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DTM Tipp-Spiel

Vergleichstest BMW X5 4.6is, Mercedes ML 55 AMG und Porsche Cayenne S

Sie können vor Kraft kaum laufen und sollen wahre Alles-
könner sein. Werden BMW X5 4.6is, Mercedes ML 55 AMG und Porsche Cayenne S dem hohen Anspruch gerecht?

Bilder
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Foto: Achim Hartmann

Um was für Brocken es sich hier dreht, wird sofort deutlich, wenn man ein paar Eckdaten der drei Kandidaten addiert: 1034 PS aus fast 15 Liter Hubraum schieben hier rund sieben Tonnen Leergewicht und über acht Quadratmeter Stirnfläche durch die Gegend. Was macht man damit? Allein der Porsche Cayenne S versteht sich als richtiger Geländewagen, der mit dem kurzen ersten Gang der Getriebeautomatik (2575 Euro Aufpreis) und einer zusätzlichen Gelände-Reduktion auch vor steilsten Passagen nicht zurückschreckt. Dass er die Kraft auch auf den Boden bekommt, dafür zeichnet in erster Linie die intelligent gesteuerte und bei Bedarf vorsorglich ganz zu blockierende Lamellensperre für das Zentraldifferenzial verantwortlich. Wo das nicht reicht, hilft ein zusätzliches Offroad-Paket, das ab nächstem Jahr lieferbar ist. Es steuert eine zusätzliche Sperre hinten und ausklinkbare Stabis für mehr Verwindungsfreudigkeit des Fahrwerks bei. Das genaue Gegenteil dieses technischen Aufwands verkörpert der BMW X5 4.6is. Als überzeugter Verfechter des SUV für die gepflegte Asphaltbahn verzichtet er aufs Reduktionsgetriebe. Und als Hilfestellung für die drei offenen Differenziale muss auf rutschigem Grund allein die Sperrensimulation per Bremseneingriff genügen. Einen Mittelweg beschreitet schließlich der Mercedes ML 55 AMG, der es zwar ebenfalls beim Bremseneingriff belässt, aber sicherheitshalber noch eine Geländereduktion zur Verfügung stellt. Sicher nicht, weil er anders steile Berge nicht erklimmen könnte. Seine 510 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2800/min dürften auch ohne Geländegang in jedem Fall genügen, ebenso die 347 PS. Sie uneingeschränkt auszuloten gelingt ohnehin nur auf regulären Straßen: Von null auf 100 km/h in 6,5 Sekunden – BMW und speziell Porsche brauchen einige Zehntelsekunden länger –, das genügt, um auch gestandene Sportwagen zu distanzieren. Produziert wird der heftige Vortrieb bei allen drei Konkurrenten standesgemäß von V8-Kraftwerken von nahezu gleicher Leistung. Die schon gewalttätige Durchzugskraft des ML erreichen BMW und Porsche nicht ganz, dafür gefallen die beiden mit der besseren Laufkultur. Gäbe es einen Extra-Preis für das am überzeugendsten komponierte Motor-Geräusch, er ginge fraglos an Porsche: So wohltönend und akzentuiert, wie der neu konstruierte V8 auf jede Regung im Gasfuß antwortet und dabei immer vernehmlich bleibt, ohne aber je laut zu werden, das ist schon ein besonderer Genuss.

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Basisdaten
Marke BMW Mercedes
Modell X5 4.6is ML 55 AMG
Baujahr 02/2002 10/2002
Grundpreis 79.100 Euro 75.632 Euro
Motorbauart V-Motor V-Motor
Zylinderzahl 8 8
Hubraum 4619 cm³ 5439 cm³
Leistung 347 PS (255 kW) bei 5700 U/min 347 PS (255 kW) bei 5500 U/min
max. Drehmoment 480 Nm bei 3700 U/min 510 Nm bei 2800 U/min
Schadstoffeinstufung Euro 3 Euro 4
CO2-Ausstoß 356 g/km 343 g/km
Schaltung automatisch automatisch
Gänge 5 5
Marke Michelin Diamaris Dunlop SP Sport 9000
Reifen (vorn) 275/40 R 20 W 285/50 R 18 109W
Rädergröße (vorn) 9 1/2 J x 20 9 J x 18
Reifen (hinten) 315/35 R 20 W 285/50 R 18 109W
Rädergröße (hinten) 10 1/2 J x 20 9 J x 18
Wertungen

1. Porsche Cayenne S

515 Punkte von 650 Punkten

Leistungsfähige Allradtechnik, sehr gute Fahreigenschaften und günstiger Preis, aber schlechter Federungskomfort und begrenzte Wendigkeit.

2. BMW X5 4.6is

484 Punkte von 650 Punkten

Sportliche Fahreigenschaften, akzeptabler Federungskomfort und ausgeprägte Handlichkeit. Magere technische Vorsorge für den Geländeeinsatz, unangemessen hoher Preis.

3. Mercedes ML 55 AMG

465 Punkte von 650 Punkten

Sehr viel Platz auch im Kofferabteil, sehr hohe Zulademöglichkeit und bulliger Motor, jedoch Schwächen bei Fahrwerk, Lenkung und Bremsen.

Autor: Heinrich Sauer
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