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Tesla Model S und Porsche Panamera S E-Hybrid

Der Voll- und der Halb-Elektriker

Porsche Panamera S E-Hybrid, Tesla Model S, Seitenansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 30 Bilder

Sie stehen für grünen Luxus im Automobilbereich: der Porsche Panamera S E-Hybrid als elektrifizierter Vertreter der alten Auto-Welt und das Tesla Model S als rein elektrischer Vorreiter der neuen Mobilität. Wer von beiden das bessere Konzept bietet und mehr Spaß beim Fahren macht, klärt der große Vergleichstest.

01.12.2013 Alexander Bloch

Die Niederlage kommt fast lautlos, und sie schmerzt den Porsche an seiner empfindlichsten Stelle: der Beschleunigungsehre. Fast eine Sekunde nimmt das Tesla Model S dem Panamera E-Hybrid von null auf 100 km/h ab. Doch es ist nicht nur die Stammtischzahl von 4,7 Sekunden, die den Porsche Panamera S E-Hybrid so nervt, es ist die aufreizende, fast arrogante Lässigkeit, mit der es der kalifornische Newcomer tut. Der Start-up-Stromer Tesla Model S jagt mit mühelos wirkender Kraft aus Kehren heraus, und der teilelektrische Schwabe hechelt hinterher.

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Vergleich Porsche Panam. S E-Hybrid Tesla Model S Die neue Elite
auto motor und sport 24/2013
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Tesla Model S erteilt Dynamik-Lektion

Es ist eine Dynamik-Lektion, die das mit 2,1 Tonnen fast gleich schwere und starke Tesla Model S dem ebenso hinterradgetriebenen deutschen Rivalen erteilt. Sein 310 kW (421 PS) starker asynchroner E-Motor beschleunigt bis 200 km/h schneller und ansatzloser, kennt mit dem Eingang-Getriebe keinerlei Schaltrucke und läuft dabei so ruhig, wie es kein Zwölfzylinder jemals schaffen wird.

Dabei setzt der 306 kW (416 PS) starke Plug-in-Porsche mit seinem dynamischen Antritt, dem fein abgestimmten Hybrid-Antrieb und dem komfortablen Achtgang-Wandler-Automaten das Niveau schon sehr hoch.

Sie vermissen aber den Sound? Nun, ganz ehrlich, der von Audi entlehnte, 333 PS starke Kompressor-V6 im Porsche Porsche Panamera S E-Hybrid holt mit seiner brummeligen Art keinen echten Porsche-Fan hinter dem Boxer hervor. Es fehlt an Charakter und Sex-Appeal. Immerhin bietet der Viersitzer mit 270 km/h einen über 60 km/h höheren Topspeed.

Dem Porsche Panamera S E-Hybrid bleiben noch zwei weitere Möglichkeiten zum Kontern: Er wartet, bis die Antriebseinheit des Tesla entweder zu warm oder die Batterie so leer ist, dass er seine Leistung nicht mehr voll abliefern kann. Das passiert auf einer Rennstrecke schnell, im normalen Verkehr eher selten.

Elektro-Gewalt des Tesla Model S

So zügig wie übliche Elektroautos lässt sich das Tesla Model S seinen Akku eben nicht leersaugen: Gewaltige 85 kWh Energieinhalt lauern im großflächigen Batterieboden der größten Variante P85. Während andere Hersteller teure, aufs Auto optimierte Flachzellen verwenden, setzt Tesla dabei auf tausende so genannter 18.650er-Standard-Lithium-Ionen-Stabzellen, wie wir sie aus Notebooks kennen. Die werden mittels einer sehr aufwendigen Elektronik-Überwachung und Flüssigkühlung auf Sicherheit getrimmt. Mit dieser einzigartigen Strategie erreicht Tesla sehr niedrige Batteriekosten.

Der Viertürer kommt damit realistisch bis zu 381 Kilometer weit - zwölf Mal mehr als der Panamera rein elektrisch. Dessen im Heck lagernde Lithium-Ionen-Batterie von Sanyo speichert netto nur 8,5 kWh. Laut Verkehrsstatistik reicht das aber, um über 50 Prozent aller Fahrten leise sirrend abzudecken. Dabei saugt er mit 26,6 kWh pro 100 Kilometer mehr Strom als das Tesla Model S.

Dass der E-Hybrid trotz 70 kW und damit viel weniger Leistung mehr verbraucht, verwundert nur Verbrenner-Fans. Im Elektroantriebs-Bereich gelten andere Gesetze: Hier ist der stärkere Motor oft auch der effizientere, weil er weniger elektrischen Widerstand und bessere Wärmeabfuhr bietet. Beide E-Maschinen sind luftgekühlt, die des Porsche Panamera S E-Hybrid setzt aber auf einen synchronen Antrieb mit Permanentmagneten.

Tesla Model S in vier Stunden geladen

Dagegen muss sich der Porsche mit seinem Verbrennungsmotor und Benzintank nie Gedanken über die Reichweite machen. Keine längere Fahrt muss hier nach verfügbaren Ladestationen geplant werden - beim Tesla Model S schon. Immerhin soll das Model S mittels Supercharger (120 kW) in nur 20 Minuten wieder zur Hälfte voll sein. Das entspricht fast 200 Kilometer Reichweite. Diese Supercharger gibt es in der EU derzeit aber nur in Norwegen.

An einer 400-Volt-Schnellladebuchse (22 kW Leistung) ist der Tesla in vier Stunden wieder geladen. Etwa so lange braucht der Porsche Panamera S E-Hybrid an einer 230-Volt-Heimsteckdose, an welcher der E-Ami wiederum über einen Tag nuckeln würde.

Wer den Verbrauch so verschiedener Antriebskonzepte fair vergleichen will, muss nach Well-to-wheel-Maßstäben vorgehen, also von der Energiequelle bis zum Rad. Das Tesla Model S stößt hier nach deutschem Strommix bei 22,9 kWh/100 km indirekt 132 g CO2 pro Kilometer aus. Der Panamera verbraucht im ams-Profil (statistische Fahrstrecke) 3,8 Liter Super und 15,3 kWh Strom, was einem CO2-Ausstoß von 177 g/km entspricht. Im reinen Verbrenner-Betrieb konsumiert er auch mal über neun Liter/100 km. Ein guter Wert für einen solchen Brummer, aber eben mehr als der Stromer von der Westküste.

Tesla Model S keine Bastelbude

Wenn dann das Tesla Model S auch noch talentiert und flink durch den auto motor und sport-Hütchenparcours wedelt, ziehen ganz dunkle Wolken über Auto-Deutschland auf. Das Tesla Model S ist eben keine Bastelbude, sondern ein auch nach klassischen Maßstäben gutes Auto. Doch der Panamera kontert mit traditionellen Stärken: Seine elektrohydraulische Lenkung zirkelt präziser, er wankt weniger und bleibt auch bei sehr hohem Tempo extrem ruhig und neutral.

Das Tesla Model S wirkt unruhiger und wechselt zwischen leichtem Heckkick und Untersteuern. Sobald der Untergrund welliger wird, massieren seine straffere Luftfederung und die 21-Zöller zudem die Passagier-Pos beharrlicher. Porsche hat dagegen einen eindrucksvollen Schritt hin zu tollem Komfort gemacht. Nur das etwas hölzerne Abrollen der 19-Zöller erinnert noch an altgediente Sportwagen.

Höhere Sicherheit im Panamera

Doch der größte Unterschied eröffnet sich im Sicherheits-Kapitel. Hier hat das Tesla Model S noch einiges aufzuholen, selbst wenn Tesla-Chef Elon Musk so gerne von 5,4 statt fünf Sternen im Crashtest spricht. Die Bremsen sind standfest und etwas schlechter als die des Porsche Panamera S E-Hybrid, aber die Ausstattung an aktiver Sicherheit wird schon von jedem VW Up getoppt.

Was verwunderlich ist, da Tesla gewaltige Freiheiten während der Fahrt erlaubt: einen vollen Internet-Zugang auf dem weltgrößten Auto-Touchscreen. Wie lax man im Silicon Valley das Thema Bediensicherheit sieht, zeigt auch die in einem Untermenü(!) liegende Lichtsteuerung. Abgesehen davon ist das große Infotainment mit seiner stabilen, schnellen Online-Anbindung ein revolutionäres System, dem mit Detailverbesserungen noch eine große Zukunft bevorsteht. Dagegen bietet das knopflastige Panamera-Infotaiment eine einfache, aber etwas altbackene Bedienung.

Großer Tesla Model S-Kofferraum

Dafür scheinen die Metallpressen bei Tesla schon etwas betagter: Die Heckklappe sitzt schief, die Blechspalte sind uneinheitlich. Hinzu kommen Karosseriegeräusche, während der Panamera extrem solide und präzise verarbeitet wirkt. Wer bei ihm hinten sitzt, fühlt sich auch als größerer Mensch in den sehr bequemen Sitzen geräumig und gut aufgehoben.

Der Tesla-Fond wirkt mehr wie eine Büßerbank ohne Luxus und Großzügigkeit. Die liefert das Tesla Model S beim Gepäckraum: Gewaltige 745 Liter stehen mickrigen 335 Litern im Panamera entgegen. Obendrauf gibt es im Hochvolt-Ami sogar eine ausklappbare Sitzbank für zwei Kinder, und der fehlende Kardantunnel lässt viel Platz für Utensilien. Die Eigenschaftswertung gewinnt trotzdem der Panamera.

Aber wer hätte gedacht, dass es Tesla schafft, einen solchen Akku-Riesen auch noch günstig anzubieten? Mit 95.900 Euro kostet das Model S 14.509 Euro weniger als der Panamera. Hinzu kommen erheblich niedrigere Energiekosten. So rettet der Öko-Porsche mit zehn Punkten den Sieg ins Ziel. Das kann sich aber beim nächsten Test schnell ändern, bei dem gewaltigen Tempo, mit dem Tesla Strom gibt.

Fazit

1. Porsche Panamera S E-Hybrid
510 Punkte

Das war knapp: Der Panamera rettet mit tollen Fahreigenschaften und seiner uneingeschränkten Mobilität den Sieg ins Ziel. Doch wenn Porsche weiter vorne bleiben will, muss bei Antrieb und Laderaum nachgelegt werden.

2. Tesla Model S P85
500 Punkte

Die Leistungen des Model S sind für eine Start-up-Firma eine Sensation. Die Schwächen sind überschaubar und die Antriebsstärke eine Wucht. Der US-Liner ist das mit Abstand beste Marketing fürs Elektroauto.

Technische Daten
Tesla Model S P85Porsche Panamera S Hybrid
Grundpreis87.600 €106.720 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4970 x 1963 x 1445 mm5015 x 1931 x 1418 mm
KofferraumvolumenVDA745 bis 1795 L335 bis 1153 L
Hubraum / Motor2995 cm³ / 6-Zylinder
Leistung310 kW / 421 PS (600 Nm)306 kW / 416 PS (590 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h270 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h4,4 s5,5 s
Verbrauch3,1 L/100 km
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