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Suzuki Jimny und Lada Niva im Vergleichstest

Die kleinen Offroader Suzuki Jimny und Lada Niva im Duell

34 Bilder

Russischer Methusalem gegen fernöstlichen ­Samurai – wer meistert den Trek durch den (Wilden) Westen am besten? Für den Lada Niva und Suzuki Jimny geht's über Stock und Stein - sie sind offroad kaum zu stoppen

20.07.2008 Powered by

Eines vorweg: Der Lada Niva ist kein neumodisches SUV. Er wurde für Pisten entworfen, die vermutlich auch in den nächsten 100 Jahren weder Asphalt noch Regenabläufe bekommen. Der Dreitürer – in seiner Heimat gibt es ihn auch fünftürig – rollt technisch nahezu unverändert schon im 31. Jahr in Togliatti an der Wolga vom Band.

Daran gemessen, ist der Suzuki Jimny fast noch ein Greenhorn. Aber auch er gräbt sich bereits seit 1998 in die Herzen der 4x4-Fangemeinde. Mit festem Dach, das Cabrio folgte ein Jahr später.
Optisch unterscheiden sich Niva und Jimny wie Feuer und Wasser.

Der Lada erinnert eher an eine Kompaktlimousine als an einen Geländewagen. Doch der Eindruck täuscht, unter seiner selbsttragenden Karosserie steckt rustikale Allradtechnik: hinten Starrachse, vorn Einzelradaufhängung, dazwischen ein Verteilergetriebe, das sich bei Bedarf per Schalthebel komplett sperren lässt. Außerdem hat der Niva eine Geländeuntersetzung, die ihn gegebenenfalls im Schneckentempo über umgekippte Baumstämme oder loses Geröll klettern lässt. Kurze Karosserieüberhänge, 22 Zentimeter Bodenfreiheit sowie ein Motor-Unterfahrschutz aus massivem Blech tun ihr Übriges, damit bei solchen Offroad-Einlagen höchstens ein bisschen Lack flöten geht. Auf den – nur beim Topmodell Only Spezial serienmäßigen – „Kuhfänger“ aus verchromtem Plastik lässt sich getrost verzichten, er hindert nur beim Klettern. Und die seitlich in die Aufnahmen für den Wagenheber gesteckten Edelstahl-Trittrohre (590 Euro) sind bestimmt nicht dazu gedacht, den Niva wie einen Schlitten auf Kufen über ein Hindernis rutschen zu lassen.

Auf solcherlei Schnickschnack verzichtet der zum Test angetretene Jimny Comfort – jeder Knabe im Bobbycar-Alter kann bereits sehen, dass mit diesem Auto mehr möglich ist, als nur brav in der City auf Shoppingtour zu gehen. Der gerade mal 3,65 Meter lange Suzuki hat noch einen richtigen Kastenrahmen, auf dem die Karosserie ruht. Vorn und hinten Starrachsen – so was weckt die Lust auf ordentliche 4x4-Abenteuer. Der Jimny wird im Normalfall nur über die Hinterräder angetrieben. Erst auf Knopfdruck schaltet sich die Vorderachse zu, ohne dabei jedoch eine starre Kraftaufteilung zwischen den Achsen zu schaffen. Elektrisch wird die auch bei ihm vorhandene Geländereduktion aktiviert – alles eine Spur handlicher und moderner als im Lada. Offroad kommt der Jimny dennoch nicht ganz so weit wie der Niva. Knapp fünf Zentimeter weniger Bodenfreiheit bremsen ihn dabei ebenso ein wie die um 25 Zentimeter geringere Wattiefe – falls mal ein Fluss den Heimweg quert ...

Onroad sind beide weit weniger souverän: Der Niva kommt nur mühsam auf Tempo und nervt durch sein laut mahlendes Getriebe. Das gesamte Interieur macht einen sehr billigen Eindruck. Das bezieht sich auch auf die Funktionen – die Tankanzeige geht beispielsweise bei jeder scharfen Rechtskurve auf Reserve. Und wo sonst gibt es noch Spiegel, die nur von außen per Hand eingestellt werden? Oder die schwere einteilige Rücksitzbank – sie vorzuklappen, gelingt nur zu zweit. Noch schlimmer aber: In puncto Sicherheit gehört der Lada eigentlich sofort ins Museum. Schlappe Bremsen ohne ABS, null Airbags, hinten keine Kopfstützen. ESP – was ist das? Dazu eine Lenkung, die nur ungefähre Richtungsvorgaben macht. Wer möchte seine Familie damit auf große Fahrt schicken? Wie es besser geht, zeigt der Jimny. Er bietet zwar weniger Raum, ist aber deutlich hoch wertiger und technisch moderner ausgestattet. Zu lange Bremswege, ein schwer kalkulierbares Fahrverhalten bei Nässe samt ebenfalls nicht verfügbarem ESP führen jedoch auch bei ihm zu einem erheblichen Punktabzug.

Stichwort Geld: Der Jimny ist das teurere Auto, aber nur beim Kauf. Die günstigeren Unterhaltskosten des Suzuki heben den Preisvorteil des Lada Niva praktisch wieder auf.

Fazit

Echte Wühler gesucht – Niva und Jimny schrecken offroad vor nichts zurück. Onroad ­allerdings klemmt’s: Im Lada möchte man wegen seiner eklatanten Sicherheitsdefizite nicht im Verkehr unterwegs sein, der technisch modernere Suzuki wiederum verlangt unkaputtbare Bandscheiben.

Technische Daten
Lada Niva 4x4 1.7Suzuki Jimny 1.3 4WD
Grundpreis13.950 €16.090 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3720 x 1680 x 1640 mm3545 x 1600 x 1705 mm
KofferraumvolumenVDA263 bis 982 L113 bis 816 L
Hubraum / Motor1690 cm³ / 4-Zylinder1328 cm³ / 4-Zylinder
Leistung61 kW / 83 PS (129 Nm)63 kW / 86 PS (110 Nm)
Höchstgeschwindigkeit137 km/h140 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h19,0 s14,1 s
Verbrauch9,5 L/100 km7,1 L/100 km
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