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Suzuki Jimny und Daihatsu Terios im Vergleichstest

Der Suzuki Jimny im Vergleich der kleinen Offroader

21 Bilder

Bei den kompakten Offroadern geben Suzuki und Daihatsu die Marschrichtung vor. Nicht nur für Waidmänner interessant: Die Sondermodell für Wald und Flur bieten mehr fürs Geld.

20.07.2008 Powered by

Betrachtet man derzeit die Zulassungsstatistiken, gibt es noch genau zwei Segmente mit ordentlichem Zuwachs: SUVs und kleine Pkw. Sucht man allerdings die Schnittmenge aus beiden, nämlich einen preisgünstigen, kompakten und sparsamen Offroader, sieht es ziemlich dünn aus.

Einzig die japanischen Anbieter Suzuki und Daihatsu sind seit Jahren in diesem Segment, das recht bescheidenen Glamour, aber viel Praxisnutzen zu bieten hat, daheim. Jimny und Terios stehen dabei ziemlich allein auf weiter Flur. Konkurrenz? Fehlanzeige. Erst allmählich rührt sich in den Entwicklungsabteilungen weiterer Hersteller etwas, denkt man auch andernorts über die Vermarktung von Mini-SUVs nach. Die kompakten Abmessungen und der günstige Preis haben Jimny und Terios vor allem bei einer Klientel sehr beliebt gemacht, die wenig auf Showeffekte setzt: bei Jägern. Dort sind die knuffigen Allradler erste Wahl. Entsprechend aufmerksam kümmert man sich um diesen Kundenkreis und bietet passende Sondermodelle an: Suzuki den Jimny Ranger, Daihatsu den Terios Pirsch. Robuste Gepäckraum-Auskleidungen und Trenngitter werden allerdings auch andere Interessenten zu schätzen wissen – ob man da einen erlegten Keiler, eine ölige Motorsäge oder einen Labrador frisch nach dem Tümpelbad einlädt, ist schließlich einerlei. Wer auf minimalen Parkplatzbedarf Wert legt, ist mit dem Suzuki etwas besser bedient: knackige 3,77 Meter vom einen Ende zum anderen. Da muss selbst der immer noch sehr kompakte Terios die Segel streichen.

Dessen zusätzliche 30 Zentimeter Außenlänge kommen dann auch dem Innenraum spürbar zugute: Die hinteren Türen erfüllen keine Alibifunktion, in Reihe zwei können ausgewachsene Mitteleuropäer ohne Beklemmungen Platz nehmen. Dieses Thema stellt sich beim Suzuki in der Testversion erst gar nicht – hier ist mit Trenngitter und Laderaumverkleidung der Weg auf die Rücksitze versperrt. Konsequent, denn nur so – als Zweisitzer mit ausreichend großer Gepäckhöhle – ist der Jimny wirklich sinnvoll. Da könnte man die Rücksitze dann allerdings auch gleich ganz weglassen.

Großes Lob verdient in beiden Testwagen die Bedienbarkeit. Das liegt zum Teil natürlich daran, dass es nicht übermäßig viele Funktionen gibt. Zum anderen aber auch an der Tatsache, dass diese Funktionen in logischen Gruppen zusammengefasst sind und sich mittels leicht begreifbarer Schalter ausführen lassen. Das ist im Jimny sogar eine Spur besser. Beim letzten Facelift brachte außerdem eine Umstellung der Verteilergetriebe-Steuerung auf Elektroantrieb mehr Klarheit. Der zweite knorrige Schalthebel für Zuschaltallrad und Untersetzung hat damit ausgedient. Doch bei allem nützlichen Charme der beiden ist die Material- und Verarbeitungsgüte immer noch enttäuschend, auch wenn ihre Preise fürs Geländewagenlager recht niedrig sind. Im Vergleich mit normalen Pkw sind die zwei nicht gerade günstig – für den Gegenwert des Terios Pirsch hat der VW-Händler auch einen manierlich ausgestatteten Golf zu bieten. Dementsprechend wirkt es etwas störend, wenn die Hände tagtäglich schon am Lenkrad hartes Plastik berühren müssen. Dem 5000 Euro günstigeren Jimny sieht man das noch eher nach, der geht allerdings auch noch verschwenderischer mit dem Kunststoff um – beispielsweise bei den extrem harten Kopfstützen.

Die Motoren der beiden werden ihrem Job mehr als gerecht. Spritzig und unverblümt gehen sie zur Sache und zeigen trotzdem im Stadtverkehr Charakter – da lässt es sich mit beiden ruckelfrei auch bei 50 km/h im fünften Gang fahren. Um im Verkehr selbst auf der Landstraße mit-zuschwimmen, muss man sich nicht anstrengen, erst wenn überholt werden soll, lohnt es sich, die Drehzahlmessernadel in Richtung roten Bereich zu treiben. Der Testverbrauch von jeweils deutlich über acht Liter ist keine Offenbarung für die leichten Wusler. Das resultiert aber auch daraus, dass man sie in bestimmten Verkehrssituationen ganz einfach ausdrehen muss.

Erhebliche Unterschiede gibt es beim Fahrkomfort. Der Jimny mit seinem extrakurzen Radstand und dem ziemlich unnachgiebig abgestimmten Starrachsfahrwerk verlangt von seiner Besatzung echte Nehmerqualitäten. Man muss kein verweichlichter Limousinenfahrer sein, um längere Autobahntouren im Suzuki als Schreckensvision zu empfinden – das ständige Gestucker, die stetigen kleinen und großen Stöße selbst auf einer vermeintlich topfebenen Straße gehen nach kurzer Zeit an die Substanz. Dazu passt irgendwie die leicht stoßige Lenkung, die sowohl beim harten Bremsmanöver als auch auf ruppigem Untergrund fröhlich mitschwingt. Keine Frage: Wer öfter längere Überlandstrecken zurücklegen muss, ist mit dem Terios viel besser dran. Der ist dafür – kurios – innen hörbar lauter. Ganz anders sieht es jedoch aus, wenn öfter ein ausführlicher Geländeritt auf dem Plan steht: Mit Untersetzungsgetriebe und Starrachsen lässt der Suzuki abseits der Straße nichts anbrennen, zusätzliche Joker sind die knackigen Abmessungen und das geringe Gewicht. Deshalb hängt der kleine Wühler im Gelände selbst viel teurere und stärker motorisierte Gegner einfach ab. Ganz davon abgesehen, dass es erheblich entspannender ist, nicht permanent Angst vor einer nassen Wiese oder zu eng stehenden Bäumen zu haben.

Da ist der Jimny fast näher an einer Enduro als am Geländewagen. Dementsprechend soll ihm auch verziehen werden, dass er bei den obligatorischen Dynamiktests nur Zweiter wurde. Wegen des fehlenden Schleuderwächters wedelt er zwar 0,6 Sekunden schneller durch die Slalomgasse als der Terios, dessen ESP eifrig und permanent eingreift. Dafür besteht beim Suzuki klare Kippgefahr, wenn man es zu ungestüm angeht. Und dass er trotz lediglich 1094 Kilogramm Leergewicht erst nach 49,7 Metern aus Tempo 100 zum Stehen kommt, ist kein Ruhmeszeugnis. Der Daihatsu ist mit etwa 40 Metern wesentlich konsequenter bei der Verzögerung. Betrachtet man derzeit die Zulassungsstatis-tiken, gibt es noch genau zwei Segmente mit ordentlichem Zuwachs: SUVs und kleine Pkw. Sucht man allerdings die Schnittmenge aus beiden, nämlich einen preisgünstigen, kompakten und sparsamen Offroader, sieht es ziemlich dünn aus.

Einzig die japanischen Anbieter Suzuki und Daihatsu sind seit Jahren in diesem Segment, das recht bescheidenen Glamour, aber viel Praxisnutzen zu bieten hat, daheim. Jimny und Terios stehen dabei ziemlich allein auf weiter Flur. Konkurrenz? Fehlanzeige. Erst allmählich rührt sich in den Entwicklungsabteilungen weiterer Hersteller etwas, denkt man auch andernorts über die Vermarktung von Mini-SUVs nach.

Fazit

Dank niedrigem Preis und günstiger Versicherung ist der Suzuki Jimny als Zweitwagen bezahlbar. Das ist gut so, denn als Alltagsfahrzeug und für Daily Driver ist objektiv betrachtet nur der Daihatsu Terios geeignet.

Technische Daten
Daihatsu Terios 1.5 4 WDSuzuki Jimny 1.3 4WD
Grundpreis22.300 €16.090 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4075 x 1745 x 1740 mm3545 x 1600 x 1705 mm
KofferraumvolumenVDA380 L113 bis 816 L
Hubraum / Motor1495 cm³ / 4-Zylinder1328 cm³ / 4-Zylinder
Leistung77 kW / 105 PS (140 Nm)63 kW / 86 PS (110 Nm)
Höchstgeschwindigkeit160 km/h140 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h12,6 s14,1 s
Verbrauch8,1 L/100 km7,1 L/100 km
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