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Honda CR-V 2.2i, Peugeot 4007 HDi, Toyota RAV4, VW Tiguan TDI

Nutz-Kolonne

Foto: Hans-Dieter Seufert 62 Bilder

Praktische Karosserien und Allradantrieb dienen als Argumente für kompakte Geländewagen. Neue Modelle wie der VW Tiguan und der Peugeot 4007 sollen Honda CR-V und Toyota RAV4 Kunden abjagen.

22.11.2007 Götz Leyrer

Meine Damen und Herren, der Einsteigevorgang ist beendet. SUV-Reisen begrüßt Sie an Bord. Unsere Kompaktklasse ist voll ausgebucht. Tatsächlich gehört das Segment der Alleskönner-Automobile unterhalb der klassischen Luxuskreuzer zu den verlässlichsten Geld-Automaten der Autoindustrie.
Erfunden haben es die Amerikaner, wenngleich deren Kompakt- SUV alles andere als kompakt waren. Und dann kamen, mit der gewohnten Durchschlagskraft, die Japaner – hier vertreten mit Toyota RAV4 und Honda CR-V, zwei Klassikern der Kategorie.
Deutschlands größter Autohersteller, wie so oft nach dem Motto „Lieber spät als gar nicht“ handelnd, liefert jetzt mit dem VW Tiguan seinen Beitrag. Und sogar die Gallier, seit den Zeiten des Römer-Vermöbelns als eigenbrötlerische Dickköpfe bekannt, haben sich der SUV-Mode angeschlossen. Der Peugeot 4007 bricht nicht nur durch seine Zusatz- Null mit klassischen Traditionen, er ist auch der erste Geländewagen der französischen Firma.

Die Kunden wird’s freuen, sie haben die große Auswahl.

Dabei sind stilistisch alle Geschmacksnuancen vertreten: der Honda mit geschwungener Fensterlinie als Coupé-Würze, VW und Toyota im klassischen Outfit, dazu der Peugeot, mit aufgerissenem Löwenmaul seine Mitsubishi-Technik verbergend. Gemeinsam haben sie alle, dass sie praktisch und geräumig sind, was den Käufern als Hauptargument dient, wenn sie sich von der konventionellen Limousine abwenden.
Auf den Rücksitzen gibt es komfortable Bewegungsfreiheit, der Einstieg ist schon wegen der Karosseriehöhe bequem, die Kofferräume kapitulieren nicht so schnell – ganz gleich, ob es an die Riviera oder ins Möbelhaus geht.

Die unrühmliche Ausnahme bildet der Toyota. Sein Basis- Kofferraum ist der kleinste im Vergleich, und der rechts angeschlagenen Hecktür würden wir einen ersten Platz auf der Out-Liste einräumen. Der Peugeot zeigt, wie es geht.
Der untere Teil seiner Heckklappe kann auch mal als Sitzgelegenheit dienen, außerdem sorgt er für eine vorbildlich niedrige Ladekante und für eine riesige Lade-Öffnung (siehe Quadermaße). Auch der leichtgängige und sekundenschnelle Klappmechanismus der Rückbank beweist, dass da ernsthaft nachgedacht wurde, wie man simple Dinge noch ein bisschen besser gestalten kann.
Aus Fahrersicht ist das nicht so gelungen. Das mächtige Armaturenbrett schränkt die Übersichtlichkeit nach vorn ein und beeinträchtigt das Handling im dichten Verkehr. Der spiegelnde Bildschirm des Navigationssystems macht die Laune auch nicht besser. Honda und Toyota liefern ein Beispiel für die Liebe der Japaner zu zahlreichen Knöpfen.

Die sind mit lockerer Hand über die Armaturenbretter verstreut und rufen nach dem Bedienungshandbuch. Wer keine Casio-Uhr am Handgelenk trägt, findet das nicht so gelungen wie die preußische Ordnung, die im Tiguan herrscht.
Da ist der Lernprozess kurz und erfolgreich, wenngleich einige Tester das neue Siemens- Navigationssystem mit Touchscreen- Bildschirm nicht so narrensicher fanden wie die konventionelle, bisher bei VW übliche Blaupunkt-Ausführung.

In der erblickten und gefühlten Qualität liegt der VW weit vorn.

Unzureichend entgratete Kanten (Toyota), hohl klingende Kunststoffe (Peugeot) und billig wirkende Oberflächen (Honda) findet man hier nicht, das Interieur ist mit sichtbarer Liebe zum Detail gestaltet. Mit Dauerhaltbarkeit hat das nichts zu tun, wohl aber mit dem Wohlfühlen im täglichen Umgang. Da freut einen auch der Fahrkomfort, den der VW bietet. Die Abstimmung seines Fahrwerks ist klar die gelungenste in dieser Runde. Seine Federung wird mit Straßen-Unebenheiten am besten fertig – weder sorgen Querfugen für lästiges Stuckern noch lange Wellen für abrupte Vertikalbewegungen.
Der Peugeot kommt ihm noch am nächsten, handelt sich aber wegen des hohen Geräuschpegels einen Punktabzug ein. Dazu tragen vor allem die lauten Windgeräusche bei hohem Tempo bei. Honda und Toyota sind ebenfalls nicht geeignet, ihre Insassen zu schonen.
Die kurzen Federwege des CR-V sind bei größeren Unebenheiten überfordert, und der RAV4 zeigt, dass es die perfekte Straßenoberfläche nicht gibt. Selbst auf der Autobahn kommt seine Karosserie nicht zur Ruhe, lange Wellen werden ohne spürbaren Filtereffekt weitergegeben.
Im Zeitalter von ESP lassen sich in Sachen Fahrsicherheit weniger große Unterschiede ausmachen. Fahrfehler bügeln die Elektroniksysteme zuverlässig aus, bei den Fahrdynamik- Tests gibt es keine Auffälligkeiten.

Zum großen Gleichmacher wird das ESP trotzdem nicht.

Der Toyota und der Peugeot sind im Sinne der Handlichkeit sehr neutral ausgelegt, weshalb Gaswegnehmen in schnellen Kurven zu einem spürbaren Eigenleben des Hecks führt. Gefährlich ist das nicht, kann aber bei weniger routinierten Fahrern den Adrenalin-Pegel steigern.
Der Honda schiebt, wenn man es zu bunt treibt, laut kreischend über die Vorderräder, womit er gutmütig ankündigt, dass es jetzt genug ist. Allein der VW fährt mit unerschütterlicher Gelassenheit um die Kurven. Eine Schwäche bei allen vier Kandidaten: lange Bremswege auf unterschiedlich griffigen Belägen rechts und links (μ-split), wobei der Honda besondes weit über das Ziel hinausschiebt.
Beim VW ist am Eindruck des ansonsten guten Fahrverhaltens maßgeblich seine neu entwickelte Lenkung beteiligt, die mit bemerkenswerter Prä- zision und frei von Störeinflüssen arbeitet.

Der Toyota besitzt eine ordentliche, aber nicht so auffallend ruhige Lenkung. Über die des Honda kann nur gesagt werden, dass sie leichtgängig funktioniert, aber keinerlei Gefühl für die Fahrbahn vermittelt. Beim Peugeot macht sich das kräftige Dremoment des Motors durch zerrendes Zucken bemerkbar.
Er ist der Einzige, bei dem man den Hinterrad-Antrieb zuschalten muss, alle anderen besorgen die Kraftverteilung automatisch. Das ist die bessere Lösung, zumal diese Allradler schon wegen der eingeschränkten Bodenfreiheit nicht fürs Gelände gedacht sind. Der Vierradantrieb macht sie in erster Linie zu tüchtigen Winterautos – aber auch nur mit den entsprechenden Reifen, was 4WD-Fahrer gern verdrängen.

Der Allround-Charakter solcher Autos hat auch prinzipbedingte Nachteile.

Größe und Gewicht machen sich an der Tankstelle bemerkbar – selbst wenn Turbodiesel unter der Haube sitzen. Beim Peugeot, Honda und Toyota schieben die kräftig an, beim Honda fällt zusätzlich die sehr gute Laufkultur auf. Der Tiguan leistet sich hier eine seiner wenigen Schwächen: Im direkten Vergleich wirkt er schlapp, was die Ergebnisse der Messfahrten untermauern. Nobody is perfect.
Aber einen Vergleichstest gewinnt, wer in allen Kriterien beharrlich und zuverlässig Punkte sammelt. Volkswagen waren darin schon immer gut. Die Verkaufsstatistik spiegelt es wider. Beim Tiguan, da braucht es keine prophetischen Gaben, wird es nicht anders sein.

Fazit

1. VW Tiguan 2.0 TDI Sport & Style
476 Punkte

Vor allem mit seinem sehr gut abgestimmten Fahrwerk setzt der VW die Maßstäbe. Der Motor bietet allerdings zu wenig Temperament.

2. Peugeot 4007 HDI Platinum
441 Punkte

Zu seinen Stärken zählen die funktionelle Karosserie und der kräftige Motor. In der Platinum-Version ist er sehr teuer.

3. Honda CR-V 2.2 CDTi Executive
426 Punkte

Am meisten überzeugt sein kultivierter Dieselmotor. Der mäßige Federungskomfort und die indifferente Lenkung kosten Punkte.

4. Toyota RAV4 2.2 D-4D Cross Sport
423 Punkte

Unbefriedigende Karosseriedetails und schlechter Fahrkomfort machen den Toyota zum Schlusslicht im Vergleichstest.

Technische Daten
VW Tiguan 2.0 TDI CR 4MotionToyota RAV4 2.2 D-4DPeugeot 4007 HDi FAP 155 5-SitzerHonda CR-V 2.2i-CTDi
Grundpreis31.550 €33.500 €38.250 €36.500 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4427 x 1809 x 1683 mm4395 x 1815 x 1685 mm4635 x 1805 x 1670 mm4525 x 1820 x 1675 mm
KofferraumvolumenVDA470 bis 1510 L469 bis 1552 L510 bis 1686 L524 bis 1532 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder2231 cm³ / 4-Zylinder2179 cm³ / 4-Zylinder2204 cm³ / 4-Zylinder
Leistung103 kW / 140 PS (320 Nm)100 kW / 136 PS (310 Nm)115 kW / 156 PS (380 Nm)103 kW / 140 PS (340 Nm)
Höchstgeschwindigkeit186 km/h180 km/h200 km/h187 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h10,5 s10,5 s9,9 s10,3 s
Verbrauch6,3 L/100 km6,5 L/100 km7,2 L/100 km6,6 L/100 km
Testverbrauch1,0 L/100 km1,0 L/100 km1,0 L/100 km1,0 L/100 km
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