Besonders die Kompaktvan-Zuwachszahlen bescheren den Strategen der Autoindustrie feuchte Hände. Unter den Frühstartern rollt aber mittlerweile die erste Modellpflege-Welle: Opels Joker, der siebensitzige Zafira, wird nun auch mit dem 100 PS starken Zweiliter-Diesel ausgestattet, im verschmusten Citroën Xsara Picasso kommt jetzt ein 90 PS leistender HDI-Diesel zum Zuge, und der eben noch atemlos unter die Kompaktvans gestürzte Nissan Almera Tino rollt gleich zu Beginn seiner Laufbahn mit einem 114 PS starken 2,2-Liter-Diesel an.
Entscheidender Vorteil der One-Box-Karosserien gegenüber konventionellen Kombis ist ihre viel gepriesene Variabilität: Sitze lassen sich umlegen, vorklappen und ausbauen, im Zafira kommen die beiden im Fahrzeugboden versenkten Einzelsitze der letzten Reihe hinzu, die ihn im Bedarfsfall zu einem - wenigstens für Kinder - echten Siebensitzer machen. Den größten Maximal-Gepäckraum bietet dabei mit über 2100 Litern der Citroën, der mit umgelegten Sitzen am wenigsten Platz bietende Opel (1700 Liter) tröstet allerdings mit einer maximalen Zuladung von 544 Kilogramm.
Der Citroën besitzt die größten, bequemsten und am meisten Seitenhalt bietenden Vordersitze des Testtrios. Eine Qualität, die für die Fondplätze so nicht zutrifft. Die wenig Beinauflage bietenden Einzelsitze hinten sind zu schmal, um „confort francais“ zu bieten.
Ein echtes Manko des Picasso ist das knarzende und klappernde Innenleben des Armaturenträgers, und die schweißtreibenden Sitzbezüge im Tante-Erna-Gardinen-Muster werden dem pfiffigen Äußeren des französischen Vans nicht gerecht.
Deutlich solider, aber wesentlich beengter wirkt der Nissan. Im direkten Gefühlsvergleich scheinen Picasso und Tino aus zwei unterschiedlichen Größen-Klassen zu kommen. Die Sitze im Tino sind kleiner und unbequemer, im Fond wird es für die Knie erwachsener Mitfahrer richtig knapp.
Bis auf die unkomfortablen Sitze vorn stellt der Zafira den Idealfall dar. Viel Platz, eine zweite Sitzreihe, die ohne starke Einzelsitz-Ausformungen optimalen Komfort für Mitfahrer aller Größen bietet, solide Qualität, Oberflächen, die hochwertig wirken, hervorragende Funktionalität - der Opel macht kaum etwas falsch.
Starke Unterschiede auch bei den Motoren: Der HDI-Vierzylinder im Picasso arbeitet kultiviert und leise, sein Getriebe ist gut abgestuft und über den Schalthebel im Armaturenbrett hervorragend zu schalten. Für sich betrachtet können auch die Fahrleistungen des Citroën durchaus überzeugen. Sein Verbrauch (6,6 L/100 km) ist gar der geringste im Feld.






