    Neuester Kommentar

    wer braucht einen großen Kodiaq: Leute, die Familie haben, einen Wohnwagen oder Anhänger ziehen, das Auto mal vollpacken müssen.
    Da taugt der kleine TSI nicht wirklich was. Wer nur durch die Stadt cruist, der braucht keinen Kodiaq.
    Ergo: der Diesel ist wohl die bessere, souveränere und vermutlich langlebigere Wahl.

    auto-fan 6. Juni 2017, 16:14 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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