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Der Mitsubishi Pajero im Vergleich mit dem Nissan Patrol

Testbericht des Duells zwischen Mitsubishi Pajero und Nissan Patrol

17 Bilder

Zwei Dreitürer und die Reduktion auf das Wesentliche – perfekte Kombination für Arbeit und Freizeit? Nissan schickt weiterhin den Patrol ins Rennen und die Konkurrenz - ebenfalls aus Japan - heißt Mitsubishi Pajero. Es gibt nicht mehr viele in dieser Größe.

18.08.2008 Powered by

Es muss nicht immer das Maxi-Menü sein: Wer vorrangig mit seinem Geländewagen arbeiten möchte und keine Großfamilie durch den Alltag befördern muss, ist mit einem kurzen Dreitürer besser bedient. Diese Bauform findet sich allerdings nur noch selten in den Verkaufsprogrammen – umso schöner, dass Nissan das Urvieh Patrol   abermals über die Abgashürde hieven konnte und damit auch weiterhin einen waschechten Geländebullen im Angebot hat.

Die Konkurrenz in diesem Vergleichstest kommt ebenfalls aus Japan und ist mittlerweile in der vierten Generation angelangt. Mitsubishis Pajero hat sich allerdings inzwischen ein bisschen weiter von der reinen Lehre des klassischen Geländewagen-Baus entfernt: selbsttragende Karosserie mit eingearbeiteten Versteifungen sowie Einzelradaufhängung statt Leiterrahmen und Starrachsen wie beim Patrol. Der Verzicht auf einen runden halben Meter Außenlänge macht sich finanziell bemerkbar. 3700 bis 3900 Euro sind es je nach Ausstattung bei Nissan, zwischen 3000 und 4700 Euro bei Mitsubishi , die der Käufer gegenüber den fünftürigen Langmodellen spart. Obwohl die Kurzversionen alles andere als schmalbrüstig ausfallen, sind sie objektiv betrachtet eher 2+2-­Sitzer. Schon die Befestigung eines Kindersitzes in der zweiten ­Reihe artet in Akrobatik aus. Singles, kinderlose Paare oder Gewerbetreibende hingegen werden die Wendigkeit der kurzen Dreitürer schätzen. Mit der über fünf Meter messenden Langversion des Patrol GR in der City ­einen Parkplatz zu suchen, kann nämlich ungewollt spannend sein.

Ausstattungsbereinigt nimmt Nissan schon beim günstigsten Basismodell in der XE-Ausstattung (32.990 Euro) mehr Geld von den Kunden als Mitsubishi mit dem preisgünstigsten Pajero Invite (33.990 Euro). Beide Hersteller bündeln Pakete zu Ausstattungslinien – beim Pajero drei, beim Nissan vier. Damit kann man durchaus leben, allerdings mit Abstrichen. Beispiel Patrol: Der kommt in Basisausstattung nur ohne hilfreiche Hinterachs-Differentialsperre und elektri­sche Fensterheber daher – ein Nachteil für reine Nutzanwender, die auf sonstigen Luxus gerne verzichten könnten. Beim Pajero hingegen müssen Käufer, die das hauseigene Multimedia-System mit DVD-Navi wünschen, gleich zur 44.490 Euro teuren Instyle-Ausstattung greifen – und bekommen parallel dazu das Automatik-Getriebe zwangsverordnet.
Bei der Sicherheitsausstattung liegt der Pajero klar vorn. ESP gibt es beim Patrol nicht einmal gegen Aufpreis, was insbesondere wegen seines robusten, aber antiquierten Antriebssystemes schmerzt. Denn nach wie vor ist der dicke Nissan mit einem ­starren, zuschaltbaren Allradantrieb unterwegs, der sich auf der Straße wegen heftiger Verspannungen kaum einsetzen lässt.

Demgegenüber glänzt der Pajero mit einem wahlweise abschaltbaren Permanent-Allrad und zusätzlich einer elektronischen Berg abfahrkontrolle – auch diesbezüglich muss der Patrol passen. Wirklich problematisch: Der Patrol bremst bei identischem Reifentyp erheblich schlechter als der – in dieser Disziplin ebenfalls nicht berühmte – Pajero.

All dies merkt jeder, selbst wenn er die beiden Autos zum ersten Mal bewegt. Der Pajero ist trotz seiner recht schwergängigen Lenkung erstaunlich handlich, benimmt sich zivil und sicher und lässt sich auch gern flott fahren. Das Fahrwerk verdient auf der Straße gute Noten, gibt sich straff und dennoch feinfühlig. Beim Wechsel vom Mitsubishi in den Nissan begibt man sich dagegen in eine andere Welt. Das beginnt schon beim Fahrer umfeld: Höhere Sitzposition, vor der Scheibe breitet sich eine gigantische Motorhaubenlandschaft aus – eine echte Burg! Oder anders: ein Geländewagen der alten Schule. Der Patrol wiegt sich behäbig in den Federn, neigt sich in Kurven kräftig zur Seite und macht mit Straßen-Heckantrieb sowie ohne ESP bereits früh mit kräftigem Übersteuern klar, dass schnelle Kurvenfahrt nur ein Fall für Könner am Lenkrad ist. Den vergleichsweise flotten Fahrleistungen des Pajero kann er kaum etwas entgegensetzen – wer es häufig eilig hat, sitzt hier im falschen Auto. Zumal der Patrol bei zügiger Fahrt zum grimmigen Trinker mutiert und sich auf der Autobahn auch gern mal über 17 Liter durch die Einspritz düsen spült. Der Pajero ist stets um einen bis anderthalb Liter sparsamer.

Das Bild wandelt sich, wenn die beiden Geländegänger richtig ran müssen. Nicht nur, dass der Patrol üppige 700 Kilo mehr Anhängelast genehmigt bekommt, er bewegt sie auch souveräner. Selbst fette Brocken am Haken merkt man während der Fahrt erst beim Bremsen, die Spurstabilität bleibt davon unberührt. Im schweren Gelände ist der Nissan so richtig in seinem Element. Mit dem per Knopfdruck entkoppelbaren Hinterachs-Stabi verschränkt das Schraubenfederfahrwerk gigantisch – fast 100 Prozent besser als der Pajero. Vergleicht man die Schaltgetriebe, hat der Patrol auch die deutlich kürzere Gesamtuntersetzung: 37,8 : 1 gegenüber 32,9 : 1 beim Pajero. Dazu kommt die Gewissheit, dass einen der Patrol mit dem Starrachsfahrwerk und dem Leiterrahmen selbst bei grandioser Überladung problemfrei nach Timbuktu und zurück befördert. Das sollte man ihm bei allen Schwächen im Straßenalltag (Verbrauch, Sicherheit, Fahrdynamik) zugute halten: Er ist ein Arbeitstier, dem man vom tonnenschweren Anhänger bis zur permanenten Quälerei im Geländebetrieb sorgenfrei alles Erdenkliche zumuten kann.

Fazit

Danke, Nissan, dass ihr den Patrol auch weiterhin ­anbietet! Er ist zwar nicht schnell, bremst sehr mäßig und ­verliert auch das reguläre Punkteduell gegen den moderneren Pajero. Doch Menschen, die ein Auto zum Arbeiten brauchen, bekommen 

mit dem Pat­rol einen Vollblut-­Profi. Der ­filigraner gebaute Pajero ist im Straßenalltag besser. Die Sympathiewertung gewinnt ­jedoch der Nissan.

Technische Daten
Mitsubishi Pajero 3.2 DI-D
Grundpreis49.390 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4900 x 1875 x 1870 mm
KofferraumvolumenVDA215 bis 1789 L
Hubraum / Motor3200 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (373 Nm)
Höchstgeschwindigkeit177 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h14,0 s
Verbrauch10,6 L/100 km
Testverbrauch12,4 L/100 km
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